Kolumne Nr. 71 vom 04.01.2010

Colin Harrisondaumen_rauf

Im Schlund des Drachen

New York. Zwei Mitarbeiterinnen einer Reinigungsfirma werden bei einem grausamen Anschlag getötet. Jin Li nicht. Sie war das eigentliche Ziel. Sie verständigt ihren kriminellen Bruder Chen in Schanghai, der dort zum schwerreichen Finanzjongleur aufgestiegen ist. Jin Li ist aber nun verschwunden. Chen nimmt sich ihren Ex-Lover Ray vor. Aber Ray, ein Ex-Feuerwehrmann und keineswegs zimperlich, kann fliehen. Alleine muss er sich nun durch den New Yorker Untergrund arbeiten. Und er gerät dabei zwischen mächtige Personen mit höchst gegensätzlichen Interessen.

Colin Harrison hat schon so manch verachteten Klassiker der Thrillerliteratur geschrieben, darunter „Afterburn“, „Der Anwalt“ und „Havana Room“. Mit seinen starken Charakteren zieht er einen magisch in jede Geschichte. Nicht anders ist es nun bei „Im Schlund des Drachen“. Jin Li und Ray muss man folgen, ob man will oder nicht. Zudem bearbeitet Colin Harrison in seinem Roman das kloakentiefe globale Börsen- und Finanzsystem. Er öffnet einem die Augen vor etwas, was man am besten gar nicht wissen sollte, sonst besteht die Gefahr, sich vor Ärger und Wut zu übergeben. Und Sie werden das graue und stinkende New York kennen lernen, ein Einblick, der Ihnen die Horrorseiten dieser Bigcity zeigen wird.

 

Droemer, 445 Seiten; 16,95 Euro

Gaby Hauptmanndaumen_runter

Das Glück mit den Männern

Neunzehn Geschichten über die Liebe, Frau und Mann. Ob zehn Jahre verheiratet wie in „Französische Errungenschaften“ frisch verliebt wie in „Erstes Prickeln“ oder im Stadium „Bis das der Tod euch scheidet“ – Gaby Hauptmann schreibt das, was sie immer schreibt …

… und das von mal zu mal schlechter. Gaby Hauptmann verkommt von der einst gefeierten witzigen und spritzigen Bestsellerautorin immer mehr zum tödlich langweiligen Rohrkrepierer. Sie schreibt nur noch belanglos, ohne jeden Witz, ohne jede Spritzigkeit, ohne irgendwas. Das zu lesen ist qualvoll, weil es nichts gibt, was einen aufheitert im immer gleichen hauptmännischen Beziehungsallerlei. „Das Glück mit den Männern“ sind Geschichten für ganz billige Illustrierte, die man nicht lesen will.

 

Piper, 186 Seiten; 7,95 Euro

Petra Durst-Benningdaumen_rauf

Die Zarentochter

Olga Nikolajewna Romanowa (1822 – 1892) wird als Tochter des russischen Zaren Nikolaus I. geboren. In prächtigen Palästen und Residenzen wird sie zu einer zukünftigen Regentin erzogen. Das Ziel von Zar Nikolaus ist es, seine Töchter politisch klug zu verheiraten, um die Macht Russlands zu stärken. Doch Olga weiß schon früh, dass der goldene Käfig ihr nicht genug ist. Sie findet ihre große Liebe, aber das politische Kalkül der Königshäuser nimmt auf Gefühle keine Rücksicht.

Petra Durst-Benning hat wieder einen historischen Roman geschrieben, der einen ganz schnell in eine andere Epoche versetzt und man wandelt während des Lesens darin, so als ob man selbst Teil der Geschichte ist. Die Geschichte der Olga Nikolajewna Romanowa ist die einer starken Frau, die in einer Zeit, in der widerspruchslos anzunehmen war, was einem von Familien wegen vorgegeben wurde, versucht ihren eigenen Weg zu gehen. Für sich selbst und für die Liebe. Ich kann mein Zitat von vor ein paar Jahren nur wiederholen: Petra Durst-Benning ist eine von Deutschlands First Ladys des historischen Romans.


List, 424 Seiten; 19,95 Euro

 


Honoré de Balzacdaumen_rauf

Glanz und Elend der Kurtisanen

Der Dichter Lucien de Rubempré und der Bankier de Nucingen rivalisieren um die Kurtisane Esther.
Die Werke von Balzac (1799 – 1850) gehören zu den Schätzen der Weltliteratur. Diogenes hat diese Schätze in einer neuen Edition herausgegeben, die es jetzt als Taschebuch gibt. Wer noch keinen Balzac gelesen hat, kann nun staunen und begeistert sein über die weitsichtigen Geschichten des Enfant terrible und Ausnahmeautors. „Glanz und Elend der Kurtisanen“ ist eines seiner besten Werke!


Diogenes, 814 Seiten; 12,90 Euro

Clancy Martindaumen_rauf

Verkaufen

Bobby Clark ist von der High School geflogen, steigt dann aber groß ins Uhren- und Schmuckgeschäft ein. Bobby ist ein Naturtalent wenn es ums verkaufen geht. Dies ist seine Geschichte.
Cool, easy, gemein, hinterhältig und sexy– lernen Sie alles, was Sie über das Verkaufen noch nicht wussten oder nie wissen wollten.

 

Berlin Verlag, 317 Seiten; 19,90 Euro

Hörbuch der Woche

Darren Shandaumen_rauf

Mitternachtszirkus

Darren Shan ist ein gewöhnlicher Teenager. Bis er mit seinem Freund Steve die kuriose „Cirque du Freak!“-Show besucht – eine Nacht, die sein Leben für immer verändern wird. Der Spinnenbeschwörer Mr. Crepsley vom Wander-zirkus ist nämlich ein echter Vampir. Um seinen Freund zu retten, wird Darren zum Halbvampir und schließt sich der grotesken Gemeinschaft umherziehender Artisten an.
Dabei gerät er mitten in einen tödlichen Vampirkrieg …

„Mitternachtszirkus“ wurde 2009 in Hollywood verfilmt. Er konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Kosten von 40 Millionen $ steht ein weltweites Einspiel von nur 16,7 Millionen $ gegenüber. Katastrophal! Aber die Geschichte ist das keineswegs. Sie ist ein fantastischer Trip, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Darren Shan wird zum echten Kumpel, dessen Geschichte man gierig anhört. „Mitternachtszirkus“ ist eine ganz große Show! Vor allem auch, weil sie von Jens Wawrczeck, der Peter Shaw von den „Drei ???“, gelesen wird. Er macht mit seiner Stimme aus dem Roman mehr, als Hollywood das je geschafft hätte.

Auch als Taschenbuch erhältlich bei PAN, 9,95 Euro.

der Hörverlag, 15 CDs, 1046 Minuten; 29,99 Euro

Kolumne Nr. 72 vom 11.01.2010

P. C. Cast und Kristin Castdaumen_rauf

House of Night 1 – Gezeichnet

Die 16-jährige Zoey hasst ihr Leben. Ihre Patchwork-Familie ist der absolute Horror, und die Highschool ödet sie an. Aber dann erkennen Vampyr-Späher in Zoey eine Auserwählte. Jetzt ist Zoey Gezeichnet und unwiderruflich auf dem Weg, ein Vampyr zu werden. Überleben kann sie diese Wandlung nur ein einem Ort: im House of Night, dem Internat für Vampyre. Hier geht es auch um den ganz normalen Wahnsinn, aber auch um Macht und Magie, um Leben und Tod. Und Zoey ist kein gewöhnlicher Vampyr, sondern eine Auserwählte der Vampyrgöttin Nyx. Und die hat Großes mit ihr vor …

Treten Sie ein, in das „House of Night“. Sie werde erleben, wie vampyrisch unsere Welt ist. Seien Sie nicht verwundert, wenn sie danach die Ihnen bekannte Welt mit anderen Augen sehen werden. „House of Night“ ist das „Twilight“ der nächsten Generation. Allein sprachlich bewegt sich die überaus erfolgreiche Reihe (8 Millionen Leser in den USA, erscheint in 40 Ländern) des Mutter-Tochter-Autorinnengespanns auf einer ganz anderen Ebene – hip, abgefahren, trendy und nicht wenig blutrünstig. Es ist eine groß angelegte monumentale Vampyr-Saga – „Harry Potter“ goes „Twilight“. Sie werden sich in Ihrem Haus oder in ihrer Wohnung im Bett verkriechen und eine Lesenacht der nächsten folgen lassen – mit der Saga „House of Night“ in der Hand und Schweißperlen auf der Stirn. Band 2 folgt im April 2010.

 

FJB, 437 Seiten; 16,95 Euro

Rita Mae Browndaumen_runter

Dem Fuchs auf den Fersen

In der Halloweennacht wird Al Perez, Fundraiser der Mädchenschule Custis Hall, ermordet aufgefunden. Der junge Familienvater war allseits beliebt, und kein Motiv scheint plausibel. Als Schulleiterin Norton die Antiquitäten, die im Besitz der Schule sind, schätzen lässt, kommen Gerüchte auf. Sind es Fälschungen? Sister Jane vermutet Betrug – und das weitere Menschen in Gefahr sind. Sie beginnt zu ermitteln, unterstützt von Füchsen, Eulen, Katzen und Hunden.

Oh weh, oh weh. Wenn eine Geschichte von 289 Seiten schon mit einer 9 Seiten langen Personen- und Tieraufzählung über die mitwirkenden Persönlichkeiten beginnt, weiß man schon, das Rita Mae Brown ihren nächsten Katastrophenroman verfasst hat. Nicht nur, dass ihre Geschichte, wie gewohnt, vor Langweile überquellt, dass sogar dem Fuchs die Füße einschlafen, nein, auch tritt keine Verbesserung bei den Tieren auf, die mitwirken. Groß angekündigt, dass wieder viele Tiere mitwirken, bekommen sie kaum Szenen im Buch. Das wäre so, als wenn man Brad Pitt als Hauptdarsteller eines Films präsentiert und er gerade mal eine Minute darin auftritt. Und von einem humorigen Krimi will man bei diesem Buch wahrlich nicht sprechen, das würde so viele andere Bücher dieses Genres bis aufs Mark beleidigen.


Ullstein, 296 Seiten; 19,90 Euro

Silvia Rothdaumen_rauf

Schattenriss

Wiesbaden. Schwer bewaffnet stürmen Männer die Sparkassenfiliale der Innenstadt. Sie erschießen einen Kassierer und nehmen die übrigen Bankangestellten und Kunden als Geiseln. Unter ihnen ist zufällig auch Kommissarin Heller. Doch warum interessieren sich die Männer beim Überfall so für den Filialleiter, der gerade auf Dienstreise ist? Die Gangster verschanzen sich mit ihrem Gefangenen schließlich in einer stillgelegten Fabrik. Ihre Forderungen geben den Ermittlern Rätsel auf. Kommissar Verhoeven und die Sonderkommission arbeiten fieberhaft an einer Aufklärung und an einem Rettungsplan für die Geiseln.

Silvia Roth beweist erneut, dass sie zu den besten deutschen Krimiautorinnen gehört. „Schattenriss“ ist der dritte Fall von Kommissar Hendrik Verhoeven und Kommissarin Winnie Heller. Das Szenario des Romans ist fesselnd und tiefgründig. Dass die Storys von Silvia Roth ausnahmslos spannend sind, muss eigentlich nicht mehr erwähnt werden. Alleine mit ihren Persönlichkeiten tragen Verhoeven & Heller bisher jeden Roman. Das spricht für die sorgfältige Figurenentwicklung der Silvia Roth. Verhoeven & Heller würde ein sehr gutes und frisches Tatort-Ermittlerteam abgeben. ARD, bitte bei Silvia Roth melden.


Hoffmann & Campe, 542 Seiten; 14,99 Euro


Gordon Dahlquistdaumen_rauf

Das Dunkelbuch

Nach dem Absturz mit einem Luftschiff erwacht die junge Celeste Temple. Nun hat sie die Erinnerung von tausend anderen Menschen und ein diabolisches Buch aus Glas.
Die indirekte Fortsetzung des Bestsellers „Die Glasbücher der Traumfresser“. Fantasy ganz anders, sie werden es lieben. Dahlquist mixt Altes mit Neuem, und herauskommt ein Buch, das Dunkelbuch heißt, aber hell am Literaturhimmel strahlt.

 

Blanvalet, 605 Seiten; 21,95 Euro

Michael Wolffdaumen_rauf

Der Medien-Mogul

Der Kenner der New Yorker Medienszene hat eine Biographie über den Medienmogul schlechthin, Rupert Murdoch, geschrieben.
Das Buch verrät viel über die Machenschaften und Deals des Medienzirkus im Zeitungs- und Fernsehgeschäft – hinter dem Vorhang der Öffentlichkeit. Murdoch gehört mit seiner News Corp. weltweit ein riesiges Medienreich, darunter auch die Fox-Hollywoodstudios, die gerade mit „Avatar“ jeden Kinorekord brechen.

 

DVA, 576 Seiten; 24,95 Euro

Hörbuch der Woche

Johan Theriondaumen_rauf

Nebelsturm

Ein alter Hof auf der Insel Ödland, errichtet aus dem Holz eines verunglückten Schiffs: In stürmischen Winternächten sollen hier die Stimmen der toten Seeleute zu hören sein. Joakim ahnt von all dem nichts, als er mit seiner Familie das verlassen Anwesen bezieht. Doch dann findet man die Leiche seiner ertrunkenen Frau am Strand. War es ein Unfall – oder der Fluch des unseligen Hauses?
Dabei gerät er mitten in einen tödlichen Vampirkrieg …

Der Schwede Johan Theorin hat im letzten Jahr mit „Öland“ ein ganz starkes Krimidebüt hingelegt. Sein neues Werk „Nebelsturm“ ist am gleichen Schauplatz angesiedelt. Und es ist ein Krimi, der sich mit einer Eiseskälte auf ganz leisen Sohlen an den Leser heranschleicht, und der ihm dann nicht mehr entrinnen kann. Routiniert gelesen von Johannes Steck und den Film- und Fernsehschauspielerinnen Daphne Wagner und Ditte Schupp.

Auch als Hardcover erhältlich bei Piper, 19,95 Euro.

der Hörverlag, 5 CDs, 356 Minuten; 21,95 Euro

Kolumne Nr. 73 vom 18.01.2010

Nelson DeMilledaumen_rauf

Das Vermächtnis

Anwalt John Sutter kehrt nach zehn Jahren Long Island zurück. Obwohl er schmerzliche Erinnerung mit diesem Ort verbindet. Seine damalige Frau Susan hat ihn mit einem mächtigen Mafia-Boss hintergangen, dann hat sie ihn erschossen. John erfährt, dass auch seine Exfrau ihr altes Anwesen an der Gold Coast erneut bezogen hat. Dann taucht auch noch der Sohn des einstigen Paten auf, er leitet nun die Geschäfte, und will, dass John wieder für die Mafia arbeitet. Und er will Rache an der Mörderin seiner Vaters nehmen: Susan Sutter. Als sich die Lage zuspitzt, kommen sich John und Susan wieder näher. Aber der Feind ist nicht nur bei der Mafia zu suchen, sondern auch in Susans vornehmer Familie …

Nelson DeMille schreibt wie kein anderer Autor. „Das Vermächtnis“ zeigt das wieder aufs Neue. In Amerika zählt DeMille seit Jahrzehnten zu den ganz Großen des Thrillergenres. Aber er schreibt keine blutrünstigen Schauergeschichten, sondern Thriller der gehobenen Art. Nelson DeMilles kriminalistische Gesellschaftsromane (darunter fällt „Das Vermächtnis“) sind leicht, unterhaltsam, spannend, zeitkritisch, mit Witz und Intellekt. Mit seinen Figuren ist der Leser immer auf Du und Du. Es macht einfach großen Spaß einen DeMille zu lesen! „Das Vermächtnis“ knüpft an den Bestseller „In der Kälte der Nacht“ an. Man muss das Buch aber nicht kennen, um dieses zu lesen.

 

Hoffmann & Campe, 860 Seiten; 24,00 Euro

Werner Mangdaumen_runter

Verlogene Schönheit

Man nennt ihn den „Schönheitspapst“ – und in Sachen Schönheitschirurgie gehört Werner Mang unbestritten weltweit zu den Koryphäen seines Fachs. Seine Klinken gelten als führend im Bereich der Ästhetischen Medizin. Er widerspricht dem Trend zu einer schrankenlosen Machbarkeit. Darunter fallen chirurgische Eingriffe, die einem Trend unterworfen sind und die Gesundheit massiv gefährden können. Nun hat Werner Mang sein erstes nicht rein medizinisches Fachbuch geschrieben.

Das Buch müsste den Titel tragen – Werner Mang, mein Leben, meine Promiansichten- und Geschichten, meine Hinweise für ein gesundes Leben. Das ist der große Hauptteil des Buches. Und als Untersatz darf dann noch stehen, was es alles für Schönheits-OPs bei Werner Mang gibt und was sie kosten. Dieser Teil umfasst allerdings nur 27 Seiten! Das Buch ist nicht richtig schlecht, es erfüllt einfach nicht das, was man von ihm erwartet. Alles über die Schönheitschirurgie & Co. zu erfahren in einfachen und verständlichen Worten. Daher ist die Enttäuschung beim Leser daraufhin natürlich groß.

 

C. Bertelsmann, 254 Seiten; 19,95 Euro

Raymond Khournydaumen_rauf

Menetekel

Ein Lichtball über der Antarktis. Er glüht und pulsiert. Weltweit macht sich Ratlosigkeit breit. Ist es eine Luftspiegelung? Ein großer Laser? Die ehrgeizige TV-Journalistin Grace will dem Rätsel auf den Grund gehen. Ein geheimnisvoller Anruf führt sie zu einem Kloster in die Wüste Sinai. Dort malt ein Mönch wie in Trance schon seit Monaten genau dieses Zeichen an die Wände einer Höhle. Ein Zufall? Oder weiß er mehr? Als der Lichtball auch am Nordpol auftaucht, bricht Panik aus. Was wird auf die Welt zukommen?

Nach dem Weltbestseller „Scriptum“ und dem erfolgreichen „Immortalis“ folgt nun der dritte Bestseller von Raymond Khoury, „Menetekel“. Als Menetekel bezeichnet man eine unheilverkündende Warnung oder ein Vorzeichen drohenden Unheils. Das Buch ist unerhört spannend. Die Seiten kleben nur so an den Fingern. Man fegt in atemberaubender Lesegeschwindigkeit durch die 85 Kapitel. Khoury greift gleich mehrere brandaktuelle Themen auf, von denen eines am Ende seine ganze Sprengkraft entfesselt. Ein Buch, das sofort verfilmt gehört. Jerry Bruckheimer, rann ans Werk.

 

Rowohlt, 639 Seiten; 19,95 Euro

Fabrice Colindaumen_rauf

Mary Wickford

Die junge Waise Mary Wickford muss in einer Welt voller Magie, Wunder und großen Gefahren bestehen.
„Mary Wickford“ ist ein spektakuläres Abenteuer, das Genres wie Fantasy, Historienroman oder auch Science Fiction durchwirbelt wie ein Tornado. Und Mary wächst einem sofort ans Herz – man geht mit ihr durch dick und dünn.

 

Heyne, 718 Seiten; 14,00 Euro

Mo Hayderdaumen_rauf

Haut

Zwei mysteriöse Selbstmorde und ein teuflisches Wesen im Verborgenen beschäftigen Inspector Caffery. Die Kreatur jagt selbst ihm Angst ein. Kann er diesen Fall lösen?
Mo Hayder zieht dem Leser mit ihren unheimlichen Psychothrillern förmlich die Haut vom Körper, so aufwühlend, schockierend und spannend sind sie geschrieben. „Der Vogelmann“ ist allen Thrillerkennern bekannt. „Haut“ ist der neue Fall für Inspector Caffery und Polizeitaucherin Flea Marley.

 

Goldmann, 384 Seiten; 19,95 Euro

Hörbuch der Woche

Daniel Deppdaumen_rauf

Stadt der Verlierer

Privatdetektiv David Spandau soll Bobby Dye, dem angesagtesten Shootingstar am Hollywood-Himmel beschützen, weil dieser Morddrohungen erhalten hat. Doch Bobbys Probleme liegen ganz woanders: Clubbesitzer und Großdealer Richie Stella erpresst den Star. Er soll in einem vom Gangsterboss produzierten B-Movie mitspielen – eine Katastrophe für die Karriere. Spandau und sein Freund Terry McGuinn hecken einen riskanten Plan aus, um den Spieß umzudrehen.

Hollywood cool und mit schwarzen Humor sezieren, das ist Daniel Depp in hervorragender Manier gelungen. Er ist Drehbuchautor, Produzent und Bruder von Schauspieler Johnny Depp. „Stadt der Verlierer“ ist eine Reminiszenz an die Romane von Raymond Chandler und Dashiell Hammett. Wie als ob die beide Kultkrimiautoren zusammen heute einen Roman geschrieben hätten. David Spandau – der nächste Einsatz bitte! Michael Kessler, Schauspieler und Comedian, ist die Idealbesetzung für diese Geschichte. Mit seiner Sprachvielfalt und seiner schnoddrigen Art macht eer aus dieser Geschichte einen angesagten Ein-Mann-Hollywood-Film.

Auch als Hardcover erhältlich bei C. Bertelsmann, 19,95 Euro.

Random House Audio, 4 CDs, 258 Minuten; 19,95 Euro

Kolumne Nr. 74 vom 25.01.2010

John Nivendaumen_rauf

Coma

Ardgirvan, eine kleine Stadt an der Westküste Schottlands. Dort leben zwei Brüder, Gary und Lee Irvine. Gary ist ein untalentierter Golfer, Lee ein untalentierter Gangster. Der eine wird von einem Golfball getroffen und fällt ins Koma. Als er erwacht, spürt er den Drang zur öffentlichen Masturbation und leidet am Tourette Syndrom. Aber er kann plötzlich Golf spielen wie ein junger Gott. Lee soll eine unschuldige Frau töten, um seine Schulden zu begleichen. Als sich die Wege der beiden kreuzen, kann das nichts Gutes bedeuten.

Nach dem Kultbestseller „Kill Your Friends“ über die dreckige Musikindustrie folgt nun der nächste Kultkracher von Engländer John Niven, „Coma“. Saucool, saukomisch, saumäßig versaut, literarisch gesehen ist „Coma“ eine riesengroße Sauerei, eine Sauerei, die saumäßig Spaß macht sie zu lesen. Danach werden Sie Golf mit anderen Augen sehen. Und zudem noch alles über Golf wissen. Wenn Sie dann einer fragen sollte, woher Sie dieses Wissen haben, sollten Sie antworten: „Das wollen Sie lieber nicht wissen.“ „Coma“ – eine Pflichtlektüre für alle, die dem Alltag mal den bösen Finger zeigen wollen.


Heyne, 399 Seiten; 12,00 Euro

Lincoln Childdaumen_runter

Nullpunkt

Fear Base, eine verlassene Militärstation in Alaska. Ein kleines Team von Klimaforschern untersucht einen Berg, der den einheimischen Tunit heilig ist. Da bricht ein großes Stück vom Gletscher ab und legt eine Höhle frei. Im Eis entdecken die Forscher eine merkwürdige Kreatur, deren gelbe Augen sie feindselig anblicken. Alle Warnungen werden in den Wind geschlagen. Ein Filmteam fällt in die Station ein. Sie sägen das Monstrum aus dem Eis, um es vor laufender Kamera aufzutauen. Die Kreatur kann entkommen und zieht eine blutige Spur nach sich …

Lincoln Child ist die eine, Douglas Preston die andere Hälfte des Bestellerduos. Jeder der beiden wandert auch auf Solopfaden. Child hat schon so klasse Thriller wie „Eden“ oder „Das Patent“ geschrieben. Mit „Nullpunkt“ ist er schriftstellerisch fast auf dem selbigen angekommen. Die Story klingt nicht neu, macht aber trotzdem große Lust auf den Roman. Leider fängt das Buch langweilig und schwach an, und das schlimme ist, es geht so weiter. Bis die Story mal etwas Schwung bekommt, hat man lange Seite 100 hinter sich gelassen. Auch wuseln im Eis zu viele Charaktere herum, zu keinem bekommt man einen richtigen Bezug. Sie bleiben zudem sehr flach in ihrer Entwicklung. Das Potenzial des Romans wurde somit im Eis eingefroren.

 

Wunderlich, 397 Seiten; 19,95 Euro

Brent Weeksdaumen_rauf

Der Weg in die Schatten

Durzo Blint ist ein gefährlicher Mann. Er ist ein Meister in der Kunst des Tötens, der beste Blutjunge und Auftragsmörder von Cenaria. Doch für den Gassenjungen Azoth ist er die einzige Chance, dem harten und brutalen Leben auf den dreckigen Straßen zu entkommen. Doch Durzo Blint ist in der Auswahl seiner Lehrlinge äußerst wählerisch. Aus einer Trotzreaktion heraus nimmt er Azoth auf. Dieser ist überglücklich – noch. Doch je weiter seine Ausbildung voranschreitet und je mehr er mit den Mächtigen von Cenaria zu tun hat, desto mehr wird Azoth klar, dass der Weg in die Schatten ihm mehr abverlangt, als er sich jemals vorstellen konnte …

Es gibt schlechte Fantasy, gute, sehr gute und wahrlich außergewöhnliche, alles übertreffende Fantasy. Dieser Kategorie ist die „Schatten“-Trilogie zuzuordnen. Dies ist nun der erste Teil der Trilogie, die in Amerika ein großer Erfolg ist. Düster, hart, voller Machtspiele, Intrigen, Sex, Blut und Gewalt. Unheimlich fesselnd und definitiv keine Weichspüler-Fantasy. Figuren, mit denen man mitfiebert, so, als würde man selbst in dem von Weeks faszinierenden erschaffenen Reich wandeln. Der Amerikaner Brent Weeks ist die männliche Ausführung von der australischen Bestsellerautorin Trudi Canavan.

 

Blanvalet, 690 Seiten; 15,00 Euro

Ulf Schiewedaumen_rauf

Der Bastard von Tolosa

Die Geschichte des Jaufré Montalban. Im Jahr 1096 brach er auf, um das Heilige Land von den „Ungläubigen“ zu befreien. Nur eine Etappe seines kämpferischen Lebens. Ein opulenter und wuchtiger historischer Roman! Satt und süffig, spannend und von großer Erzählkunst geprägt. Das Debüt von dem 1947 geborenen Ulf Schiewe sollte kein Fan historischer Romane verpassen.

 

Droemer, 922 Seiten; 22,95 Euro

James Ellroydaumen_rauf

Blut will fließen

USA, 1968. Nixon und Humphrey kandidieren, Martin Luther King und Robert Kennedy werden ermordet. Das Land ist in Aufruhr. Und ein Detective des LAPD ermittelt wegen eines Überfalls und stößt dabei in die Machtzentren des Landes vor.
Nach den großartigen Thrillern „Ein amerikanischer Thriller“ und „Ein amerikanischer Albtraum“ nun der dritte Teil der Trilogie um das schmutzige Amerika der 1960er Jahre. „Blut will fließen“ ist eigenwillig, hart, politisch – James Ellroy in Bestform!

 

Ullstein, 783 Seiten; 24,90 Euro

Hörbuch der Woche

David Baldaccidaumen_rauf

Die Spieler

Die führenden Köpfe Washingtons fürchten und verehren den Camel Club. Allerdings hat der sich auch viele Feinde gemacht. Annabelle Conroy, Mitglied des Clubs, steht auf der Abschussliste des Kasinokönigs Jerry Bagger. Der Camel Club tut alles, um ihr Leben zu schützen, was jedoch zunehmend schwieriger wird, denn auch Oliver Stone, führender Kopf des Clubs, muss um sein Leben fürchten. Wer wird diesen Kampf ums Überleben gewinnen?

Unbestritten ist David Baldacci einer der größten Thriller-Autoren weltweit! Zuletzt hatte er allerdings einige Romane, die an diesem Titel nagten. Mit „Die Spieler“ ist David Baldacci auf alten Höhen, eine Story die es in sich hat! Nach „Die Wächter“ und „Die Sammler“ ist dieser Teil nun der beste der Camel-Club-Reihe. Er dringt in die höchsten politischen Ebenen der Welt vor, und erzählt, was dort alles passiert, von dem die Öffentlichkeit nichts erfährt. Gelesen wird dieser starke Thriller von K. Dieter Klebsch, die deutsche Stimme von Alec Baldwin und „Dr.House“ Hugh Laurie. Seine Stimme ist prägnant, kraftvoll und abwechslungsreich.

Auch als Hardcover erhältlich bei Lübbe, 19,99 Euro.

Lübbe Audio, 6 CDs, 455 Minuten; 19,99 Euro