Antony Beevor
D-Day – Die Schlacht um die Normandie
Mit der Landung der alliierten Truppen in der von den Deutschen besetzten Normandie am 6. Juni 1944 begann die wichtigste Schlacht des 2. Weltkrieges und die größte Landungsaktion, die jemals durchgeführt wurde – sie endete mit der Befreiung von Paris am 25. August 1944 und kostete über 500.000 Menschen das Leben, darunter mehr als 70.000 Zivilisten. Dieses Buch beleuchtet nahezu alle Seiten, die von dieser Schlacht betroffen waren. Von der Vorbereitung der Invasion bis zum siegreichen Ende.
Antony Beevor ist u. a. bekannt für so überragende Werke wie „Stalingrad“ oder „Der Spanische Bürgerkrieg“. Er ist ein Historiker, der es ausgezeichnet versteht vergangene Themen spannend aufzubereiten. Über den D-Day wurden bereits mehrere Bücher geschrieben. Warum noch mal eins? Weil man es besser machen kann, als die Vorgänger. Und dem Engländer Antony Beevor ist das eindrucksvoll gelungen. „D-Day“ schlägt alles, was bisher in diesem Bereich zu lesen war. Und ich habe viele Bücher über den Einmarsch in die Normandie gelesen. „D-Day“ ist keine Dokumentation mit trockenen Fakten, es ist geschrieben wie ein fesselnder Thriller. Beevor macht die Geschichte zum greifen nahe und vermittelt dabei alle wichtigen Belange, die großen und die kleinen, der wichtigsten Kriegsschlacht des 20. Jahrhunderts. Das alles ist auf den Punkt gebracht, der Leser wird nicht gequält mit Details, mit denen er nichts anfangen kann. Präzision und Akribie zeichnen dieses Buch aus.
C. Bertelsmann, 637 Seiten; 28,00 Euro
Daniel Kehlmann
Lob über Literatur
Daniel Kehlmann ist ein großer Stern am deutschen Literaturhimmel! Aber der Autor des Megabestsellers „Die Vermessung der Welt“ versucht sich auch als Rezensent. Er schreibt über Autoren wie J. M. Coetzee, Stephen King, Max Goldt und einige andere.
Es gibt Bücher, die nur gedruckt werden, um mit dem Autorennamen Geld zu machen. „Lob über Literatur“ von Bestsellerautor Daniel Kehlmann ist dafür ein strahlendes Beispiel. Hier sind Rezensionen und Miniporträts von Autoren abgedruckt, die Kehlmann geschrieben hat, und die zuvor bereits u. a. in der FAZ und der Süddeutschen erschienen sind. Hierfür schon mal ein klares Nein! für dieses Buch. Wenn die Rezensionen noch etwas an Qualität enthalten würden, dann könnte man dem Buch wenigstens ein ganz, ganz kleines Plus abringen, aber man merkt bei jeder Zeile, das Kehlmann wohl Ahnung hat, wie man ein Buch schreibt, aber nicht, wie man eines bespricht. Er schlüsselt Bücher so auf, dass einem die Lust, diese zu lesen, total vergeht. Schlechter kann man kaum über Bücher schreiben, und so was wurde auch noch in so renommierten Zeitungen abgedruckt, ein Armutszeugnis. Es wurde halt gedruckt, weil Kehlmann drunter stand. Und wenn man Stephen King als „Poeten des Horrors“ bezeichnet und dann schreibt, das seine „Prosa absolut platt“ ist, spätestens dann weiß man, Kehlmann hat vom Bücher rezensieren keinen Schimmer.
Rowohlt, 191 Seiten; 18,95 Euro
Scott Turow
Der letzte Beweis
Vor 20 Jahren hatte Rusty Sabich eine Affäre mit einer Kollegin, die brutal ermordet wurde. Sein Widersacher in der Staatsanwaltschaft von Kindle County, Tommy Molto, hatte unnachgiebig versucht, Rustys Schuld zu beweisen, seine Karriere zu ruinieren und sein Leben zu zerstören. Jetzt findet sich Rusty wieder an der Seite einer toten Frau, seiner Ehefrau Barbara. Die Ursache ihres Todes bleibt unklar. Rusty hat erneut eine Affäre, diesmal mit seiner Referendarin Anna. Ein klares Mordmotiv. Diesmal will Tommy Molto zu Ende bringen, was er damals begonnen hat – Rusty Sabich für immer hinter Gitter bringen.
Scott Turow ist die Instanz des Justizthrillers! Sein Weltbestseller „Aus Mangel an Beweisen“ (verfilmt mit Harrison Ford) ist schon jetzt ein Klassiker. Er hat das Genre massiv beeinflusst. Mit „Der letzte Beweis“ führt er die beeindruckende Geschichte um Sabich und Molto fort. Spannend und fesselnd von Anfang an. Der Leser darf sich nie sicher sein, zu wissen, was kommt – bis zum Ende. Und Turow verleiht seinen Charakteren wieder viel Leben und Ausdruck. Schade nur, dass der viel beschäftige Anwalt und Autor nicht nur Bücher schreibt, so bekommt man leider nicht jedes Jahr in den Hochgenuss solch ausgezeichneter Lektüre. Wer intelligente und gesellschaftlich hinterfragende Justizthriller lesen will, der muss zu Scott Turow greifen.
Blessing, 576 Seiten; 21,95 Euro
Matthew Reilly
Der fünfte Krieger
Eine zerstörerische Sonne droht alles menschliche Leben zu vernichten. Captian Jack West und sein Team sollen die Katastrophe abwenden. Doch wie sollen sie den Himmelskörper aufhalten?
Das nächste Action-Highlight vom Actionkracher-König der Literatur! Matthew Reilly lässt es auf den Seiten scheppern und jagt den Leser in rasender Geschwindigkeit und mit einem Höchstmass an Spannung durch das Buch. „Der fünfte Krieger“ ist der Abschluss der Trilogie um Jack West.
Ullstein, 510 Seiten; 19,95 Euro
Gerhard Matzig
Meine Frau will einen Garten
Ein Zeitungsredakteur, der die Stadt liebt, zieht seiner Frau und den Kindern zu liebe in die Vorstadt. Und er baut selbst ein Haus. Das ist seine Geschichte.
Der Beginn des Buches ist etwas holprig, aber dann legt Matzig los mit dem Projekt Haus. Das hat es in sich. Ich habe es schon hinter mir. Wer es noch vor sich hat, sollte dieses Buch lesen, es ist ein kleiner Wegweiser was alles kommen kann, an das man bei den rosaroten Träumen um ein eigenes Haus gar nicht denkt. „Meine Frau will einen Garten“ ist ein witziger Wegweiser durch den Hausbaudschungel.
Goldmann, 256 Seiten; 17,95 Euro
Zoë Beck
Das alte Kind
Als Fiona zu sich kommt, liegt sie in ihrer Badewanne, das Wasser rot von ihrem Blut. Später behauptet sie, jemand hätte versucht, sie umzubringen. Doch niemand glaubt ihr. Wenig später wird die Leiche ihrer Mitbewohnerin gefunden, die Fiona auffällig ähnlich sah. Hat Fiona doch recht und jemand hat es auf sie abgesehen?
Zoë Beck verwirrt den Leser wunderbar. Sie treibt mit ihm ein Spiel, das er nicht so schnell durchschaut. Beck hat den Roman perfekt geplant. Ein Spiel mit Identitäten und unterschiedlichen Zeitebenen. Der Leser muss aufpassen, damit er bei diesem Psychothriller-Puzzle alle Teile an die richtige Stelle setzt. Zoë Beck ist ein großes Psychothrillertalent! Sie hat das Zeug dazu, die weibliche Ausführung von Sebastian Fitzek zu werden. Gelesen wird dieser Thriller von Sandra Schwittau, die deutsche Stimme von den Hollywoodstars Hillary Swank und Eva Mendes. Sie spricht auch die Zeichenfigur Bart Simpson. Ihre herbe und zugleich charmante Stimme gibt jeder Geschichte einen zusätzlichen Kick.
Auch als Taschenbuch erhältlich bei Bastei Lübbe, 7,99 Euro.