Kolumne Nr. 67 vom 07.12.2009

Stephen Kingdaumen_rauf

Die Arena

An einem normalen Herbsttag wird die Stadt Chester’s Mill plötzlich auf unerklärliche Weise durch ein unsichtbares Kraftfeld vom Rest der Welt abgeriegelt. Flugzeuge zerschellen daran, Menschen werden verletzt, getötet und für immer voneinander getrennt. Was hat es mit dieser unsichtbaren Wand auf sich? Wird sie jemals wieder verschwinden? Fragen, die sich alle stellen. Aber jetzt gibt es kein Entrinnen – und je mehr die Vorräte zu Neige gehen, desto stärker tobt der bestialische Kampf ums Überleben in dieser unerwünschten Arena …

Stephen King so, wie seine Fans ihn seit Jahrzehnten lieben. Mit „Die Arena“ hat er sich mal wieder selbst übertroffen – was unheimlich schwierig ist. Ein XXXXL-Stephen King! XXXXL-Horror vom feinsten. Ein Buch, das die amerikanische Seele zeigt, politisch und kritisch, ausgereift bis ins Detail. Die Charaktere sind wie immer beim Meister des Grauens so lebendig dargestellt, als ob man mit ihnen lebt. Das macht die Geschichte für einen noch beängstigender. „Die Arena“ ist einfach spektakulär. Ein ganz großer Roman, der alle Gesellschaftsschichten anspricht.

 

Heyne, 1280 Seiten; 26,95 Euro

Giulia Siegeldaumen_runter

Make her crazy!

Auto, Fußball, Terminator-Filme – alles klasse, aber ein richtig werthaltiges Leben führen wir Männer doch nur, wenn wir unsere Traumfrau an unserer Seite wissen. Doch wie kommt man an die Lady ran? Und wie hält man sie dauerhaft an seiner Seite? Das erzählt nun Giulia Siegel. Genau die. Sie weiß, dass das Objekt ihrer Begierde ganz nahe ist, und wenn man die Tipps aus ihrem Buch beherzigt, dann soll es auch immer klappen mit der Traumfrau.

Giulia Siegel steht auf Oralverkehr, leider war noch kein „Oral-Orgler“ am Start, der ihren Ton traf. Viele solche Einsichten in Frau Siegel und natürlich auch Ansichten von Frau Siegel über das Kennen lernen, Dates, Sex, Liebe, Streit und schön sauber, auch wieder das Trennen, wenn nur die Teller fliegen, liefert dieses, ihr zweites Buch. Eine Frau die durch die Klatschspalten wandert wie Luis Trenker früher die Berge erklommen hat, und zudem keine Party links liegen lässt, hat einen Fundus, aus dem sie berichten kann. Aber wirklich wissen will man daraus nichts, spätestens wenn man das Buch gelesen hat, weiß man das. Die Männer werden dadurch nicht mehr Frauen kennen lernen und die Frauen, die Männer nicht besser verstehen. Aber ein netter Versuch war es.


Marion von Schröder, 272 Seiten; 14,90 Euro

Alyson Noëldaumen_rauf

Evermore – Die Unsterblichen

Ever, 16, verliert bei einem Autounfall ihre gesamte Familie – sie überlebt als Einzige. Zuvor ein It-Girl, ist sie nun eine Außenseiterin und in sich gekehrt. Das ändert sich, als sie Damen zum ersten Mal in die Augen blickt. Damen sieht verdammt gut aus und berührt Ever zutiefst. Dennoch ist sie irritiert. Seitdem sie dem Tod nahe war, besitzt sie die Fähigkeit, die Gedanken der Mensche um sie herum zu hören und ihre Aura zu sehen. Nicht so bei Damen. Doch wie kann das möglich sein. Bei den einzigen Menschen, bei denen sie ihre Gabe nicht hat, sind Tote. Doch Damen ist höchst lebendig. Und er will etwas von ihr. Aber warum ausgerechnet von ihr?

Es gibt viele Autorinnen die Stephenie Meyer schriftstellerisch nahe kommen wollen, Alyson Noel schafft das bisher am besten. Die Figuren Ever und Damen sind solche Sympathieträger, es kommen einem unweigerlich Bella und Edward, das Liebespaar des neuen Jahrtausends, ins Gedächtnis. Der Vergleich drängt sich auch auf, weil die beiden Akteure im gleichen Alter sind wie Bella und Edward und die Highschool auch eine tragende Rolle spielt. Wer ähnliche Kost wie „Twilight“ lesen will, aber ohne Vampire, der sollte hier zugreifen. Unsterblich romantisch! Unsterblich schön! Unsterblich dramatisch! Das nächste Buch, der auf fünf Teile angelegten Geschichte, „Der blaue Mond“ ist kaum zu erwarten. In den USA stürmten beide Bände die Bestsellerliste.


Page & Turner, 374 Seiten; 16,95 Euro

Jenny-Mai Nuyendaumen_rauf

Feenlicht

Als die junge Sturmjägerin Hel ausgesandt wird, um vier Dämonen zu finden, steht alles auf dem Spiel: die Zukunft der Magie sowie der Frieden zwischen den Zwergen, Isen und Menschen.
Der erste Band aus der Trilogie um „Die Sturmjäger von Aradon“. Unser jüngstes Fantasy-Autorenstar-Talent mit ihrer ersten Trilogie. Und wieder stellt sie unter Beweis, dass sie zu den Besten der Besten in Fantasy-Deutschland gehört.

 

cbt, 412 Seiten; 18,95 Euro

Jennifer Lynn Barnesdaumen_rauf

Tattoo

Mit ihren vier Klebe-Tattoos werden Bailey und ihre Freundinnen beim Abschlussball allen die Show stehlen. Doch die Tattoos sind nicht nur sexy, sondern sie verleihen noch dazu übersinnliche Fähigkeiten.
Jennifer Lynn Barnes hat schon mit ihren Jungendbüchern „Golden“ und „Platin“ hervorragende, übersinnliche Geschichten geschrieben. „Tattoo“ ist heißes, mystisches und humorvolles Teen-Abenteuer und dabei ist es aber nie überdreht.

 

Bloomsbury, 267 Seiten; 9,90 Euro

Hörbuch der Woche

Richard Powersdaumen_rauf

Das größere Glück

Chicago. Eine junge Frau, die strahlt vor Glück, lebt völlig ohne Zorn, alle Freunde und Bekannte kreisen um sie. Dabei stammt sie aus Algerien, einem Hexenkessel der Gewalt, dem sie nur knapp entging. Kennt sie das Geheimnis des Glücks, besitz sie gar das „Glücks-Gen“? Laboratorien und Fernsehshows reißen sich um sie, ein Karussell, das sich immer schneller dreht, bis sie alles zu verlieren droht.

Der Magier der amerikanischen Literatur zaubert wieder. Ein Roman, der einem vorkommt wie ein großer Fundus an literarischen Tricks und Kniffen. „Das größere Glück“ ist eine Geschichte über Leidenschaften, Liebe, das Glück und wie man die Welt mit anderen Augen sehen kann und von Betrug und Täuschung. Für die Romane von Richard Powers könnte man keinen besseren Vorleser finden als Ulrich Matthes. Der Fernseh- und Kinostar verleiht mit seiner ganz eigenen Sprachvielfalt der Geschichte immer den optimalen Klang.

Auch als Hardcover erhältlich bei S. Fischer, 22,95 Euro.

Argon Hörbuch, 8 CDs, 566 Minuten; 29,95 Euro

Kolumne Nr. 68 vom 14.12.2009

Diana Gabaldondaumen_rauf

Echo der Hoffnung

1777. Die Zeichen für einen Sieg der Kolonien im Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten stehen schlecht. Nur Claire Randall, die Zeitreisende aus dem 20. Jahrhundert, und ihr Mann Jamie Fraser, die Liebe ihres Lebens, wissen, dass es ihnen gelingen wird. Jamie ist für die aufständischen Amerikaner, sein unehelicher Sohn William kämpft auf britischer Seite. Jamie setzt auf das geschriebene Wort, dazu braucht er eine Druckerpresse, und die steht immer noch in Edinburgh. Auch 1979 geschehen viele außergewöhnliche . Dort lebt Claires Tochter Brianna zusammen mit ihrem Mann Roger. Sie muss erkennen, das die Highlands auch in der Gegenwart noch voller gefährlicher Geheimnisse sind.

Endlich sind sie wieder da: Claire und Jamie – das Liebespaar, das die Jahrhunderte überdauert. Im 7. Teil der Highland-Saga legt Diana Gabaldon großen Wert auf detailtreue über den Unabhängigkeitskrieg. Eine große Geschichtsstunde wartet auf den Leser. Das, und die Verbindungen zu der Gegenwart machen Diana Gabaldon zu einer moderne Historienkönigin! Das Personal in „Echo der Hoffnung“ ist sehr breit aufgestellt. Der Leser sollte also Geduld und Vorkenntnisse mitbringen, um auch diesen Band in vollen Zügen genießen zu können. Und dann bleibt nur der Schluss: dieses Buch ist kolossal. Kämpfen Sie nicht gegen das Nichtlesen dieses Buches an – Sie werden so und so verlieren.

Auch als Hörbuch erhältlich bei Random House Audio, 24,95 Euro.

Blanvalet, 1014 Seiten; 24,95 Euro

Michael Jürgsdaumen_rauf

Seichtgebiete – Warum wir hemmungslos verblöden

Alle wissen es, kaum einer schreit auf: Ob falsche Betroffenheit in Talkshows oder Daily Soaps, prollige Vorbilder wie Mario Barth oder Dieter Bohlen, von Supernanys statt von ihren Eltern erzogene Kinder, vom Feuilleton zu Ikonen der Subkultur stilisierte Bestsellerautoren á la Roche, Bushido und Co. – überall breiten sich die Seichtgebiete aus. Michael Jürgs beleuchtet dies.

„Warum wir hemmungslos verblöden“ ist ein saublödes Buch. Denn alleine vom lesen des Wortes blöd, dass in diesem Buch unzählige Male vorkommt, besteht die Chance, zu verblöden. Natürlich ist das Buch auch seicht, denn so viel zusammengefassten Blödsinn in einem Buch zu finden, dazu muss im Autor selbst der kulturelle Untergang weit fortgeschritten sein. Ex-STERN-Chefredakteur Jürgs fasst zusammen, wie Medien uns zu vollkommen Idioten machen. Zulassen muss man es natürlich. Und hier ist Jürgs Buch einfach ein ganz großer Blödsinn. Denn er geht davon aus, dass sich das Volk verblöden lässt. Millionen schließen sich dieser Verblödung nicht an. Wir bekommen nun nur alles mit, wie wenig Hirnaktivitäten bei dem ein oder anderen vorherrschen. Aber das war in anderen Jahrzehnten nicht anders, nur gab es dafür keine Plattform, die nun da ist, das TV, die vielen Zeitungen, das Internet. Und auch Herr Jürgs bedient sich dieser Medien, in dem er dieses hemmungslos blöde Buch geschrieben hat.

 

C. Bertelsmann, 256 Seiten; 14,95 Euro

Anthony E. Zuiker & Duane Swierczynskidaumen_rauf

Level 26 – Dark Origins

Strafverfolgungsbehörden teilen Mörder in verschiedene Kategorien ein. Angefangen bei Zufallstätern der Stufe 1 bis hin zu Folterern und Schlächtern der Stufe 25, deren Grausamkeit und Perversität extrem ist. Kaum jemand weiß, dass eine neue Kategorie entstanden ist. Level 26. Seine Opfer: Jeder. Seine Methoden: Alles, was ihm geeignet erscheint. In dieser Kategorie befindet sich bisher nur einer, der gefährlichste Killer der Welt, Sqweegel. Und nur ein Mann kann ihn stoppen: Steven Dark. Ehemaliger Kopf einer streng geheimen Spezialeinheit. Doch Steven hat dem zerstörenden Job abgeschworen. Aber der Tag kommt, in der Steven handeln muss …

„Level 26“ ist ein Thriller der Erzählform 2.0, wie es Anthony E. Zuiker (dem Schöpfer von CSI, der weltweit erfolgreichsten Fernsehserie) es in seinem nicht vor Bescheidenheit strotzenden Vorwort verkündet. Auf der Seite www.level26.com können ergänzende Filme zur Geschichte angesehen werden. Die Codes dazu gibt es im Buch. Davon ganz abgesehen ist „Level26“ ein Thriller, den man gelesen haben muss. Ein harter Psycho-Schocker, der sie nicht mehr ruhig schlafen lassen wird. Er wird sie verfolgen, er wird sie verstören, er wird nicht mehr aus Ihren Träumen weichen. Mit einem Killer, gegen den wahrlich viele andere literarische Serienkiller ein Mauerblümchen sind. „Level 26“ ist im Stile eines James Patterson geschrieben. Hat man ein Kapitel zu Ende, MUSS man das nächste lesen. Bis zum Schluss erhöht sich der Puls kontinuierlich und hat man dann den letzten Satz gelesen, setzt der Puls aus, so schockiert ist man. Der zweite Teil der Trilogie ist kaum mehr zu erwarten.


Lübbe, 428 Seiten; 14,99 Euro


Gerard Donovandaumen_rauf

Winter in Maine

Die Wälder von Main, kalt und einsam. Julius lebt dort alleine mit seinem geliebten Pitbullterrier Hobbes. Als sein Hund erschossen wird, offenbar absichtlich, zieht er los um Rache zu üben.
Wenn Sie den Winter, die Kälte, die Einsamkeit das ganze Jahr hautnah spüren wollen, dann lesen Sie dieses Buch. Julius’ Weg folgt man voller Spannung auf Schritt und Tritt – bis zum Schluss.

 

Luchterhand, 208 Seiten; 17,95 Euro

Greg Kincaiddaumen_rauf

Ein Hund zu Weihnachten

Dezember, eine Farm in Kansas. Der junge Todd möchte gerne einen Hund aus dem Tierheim – nur für die Weihnachtswoche. Doch dieser Besuch löst eine Kette an Ereignissen aus.
Ein wunderschönes Buch, in dem jede Seite ans Herz geht – nicht nur in der Weihnachtszeit. Und wer Tiere liebt, kommt an „Ein Hund zu Weihnachten“ nicht vorbei.

 

Page & Turner, 189 Seiten; 14,95 Euro

Hörbuch der Woche

Wulf Dorndaumen_rauf

Trigger

Der Fall einer misshandelten Patientin wird für die Psychiaterin Ellen Roth zum Alptraum: Die Frau behauptet, vom Schwarzen Mann verfolgt zu werden. Kurz darauf verschwindet sie spurlos. Bei ihren Nachforschungen wird auch Ellen zum Ziel des Unbekannten. Er zwingt sie zu einer makaberen Schnitzeljagd um ihr Leben und um das ihrer Patientin.

Wulf Dorn wandelt auf den Spuren von Sebastian Fitzek. Dorns Debüt „Trigger“ ist von ähnlich hoher Qualität wie damals Fitzeks Debüt „Die Therapie“. „Trigger“ ist ein Verwirrspiel für den Leser und eine beängstigende Tour durch die menschliche Psyche. Mit einem erleuchtenden Twist am Ende. Heyne und Random House Audio haben die Autoren-Supertalente unter Vertrag, die nicht nur klasse Krimis- und Thriller schreiben, sondern diese auch noch selbst, mit nicht weniger Klasse, vorlesen. Sabine Thiesler ist da vorneweg zu nennen und nun auch Wulf Dorn. Er liest so, als ob er schon hunderte Hörbücher gesprochen hätte. Er hat eine Sprachvielfalt, die den Zuhörer begeistert.

Auch als Taschenbuch erhältlich bei Heyne, 9,95 Euro.

Random House Audio, 6 CDs, 430 Minuten; 19,95 Euro

Kolumne Nr. 69 vom 21.12.2009

Carsten Sebastian Henndaumen_rauf

Blut & Barolo

Seit Jahrhunderten schon stehen Pharaonenhunde vor dem Turiner Grabtuch im Duomo di San Giovanni Wache. Der unerfahrene Amadeus hat seinen Dienst gerade erst angetreten, da wird das Tuch geraubt – und seine stolze Sippe verstößt ihn. Verzweifelt versucht er, den Tätern auf die Spur zu kommen – genau wie die beiden liebenswerten Schnüffler Giacomo und Niccoló. Im Park des Jagdschlosses Stupingi nimmt Giacomo die Witterung des legendären Grabtuchs auf. Doch wer steckt hinter dem Raub? Für die cleveren Vierbeiner beginnt eine wilde Jagd.

Ein wahrlich echter Hundekrimi, der einem Krimi nur mit Menschen in nichts nachsteht. In diesem Genre des tierischen Krimis hat Carsten Sebastian Henn spätestens mit seinem zweiten Fall („Tod und Trüffel“ war der 1. Fall) für die beiden ungleichen Hundeermittler Giacomo & Niccoló den Spitzenplatz erobert – weltweit! Nicht wie in vielen anderen Krimis dieser Art, wie z. B. Rita Mae Brown mit Katzen und anderen Tieren, in denen es wohl um die literarischen tierischen Hauptdarsteller gehen sollte, diese aber nur als Randfiguren auftauchen. Henn hält was das Cover verspricht. Fast auf jeder Seite ist ausschließlich Hund im Einsatz, genau so soll es sein. Dabei ist das Buch nicht nur tierisch spannend, sondern dazu gibt’s auch noch tierisch viel Humor.


List, 344 Seiten; 14,90 Euro

Monica Alidaumen_raufdaumen_runter

Hotel Imperial

In dem einst glanzvollen Hotel Imperial führt der Küchenchef Gabriele Lightfoot ein strenges Regiment. Trotz des enormen Drucks, unter dem er täglich steht, scheint sich die jahrelange harte Arbeit endlich auszuzahlen. Doch dann taucht in den Katakomben der Hotelküche ein Toter auf – und alles in Gabriels Leben gerät ins Wanken. Denn er hat nicht nur an der Küchenfront zu kämpfen …

Monica Ali feierte mit ihrem Debütroman „Brick Lane“ einen Welterfolg. Mit ihrem zweiten Buch ging es dann aber schon bergab, es fand viel weniger Leser. Nun ihr drittes Buch „Hotel Imperial“. Was für ein Name. Ich hatte einen großen Gesellschaftsroman vor Augen, der in diesem Hotel spielt und viele unterschiedliche Charaktere beleuchtet – vom Manager bis zum Gast. Leider geht es in diesem Roman um einen Koch, der versucht seinen Weg zu gehen. Es gibt einen Toten und noch die Kritik der in Bangladesch geborenen Ali darüber, wie die Ausländer in England leben. Ein Küchenallerlei, das nicht funktioniert.

 

Droemer, 553 Seiten; 19,95 Euro

James Freydaumen_rauf

Strahlend schöner Morgen

Dylan liebt Maddie und ist mit ihr unterwegs nach L. A., Stadt der Hoffnung so vieler Menschen auf eine bessere Zukunft. Die Filmstars Amberton und Casey sind nur zur Tarnung verheiratet und ständig auf der Suche nach Sex und Bewunderung. Esperanza aus Mexiko verdient ihr Geld im Haushalt einer tyrannischen Lady und verliebt sich in deren Sohn. Der Obdachlose Old Man Joe entdeckt seine Mitmenschlichkeit, als er ein drogensüchtiges Mädchen zusammengeschlagen hinter einer Mülltonne findet. Das sind sie, die unterschiedlichsten Menschen aus L.A. Ihnen und anderen begegnet der Leser auf jeder Seite.

James Frey hat 2003 mit dem Buch „Tausend kleine Scherben“ seinen Durchbruch. Ein Skandalbuch, da er sein Leben als Drogensüchtiger, Knacki etc. beschrieb, das zum Grossteil aber frei erfunden und somit gelogen war. Mit „Strahlend schöner Morgen“ hat er seinen ersten Roman vorgelegt. Der „kriminelle“ Literat hat damit einen großen Wurf gelandet. Zu vergleichen mit „L. A. Crash“, dem, mit dem OSCAR ausgezeichneten und weltweit erfolgreichen Kinowerk. Beim Lesen atmen Sie Los Angeles, sie spüren den Spirit der Stadt, den Drive, aber Sie sehen auch das Moloch, das Zerstörirische, die Unerbittlichkeit der Wunderland-City, die kleinen Träume, die in Erfüllung gehen, ergänzen das zerbrechliche Universum. Sie erleben Leben der ganz besonderen Form, diese erzählt James Frey in einem höchst genialen Ton. Man wird süchtig nach dieser Sprache, sie kommt wie eine große Welle über einen. James Frey hat mit „Strahlend schöner Morgen“ das L.-A.-Meisterwerk geschrieben!

 

Ullstein, 592 Seiten; 22,90 Euro

Disneydaumen_rauf

Ich, Donald Duck – Big Black Books 1

Die beliebteste Ente der Welt hier von den Künstlern Vicar, Marco Rota, Romano Scarpa, Daniel Banca und Giorgio Cavazzano in Szene gesetzt.
Wer Donald-Duck-Fan ist, kommt an diesem riesigen und wundschön gestalteten Buch nicht vorbei. Comics zum totlachen und mittrauern, wie dumm es für den armen Donald immer läuft.

Ehapa Comic Collection, 190 Seiten; 29,95 Euro


Roberta Pianaro / Donna Leondaumen_rauf

Bei den Brunettis zu Gast

Die Köstliches mit und ohne Kalorien: 91 Rezepte, wie sie Paola in den Brunetti Romanen kocht.
Da die Brunetti-Romane immer schlechter werden, ist dieses Buch ein großer Lichtblick. Ein Kochbuch, das einzigartig auf dem Buchmarkt ist. Von der Vorspeise, über verschiedene Gänge, bis zur Nachspeise, dieses Buch ist rundum ein großer Genuss! Für das Augen, den Magen und den Geist.

 

Diogenes, 288 Seiten; 22,90 Euro

Hörbuch der Woche

Lisa Jacksondaumen_rauf

Angels – Meine Rache währt ewig

Kristi Bentz kehrt an ihr altes College zurück, um Englisch zu studieren und einen Krimi zu schreiben. Dafür sucht sie nach realen Fällen. Sie hat gehört, dass dort im vergangenen Jahr vier Studentinnen verschwunden sind. Ihre Ermittlungen führen sie zu einer dubiosen Sekte, die sich einem Vampir-Kult verschrieben hat. Und kurz darauf ist Kristi im Visier des Killers.

Ein aktueller Thriller, der Gänsehaut verursacht! Mit einem Ende von historischem Ausmaß. Blut fließt in diesem Buch in großem Maße. Wer „Shiver“ und „Cry“ gelesen hat, wird auch „Angels“ verschlingen. Gelesen wird der neue Thriller von Lisa Jackson wieder von Franziska Pigulla. Eine der renommiertesten Sprecherin Deutschlands (sprach u .a. Scully in „Akte X“) verleiht mit ihrer markant herben Stimme der Story den richtigen Touch.

Auch als Hardcover erhältlich bei Knaur, 14,95 Euro.

Lübbe Audio, 6 CDs, 411 Minuten; 19,95 Euro

Kolumne Nr. 70 vom 28.12.2009

Claudia Graydaumen_rauf

Evernight

Bianca soll auch auf das Evernight-Internat gehen. Eine Eliteschule, in der alle anderen Schüler einfach zu perfekt sind – zu clever, zu schön, zu rücksichtslos. Bianca weiß, das sie niemals dazugehören wird, und reißt aus. Noch auf dem Gelände der Schule läuft sie Lucas in die Arme. Der junge Mann ist ebenso ein Einzelgänger wie sie. Bianca merkt, dass es eine besondere Verbindung zwischen ihr und Lucas gibt, eine Anziehungskraft, die jedes normale Maß übersteigt. Doch Lucas ist von dunklen Geheimnissen umgeben – Geheimnisse die alles in Frage stellen, woran Bianca jemals geglaubt hat …

Die „Twilight“-Welle rollt unaufhörlich. Nicht erst seitdem „New Moon“, der zweite Teil der Saga, auch im Kino viele Rekorde gebrochen hat. Doch die „Twilight“-Saga ist literarisch zu Ende. Es muss neuer Stoff her, der die Leser ähnlich begeistern kann. Eine dieser Buchreihen, die aus der Masse herausstechen, ist „Evermore“ von Alyson Noel. Eine zweite nun ist „Evernight“ von Claudia Gray. Sie werden „Evernight“ verschlingen. Ich konnte niemals aufhören zu lesen. Bianca geht einem sofort zu Herzen und sie bewegt einen bis aufs Blut. Eine Figur die rundum begeistert. Wenn Sie Stephenie Meyer und Alyson Noel gelesen haben, dann sollten Sie nun unbedingt auch Claudia Gray lesen. Die „Evernight“-Reihe werden Sie immer lieben – bei Tag und bei Nacht.


Penhaligon, 384 Seiten; 18,95 Euro

Laura Bastiandaumen_runter

Die Rose von Radwick

England im 12. Jahrhundert. Die junge Megan wird mir Lord Solvey verheiratet, nachdem dieser seine Frau verstoßen hat, da sie ihm keinen Sohn gebären konnte. Auf Megan lastet ein hoher Druck, denn nur ein Nachkomme kann sicherstellen, das Burg Radwick im Besitz der Solveys bleibt. Doch Megans Mann ist zeugungsunfähig. Da macht Erik Arrondal, der persönliche Berater Lord Solveys, Megan ein Angebot: Er ist bereit, anstelle des Lords ein Kind mit ihr zu zeugen …

„Die Rose von Radwick“, der Debütroman der deutschen Laura Bastian, ist ein arg dünner Historienroman. Auf 352 Seiten kann man das England des 12. Jahrhunderts nicht in seiner vollen Blüte auferstehen lassen. So fehlt es an jeder Ecke an Intensität und Details. Die Charaktere wandeln zwar in der Historie durch den Roman, aber beim Leser kommt dabei nur selten das Gefühl auf, das der Roman wirklich im 12. Jahrhundert spielt. Der Schreibstil ist positiv, zügig kommt man durch den Roman. Darauf lässt sich aufbauen. Vielleicht ist Laura Bastians nächstes Werk detailreicher.

 

Goldmann, 352 Seiten; 8,95 Euro

Katharina Münkdaumen_rauf

Die Insassen

In der Nervenklinik St. Ägidius treffen drei ehemalige Topmanager und eine frühere Chefsekretärin als Patienten aufeinander. Nur einer von ihnen ist einigermaßen klar im Kopf geblieben. Er glaubt allerdings, dies sei gar keine Anstalt, sondern seine eigene Firma. Seine Frau hat ihm das gesagt und der hat den Vertrag unterzeichnet, er ist nun der Chef. Ein Börsengang schwebt ihm vor. Und so verliert er keine Zeit, sein Unternehmen mit Hilfe der anderen Insider flott zu machen. Durch moderne Hilfsmittel wird der Börsengang zu einem vollen Erfolg. Zunächst jedenfalls.

Ein Buch, das den Zeitgeist widerspiegelt. Es trifft den Nagel auf den Kopf, wie es zugeht in unserer hoch entwickelten Gesellschaft. Und eins ist auch sicher: Humor brauchen Sie bei den „Insassen“ nicht zu suchen, den finden Sie auf jeder Seite. Aber trotz der Komik hat das Buch auch seine ernsten Seiten. Immer mehr Menschen in Toppositionen und auch anderswo verlieren sämtliche Nerven die sie haben, das Burnout folgt. Ein Topthema in Katharina Münks Roman. Ein weiteres ist die vollkommen ohne Grenzen agierende Spekulationswirtschaft.


dtv, 217 Seiten; 13,90 Euro

Nick Lakedaumen_rauf

Im Königreich der Kälte

Light ist ein ungewöhnliches Mädchen. Als ihr Vater bei einer Polarexpedition verschwindet, ist sie die einzige, die ihn retten kann.
Nick Lake hat einen eiskalt guten fantastischen Abenteuerroman geschrieben. “Im Königreich der Kälte“ entführt sie in eine andere Welt aus Eis und Schnee. Wunderbar zu lesen.

 

PAN, 382 Seiten; 14,95 Euro

Ingried Wohllaibdaumen_rauf

Gasthauskind

Ein schwäbisches Dorf in den 50ern. In der trügerischen Provinzidylle, zwischen Bierkrügen und Stammgästen, Kirchensonntagen und Tanzabenden, wächst Isabel auf. Sie erzählt uns ihre Sicht der Dinge.
„Gasthauskind“ ist in einem stakkatohaften Tagebuchstil erzählt. Ungewöhnlich, aber gut wird Isabels Leben geschildert. Ingried Wohllaib erzeugt Bilder, die sich einbrennen.

 

Piper, 202 Seiten; 16,95 Euro

Hörbuch der Woche

Anne Frankdaumen_rauf

Tagebuch

Für Anne Frank war ihr Tagebuch in der Enge des Verstecks mit der Familie Frank zusammen im Hinterhaus Prinsengracht 263 in Amsterdam Ersatz für eine Freundin und Gesprächspartnerin, Ventil für Sorgen und Unmutsausbrüche, alle Gefühle lies sie einfließen auch von der ersten Liebe, ihrem zum Frau-sein-werden und natürlich jede kleinste Nachricht über den Stand des 2. Weltkrieges. Zugleich war ihr Tagebuch auch ein Übungsfeld für ihr schriftstellerisches Talent, das zweifellos vorhanden war.

Das Tagebuch der Anne Frank wird als eines der bewegendsten Dokumente der Judenverfolgung im Nationalsozialismus angesehen. Und wer dieses Hörbuch eindringlich gehört hat, der wird wissen, warum das so ist. Man lebt mit Anne Frank in ihrem kleinen Versteck, spürt ihre Ängste, ihre Sehnsüchte, Ihr Leid, ist unheimlich traurig und verbittert. Und plötzlich ist es dann zu Ende. Wenn man könnte, würde man auch jetzt noch helfen wollen wo es nur geht. Gelesen wird das Tagebuch von Fritzi Haberland. Einer der ausdruckstärksten deutschen Jungschauspielerinnen und der optimalen Stimme für diesen Text. Fritzi Haberland verkörpert Anne Frank.

Auch als Taschenbuch erhältlich bei Fischer, 7,95 Euro.

Argon Hörbuch, 9 CDs, 635 Minuten; 29,95 Euro