Aktuelle Kolumne vom 23.01.2012

Douglas Preston & Lincoln Child

Revenge – Eiskalte Täuschung

Special Agent Aloysius Pendergast befindet sich mit Judson Esterhazy, dem Bruder seiner verstorbenen Frau Helen, auf der Jagd in Schottland. Plötzlich will Esterhazy Pendergast ausschalten. Er trifft ihn mit einer Kugel in die Brust, zudem versinkt Pendergast noch in einem der unzähligen Sumpflöcher. Während Pendergasts Todeskampf verrät ihm Esterhazy noch, dass Helen gar nicht tot ist, dann verschwindet er. Mit Glück und Geschick kann Pendergast dem Sumpf aber entkommen. Nun ist er getrieben, Helens Geheimnis zu lüften. Er bringt Dinge über sie in Erfahrung, die er nicht für möglich gehalten hatte. Esterhazy, getrieben von einer skrupellosen Bruderschaft, bereit derweil eine Falle für Pendergast vor, um in ein für allemal auszuschalten.

Das Buch liest sich wie ein nicht enden wollender Showdown! Preston und Child machen das Lesen zu einer nervlichen Zerreisprobe. Man ist so angespannt, weil hier ein Höhepunkt den nächsten jagt. „Revenge“ ist nach „Fever“ das zweite Buch einer Trilogie um die dunklen Geheimnisse der Familie Pendergast innerhalb der Agent-Pendergast-Reihe. Insgesamt ist es der elfte Thriller mit Special Agent Pendergast. Zu der ausgeklügelten Story tritt auch wieder das Personal auf, das man aus früheren Pendergast-Romanen kennt. Die Figuren, die das Autorenduo über die Jahre erschaffen haben, sind einfach nur fantastisch. Jeder ist ein ganz besonderer Held. Besonders außergewöhnlich ist natürlich Constance Greene. Und seien sie auf der Hut, denn Pendergast schlüpft wieder in einige überraschende Rollen. Hinter jeder Seite kann Pendergast lauern. Das Ende wird Sie dann atemlos zurücklassen. Ein Knaller-Thriller!

Auch als Hörbuch erhältlich bei Argon Hörbuch. „George Clooney“ Detlef Bierstedt fesselt mit seiner Pendergast-Lesung. 19,95 Euro

Droemer, 466 Seiten; 19,99 Euro

Rita Mae Brown

Die Geburtstagskatze

Tally Urquhart wird 100 Jahre. Halb Crozet macht sich auf den Weg, um mit der alten Dame an der altehrwürdigen William-Woods-Universität, ihrer früheren Uni, in Missouri zu feiern. Auch Mary „Harry“ Harristeen und die Katze Mrs. Murphy sind unter den Gästen. Ausgerichtet wird das Fest vom Verein der Ehemaligen, allesamt erfolgreiche Frauen, die sich erhoffen, bei diesem Anlass viele fette Spenden einsammeln zu können. Doch schnell geraten die Vereinsfrauen in Streit. Dem nicht genug, ein Schneesturm zieht auf, und viele geladene Gäste können gar nicht anreisen. Das Chaos nimmt seinen Lauf, als auch noch eine Leiche gefunden wird. Harry und Mrs. Murphy greifen ein, um den Fall zu lösen und das Fest zu retten.

Bestsellerautorin Rita Mae Brown hat wieder keinen Bestseller geschrieben, der den Namen verdienen würde. In – leider – mittlerweile gewohnt schwacher Manier lässt sie ihre Titelheldinnen Harry und Katze Mrs. Murphy mordsmäßig unspannend einen weiteren Fall lösen. Rita Mae Brown erzählt über Investmentmöglichkeiten, die wirtschaftliche Lage, Politik, über die William-Woods-Universität, und noch so manch anderes, was die Geschichte nicht einen Millimeter voranbringt. Sie verfängt sich, wie schon in den Romanen der letzten Jahre, in ihrem Netz an absoluten Belanglosigkeiten. Die Tiere, die normal die Hauptrolle spielen sollten, hat Rita Mae Brown auf ein Minimum reduziert. Auf knapp 30 der 265 Seiten kommen sie am Ende vor. Und die Dialoge der eigentlichen Hauptdarsteller sind ohne Esprit. In der Geschichte fällt der Strom aus, das trifft auch auf das Buch zu – es ist ein einziger Stromausfall!

Ullstein, 265 Seiten; 19,99 Euro

Tim Weaver

Blutiges Schweigen

Die 17-jährige Megan Carver ist bereits seit mehreren Monaten verschwunden, die Polizei scheint nicht weiterzukommen, da bitten ihre Eltern Ex-Journalist David Raker, der sich auf die Aufklärung nach Vermisstenfällen spezialisiert hat, um Hilfe. Doch je mehr Raker sich des Falles annimmt, desto bizarrer wird er. Die Geschichte um Megan ist voller Lügen. Die Eltern verschweigen etwas, auch Megans Freundinnen. Zeugen werden ermordet. Die übrigen Informanten hüllen sich in Schweigen. Eine Spur führt Raker dann an einen Ort mit einer blutigen Vergangenheit. Ein Wald, der gemieden wird und in dem immer noch die Gräber der Opfer eines Serienmörders sein sollen, der vor über 100 Jahren aktiv war. Hat dort ein neuer Killer sein Lager aufgeschlagen und bereits neue Gräber für seine Opfer ausgehoben? Raker kommt dem Killer immer näher, doch plötzlich ist er für die Polizei der Hauptverdächtige. Alle Beweise sprechen gegen ihn. Was ist Wahrheit und was Lüge?

Mit der Serie um David Raker ist Tim Weaver in die erste Liga der englischen Thriller-Autoren aufgestiegen! Nach „Totgesagt“ ist „Blutiges Schweigen“ das zweite Buch aus der Reihe. David Raker ist ein sehr umgänglicher Zeitgenosse, der vieles spürt und sieht, dass andere nicht erkennen. Auch sein Privatleben hält viele bewegende Momente parat. Tim Weaver hat einen wahnsinnig fesselnden Thriller geschrieben! Jede Seite bringt einen näher ans Ziel, den Fall zu lösen, aber auch immer wieder neue Erkenntnisse und Überraschungen. Weaver hat die 505 Seiten perfekt ausgenutzt. Gegen den Killer aus „Blutiges Schweigen“ ist der aus „Das Schweigen der Lämmer“ eine Märchenfee. „Blutiges Schweigen“ wird Sie schweigen lassen, denn Sie wollen nur noch lesen. Und zwar sehr schnell lesen, um zu wissen, wie diese teuflisch gute Story endet.

Goldmann, 505 Seiten; 9,99 Euro

Ransom Riggs

Die Insel der besonderen Kinder

Jacob hat als Kind schon immer gerne die Schauergeschichten von seinem Großvater Abraham gehört, nun ist er ein Teenager und sein Großvater wurde tödlich verwundet. Er fürchtete sich zuvor immer vor Monstern, die ihm auf den Fersen waren. Jacob begreift, dass die Geschichten von damals nicht erfunden waren. Auf einer Insel vor der Küste Englands macht er sich auf die Suche nach einem Heim für „besondere“ Kinder.
Ein wunderbar überraschender, fantastischer Roman, der zudem gestaltet ist wie ein Kunstwerk! „Die Insel der besonderen Kinder“ gehört zu den fantastischen Werken, die weit weg sind von der Normalität des Genres. Lassen Sie es zu, Ransom Riggs wird Sie fesseln! Ob Sie wollen oder nicht.

PAN, 415 Seiten; 16,99 Euro

Alfons Schuhbeck

Meine Reise in die Welt der Gewürze

Alfons Schuhbeck reist in die Gewürz-Zentrale, den Orient. Er besucht Marrakesch, Damaskus, Istanbul, Beirut und Jerusalem. Dabei schaut er Köchen über die Schulter und lüftet für den Leser das Geheimnis der Gewürze. Zudem serviert der Meisterkoch 150 neue Rezepte, die jeden Gaumen anregen.
Deutschlands Star-Koch erzählt von den erlesensten Dingen, die die Welt zu bieten hat, den Gewürzen. Er verrät, gegen was Ingwer, Kümmel, Zimt & Co. alles helfen und wie man mit ihnen genüsslich kocht. Ein von Anfang bis Ende interessantes, lehrreiches, inspirierendes und tolles Buch! Nehmen Sie sich Zeit und genießen Sie dieses Buch, es gibt Ihnen Hilfestellungen für Ihre Gesundheit und vermittelt geschmackvolle Gourmetgenüsse.

Zabert Sandmann, 393 Seiten; 24,99 Euro

Hörbuch der Woche

Jason Dark

John Sinclair von Folge 65 bis Folge 71

In „Das Vampirnest“ (65) soll ein Wundermittel normale Menschen zu Vampiren machen, ganz ohne Vampirbiss. Ganz schlechte Aussichten für die Menschheit, da muss John Sinclair her. In „Hexenwahn“ (66) versucht die Oberhexe Wikka die Herrschaft an sich zu reißen. John Sinclair muss am Ende auf einem Flussschiff alles riskieren. „Die Gruft mit dem Höllenauge“ (67) führt den Ermittler aufs Land. Dort muss er seinen Eltern unter die Arme greifen, die Schreckliches zu bereichten haben. In „Die Leichenkutsche von London“ (68) jagt dieselbige durch die Stadt und holt sich ihre Opfer. Das Finale steigt dann in einem Technoclub. Kann Sinclair dem ein Ende setzen? „Jack the Ripper kehrt zurück“ (69) bedeutet für Sinclair höchste Gefahr auf privater Ebene. Seine Freundin Jane Collins hat sich kurz zuvor von ihm getrennt und wird nun entführt und ein Dämon nistet sich in ihr ein. Wird Sinclair sie jemals wieder sehen? „Die Hexeninsel“ (70) ist die Fortsetzung von Folge 69. Jane Collins scheint endgültig an den Dämon verloren zu sein. Sinclair versuch alles, um sie zurückzuholen, da bekommt er es auch noch mit Oberhexe Wikka zu tun. In „Der Mann, der nicht sterben konnte“ (71) bekamen in Russland vor über 100 Jahren Bewohner die Auswirkungen eines Meteoriten zu spüren. Heute reist einer von ihnen London um dort Rache zu nehmen.

Neben den „Drei Fragezeichen“ gehört „John Sinclair“ zu den Kult-Hörspielen auf dem Markt! Oberinspektor John Sinclair muss sich wieder in vielen listigen Kämpfen gegen die auf die allumfassende Macht strebende Dämonen-, Hexen- und Totenwelt beweisen. Folge 67 ist was ganz Besonderes. Dort muss sich Sinclair mit Familie und Verwandtschaft auseinandersetzen – zum Grusel gibt’s noch Komik. Auch die Doppelfolge 69 und 70 bietet viel Zündstoff, da Sinclairs große Liebe für immer verloren scheint. In Folge 71 wechselt die Erzählerstimme. Joachim Kerzel wird ersetzt durch Alexandra Lange-Baehr, die u. a. Kim Basinger ihre Stimme leiht und auch alte Hollywoodfilme synchronisiert hat. Leider tut das der Qualität nicht gut, Folge 71 ist von den Sprecherleistungen nicht überzeugend. Ansonsten sind die Sprecherleistungen wie immer großes Kino. Dafür sorgen Joachim Kerzel, Frank Glaubrecht, Detlef Bierstedt, Franziska Pigulla, Martin May, Sandra Schwittau, Dietmar Wunder, Karlheinz Tafel, Ernst August Schepmann, Luise Lunow, Marie Bierstedt, Oliver Kalkofe, Rainer Fritzsche, Sven Plate und viele mehr.

Auch als Taschenbücher und Hefte erhältlich bei Bastei Lübbe.

Lübbe Audio, je 1 CD, je ca. 50 – 60 Minuten; je 7,99 Euro