Kolumne Nr. 197 vom 04.06.2012

Lucinda Riley

Das Mädchen auf den Klippen

dmadkBildhauerin Grania Ryan macht ihre Fehlgeburt zu schaffen, sie verlässt ihren Freund Matt und flüchtet von New York in ihre irische Heimat zu ihren Eltern. Bei einem Spaziergang an der Steilküste von Dunworley Bay lernt Grania die quirlige achtjährige Aurora, mit den roten Haaren und den großen Augen, kennen. Aurora ist traurig über den Tod ihrer Mutter, aber Grania weckt in ihr neue Lebensgeister. Das freut auch Auroras Vater Alexander Devonshire, der Grania dann auch einen ungewöhnlichen Vorschlag macht. Sie nimmt diesen an und erfährt kurz darauf von  einer über Generationen reichenden, tragischen Familiengeschichte – ihrer Geschichte.

Lucinda Riley hat mit ihrem Debütroman „Das Orchideenhaus“ einen der Bestseller des Jahres 2011 gelandet. Ihr zweiter Roman knüpft an die Qualität des Debüts an. „Das Mädchen auf den Klippen“ ist von hoher Intensität, aufwühlenden Gefühlen und großer Dramatik! Lucinda Riley hat den Roman sehr klug aufgebaut. Von der Gegenwart gibt es immer wieder Sprünge zurück in die Vergangenheit, die 1914 beginnt. Es entsteht eine Geschichte, die man so nicht erwartet hätte. Sie verführt einen auf jeder Seite aufs Neue weiter zu lesen. Der Roman ist ein stürmisches und leidenschaftliches Gedicht. Man erkennt, wie sich das Roulette des Lebens immer weiter dreht. „Das Mädchen auf den Klippen“ ist noch besser als „Das Orchideenhaus“. Lucinda Rileys Geschichten sind zeitlos und bleiben unvergessen!

Goldmann, 442 Seiten; 9,99 Euro


Werner Bartens

Betrügen lernen

Alex ist Verhaltensforscher und beschäftigt sich mit dem Paarungsverhalten von Primaten. Seine Frau Clara ist Urologin. Alex will Liebe geben und Sex mit seiner Ehefrau, doch Carla hat an beidem wenig Interesse. Sie ist genervt von seinen Verführungsversuchen. Sie empfinden beide noch so etwas wie Liebe nach langen Ehejahren, doch sie haben sich festgefahren. Alex will aber sexuell noch nicht den Schwanz einziehen, sondern er will es sich beweisen, dass er es noch voll drauf hat. Er beschließt, seine Frau zu betrügen. Kongresse und Vortragsreisen scheinen genug Gelegenheit dazu zu bieten. Doch die eigenen Fantasien in die Tat umzusetzen erweist sich für Alex als sehr viel schwieriger als gedacht. Und wer sagt, das Carla Zuhause auf ihn wartet?

Werner Bartens ist leitender Redakteur einer großen deutschen Zeitung, oft gesehener Talkshowgast und Sachbuchautor. Nun versucht er sich an seinem ersten Roman. „Betrügen lernen“ ist die nüchterne und sachliche Bestandsaufnahme einer Ehe und von dem Sex, den man dann nicht mehr hat. Werner Bartens ist es durchaus gelungen, aufzuzeigen, in welche sexuelle Sackgasse die meisten Ehen führen und was dann passieren kann. Daraus hat er aber keine emotionale Geschichte gemacht, bei der man mit den beiden Hauptfiguren mitfiebert. Alex und Carla sind einem schon nach kurzem egal. Die Figuren geben glorreiche Sachen von sich: „Schwänze, Schwänze, Schwänze, ich kann keine Schwänze mehr sehen“ (Clara). Oder Alex’ sinnieren vom Stuhlgang der Orang-Utan-Männchen: „Was dem Menschen die Zigarette danach, ist dem Orang-Utan anscheinend die Defäkation“. Man sieht, wo Bartens herkommt, vom Sachbuch. Das erkennt man in „Betrügen lernen“ deutlich.

Blessing, 223 Seiten; 17,95 Euro


Roberto Ampuero

Tod in der Atacama

Valparaiso, Chile. Der deutsche Entwicklungshelfer Willi Balsen wurde ausgeraubt und ermordet. Für die Polizei ist die Akte geschlossen. Nicht für die Auslandkorrespondentin einer deutschen Zeitung in Buenos Aires Cornelia Kratz. Sie vermutet mehr dahinter und angagiert den Privatdetektiv Cayetano Brulé. Die erste Frage, die sich stellt: Hängt Balsens Tod mit seinem umstrittenen Bewässerungsprojekt in der Oase San Pedro de Atacama zusammen? Damit hat er sich bei den dörflichen Gemeinden und einem reichen Unternehmer unbeliebt gemacht. Bei seinen Nachforschungen findet Cayetano Brulé heraus, dass Balsen mit Abgeordneten des chilenischen Parlaments verkehrte, und kommt außerdem dem Handel mit gefälschten Kunstgegenständen auf die Spur. Der Kreis der Verdächtigen weitet sich immer mehr aus.


Nach dem ersten Kriminalfall von Cayetano Brulé „Der Fall Neruda“ der ins Deutsche übersetzt wurde, folgt nun der nächste Fall „Tod in Atacama“, der in Chile 1996 erschienen ist. Ein Kriminalroman von feiner Eleganz und einem dunstigen Hauch chilenischer Landeskunde. Der erfolgreiche chilenische Autor Roberto Ampuero erzählt nicht nur einen spannenden Kriminalfall, sondern er gibt auch die Bestandsaufnahme eines Landes und der Gesellschaft ab. Cayetano Brulé ist ein Charakter von Integrität, Stärken und Schwächen, Lust und Laster, ein gewitzter Kopf, der das Ziel nie aus den Augen verliert. Man erfährt u. a. wie Brulé bzw. Ampuero die Deutschen und Deutschland sieht. Da der Roman einige Jahre nach der deutschen Wende geschrieben wurde, spielt auch die DDR darin eine Rolle. Von Cayetano Brulé will man unbedingt mehr lesen!

Bloomsbury Berlin, 346 Seiten; 19,90 Euro


Jennifer Donnelly

Die Wildrose

dwrViele Frauen lieben den schönen und abenteuerlustigen Seamus Finnegan, doch Seamus liebt nur Willa Alden, die ihn auch über alles liebt. Doch eine Bergtour am Kilimandscharo ändert alles, Willa verunglückt und ihr muss ein Bein abgenommen werden. Seamus muss das entscheiden, seitdem will Willa nichts mehr von ihm wissen. Jahre später kreuzen sich Willas und Seamus“ Wege ein zweites Mal. Hat ihre Liebe noch eine Chance?

Jennifer Donnelly ist eine große Geschichtenerzählerin! „Die Teerose“ begann 1888, „Die Winterrose“ 1900 und „Die Wildrose“ 1913, damit setzt Jennifer Donnelly ein glänzendes Ende ihrer „Rosen“-Trilogie, das die stürmische Zeit von damals, vor allem in London, sehr gut porträtiert. Donnellys Figuren stecken voller Leben und haben Ecken und Kanten. „Die Wildrose“ sprudelt über vor Leidenschaft, Spannung und großen Gefühlen. Die „Rosen“-Trilogie gehört verfilmt.

Piper, 749 Seiten; 9,99 Euro


Andrea Bajani

Liebe und andere Versprechen

luavPietros Liebesbeziehung zu Sara zerbricht. Sara hinterlässt bei ihrem Auszug einen Zettel auf dem Küchentisch mit der Nachricht, dass Mario tot ist. Großvater Mario geriet in Pietros Leben in Vergessenheit. Nun macht sich Pietro auf, die Gespenster seiner Vergangenheit zu besiegen, nur so ist eine Zukunft denkbar. Vielleicht auch mit Sara …

Andrea Bajani sieht nicht nur aus wie ein männliches Topmodel, seine Romane sind literarisch auch on top. Der Italiener schreibt Sätze, die so verführerisch gut sind wie eine Schachtel Pralinen. „Liebe und andere Versprechen“ bringt einen zum nachdenken und macht einen zugleich glücklich. Andrea Bajanis Beschreibungen von Menschen und Gefühlen sind berauschend.

dtv, 337 Seiten; 14,99 Euro


Hörbuch der Woche

Andrea Camilleri

Das Ritual der Rache

drdrIm Umland von Vigàta liegt ein Toter in einem Plastiksack. Der Leichnam wurde in dreißig Teile zerstückelt, der Schuss in den Nacken deutet auf Rache wegen Verrats hin, und bei dem Toten handelt es sich um einen Fremden. Die Tat eines bibelkundigen Mafioso? Wenig später meldet eine Frau ihren Ehemann als vermisst. Commissario Montalbano beginnt langsam die losen Fäden zu verknüpfen. Sein Vize Augello verhält sich derzeit ziemlich merkwürdig und ist ihm nicht gerade eine Hilfe. Was ist nur aus dem beschaulichen Leben geworden?


Hier wird italienische Melancholie zelebriert, hier lebt der kleine feine Kriminalroman voll auf. Commissario Montalbano liest Camilierie und löst den Fall. Dazu gibt es noch viele Spuren, Verwicklungen und Wendungen und die Mafia lässt auch grüßen. „Das Ritual der Rache“ ist einer der sehr guten Fälle aus der charmanten Commissario-Montalbano-Reihe. Bodo Wolf liest lebendig und voller Sprachvielfalt. Er gibt den Romanen um Commissario Montalbano den richtigen Pfiff.

Auch als Hardcover erhältlich bei Lübbe, 19,99 Euro.

Lübbe Audio, 4 CDs, 271 Minuten; 19,99 Euro

Kolumne Nr. 198 vom 11.06.2012

Sally Koslow

Freundinnen wie diese

Chloe, Talia, Quincy und Jules sind sehr gute, aber auch sehr unterschiedliche Freundinnen. Seit sie sich eine Wohnung in dem weniger angesagten Viertel New Yorks geteilt haben, sind einige Jahre vergangen, die gemeinsamen Abende werden immer weniger. Vieles ist anders gekommen, als es sich die vier Freundinnen erhofft hatten, und der Alltag lässt nicht mehr viel Zeit zum Träumen: Kind, Ehemann, Job, Geliebter und eine Freundschaft, das ist nicht einfach. Und weil jede sich selbst die Nächste ist, scheuen die Frauen nicht davor zurück, einander als unfeine Konkurrentinnen gegenüber zu treten. Hat ihre Freundschaft eine Chance?

Mit ihrem Debüt in Deutschland „Ich, Molly Marx, kürzlich verstorben“ landete die Amerikanerin Sally Koslow in Deutschland einen Bestseller. „Freundinnen wie diese“ wünscht man sich auch. Ein Buch so mollig warm wie eine Wärmflasche und so spritzig wie ein Glas Prosecco. Koslow schreibt über die vielen Auf und Abs von Freundschaften und Beziehungen. Ein ansprechender Frauenroman, der das Großstadtleben bittersüß, ehrlich und witzig porträtiert. Die vier Freundinnen Chloe, Talia Quincy und Jules entfachen ein loderndes Feuer auf den Buchseiten, dass es nur so knistert. Auch ein Buch für New-York-Fans. Hier erfährt man u. a., wie in der Megacity knallhart um jeden Quadratmeter Wohnfläche gekämpft wird. Das Leben ist kein Zuckerschlecken, es kommt nicht immer so, wie man es geplant hat. „Freundinnen wie diese“ zeigt das und noch mehr.

dtv, 383 Seiten; 14,90 Euro


 

Jean-Marie Blas de Roblés

Wo Tiger zu Hause sind

Der Journalist Eleazard von Wogau lebt als Pressekorrespondent im tiefsten Nordosten Brasiliens. Dort stößt er zufällig auf ein geheimnisvolles Manuskript. Es enthält die Lebensaufzeichnungen des berühmten Jesuiten Athanasius Kirchner. Fasziniert begibt sich Eleazard von Wogau auf Spurensuche in den Dschungel. Doch das Eintauchen in ein fremdes Leben lässt ihn mehr und mehr den Widerhall des eigenen spüren. Die Abenteuer des Jesuiten Athanasius Kirchner und Eleazard von Wogaus Begegnungen, auch mit der Archäologin Elaine, verweben sich.

Der in Algerien geborene und in Frankreich lebende Jean-Marie Blas de Roblès hat für sein großes Werk „Wo Tiger zu Hause sind“ zahlreiche Literatur-Preise erhalten. Auf den ersten Blick erfüllt dieser Roman diese Auszeichnungen, auf den zweiten nicht mehr. Er ist zu überladen mit reichlich schweren Themen wie Religion, Philosophie und Wissenschaft. Immer wieder eingestreut, bedeuten sie das Salz in der Suppe, hier stimmt aber die Zusammensetzung nicht mehr. Auch die immer wiederkehrenden Rückblicke zum Leben von Athanasius Kirchner, dessen Weg im Buch 1690 beginnt, sind die langweiligsten und überflüssigsten Stellen. Die Geschichte um Athanasius Kirchner hätte Jean-Marie Blas de Roblès anders darstellen können, um nicht immer wieder vom Weg abzukommen. Eleazard von Wogau ist nämlich eine Figur, an die man sich gerne ranhängen würde, leider wird man dabei immer wieder unnötig unterbrochen. Der Tiger soll dann mal lieber schön zu Hause bleiben.

S. Fischer, 792 Seiten; 26,99 Euro


Glenn L. Carle

Interrogator – In den Verhörkellern der CIA

iidvdcGlenn L. Carle hat schon zwei Jahrzehnte Arbeit bei der CIA hinter sich, als er für einen Auftrag angefragt wird. Er ist Kenner, vor allem auch sprachlich, für die islamische Welt, daher wird er zu einem Einsatz gebeten, der nach 9/11 von hoher Bedeutung ist. Er soll CAPTUS, einen al-Qaida-Spitzenmann, verhören. Die CIA hat CAPTUS gefangen genommen und in einem Geheimgefängnis außerhalb der USA untergebracht. Er hat bei dem Verhör nahezu alle Freiheiten, Gesetze werden außer Kraft gesetzt, so wünscht es sich die Bush-Regierung. Carle lehnt Folter ab, aber je länger das Verhör dauert, desto mehr entgleitet es ihm. Agenten anderer Dienste schalten sich ein, die Befragung wird immer exzessiver. Wo wird das Verhör und wo Carles Weg enden? Dieses Buch gibt diese Antworten und verrät noch vieles mehr.

Ein Buch, das große Wellen schlägt. Die CIA hat nicht wenige Stellen in diesem Buch schwärzen lassen, damit gewisse Details nicht ans Licht der Öffentlichkeit geraten. Das ist ein großes Ärgernis für den Leser, aber auch wieder nicht, denn es verrät einem, welchen Zündstoff dieses Buch verbirgt. Glenn L. Carle, ein hochrangiger CIA-Mitarbeiter, erzählt von seinem Weg in der Agency, seinen falschen Identitäten, seinen gefährlichen Einsätzen, seinen administrativen Aufgaben, was es heißt, Agent zu sein und eine Familie zu haben und natürlich, die Verhöre im Auftrag des amerikanischen Staates. Carle, der sich immer an die Verfassung gehalten hat, wird bei diesem Einsatz eines bessern belehrt, auf Befehl von oben. Trotz der Schwärzungen hat Glenn L. Carle seinen Weg in der CIA spannend und voller kleiner Insider-Geheimnisse erzählt. Ein Buch, das zu vergleichen ist mit einer glühenden Kohle in der Hand. Ein Plädoyer gegen Folter. Hier erfährt man Dinge, die bisher in dunklen Kellern verborgen waren.

Rowohlt, 448 Seiten; 19,95 Euro


Georg R. R. Martin

Der Sohn des Greifen

In Essos herrscht Daenerys Targaryen, sie hat viel erreicht, aber die Freiheit ihrer Untertanen ist noch immer bedroht. Aber nicht nur Feinde sind auf dem Weg zu Daenerys, sondern auch Freier und Prinzen. An der Mauer versucht Jon Schnee seine Männer auf den kommenden Winter und die Lange Nacht vorzubereiten.

„Das Lied von Eis und Feuer“ ist eine monumentale Saga! „Der Sohn des Greifen“ ist die seit langem erwartete Fortsetzung. Überraschend, fesselnd, gewaltig. Seit die HBO-Mega-Serie „Games of Thrones“ auch die deutschen Zuschauer fesselt, verkaufen sich Martins Bücher wie Wasser bei 50° Hitze. Endlich hat diese Serie das große Publikum, das es verdient. „Der Sohn des Greifen“ wird Ende Juli 2012 mit „Ein Tanz mit Drachen“ fortgesetzt.

Penhaligon, 830 Seiten; 16,00 Euro


Erin Morgenstern

Der Nachtzirkus

New York und London, 1873. Es gibt einen Zirkus, der nur bei Nacht geöffnet hat, den Zirkus der Träume. Hinter den Kulissen findet aber ein erbitterter Wettstreit zwei verfeindeter Magier statt. Sie bereiten ihre Kinder Celia und Marco darauf vor, den Kampf auf Leben und Tod zu entscheiden. Als die beiden sich begegnen, geschieht etwas magisches, das nicht eingeplant war, Celia und Marco verlieben sich. Eine Situation, die viel Zündstoff hat.
Ein überbordender Roman voller inbrünstiger Erzählkunst! Eine ganz magische Geschichte, von der Magie, der Liebe, dem falschen Ehrgeiz und dem Kampf, das zu erreichen, was man sich erträumt. „Der Nachtzirkus“ steckt voller schöner Details und versteckten Werten, die man auf jeder Seite suchen und finden kann. Hier lebt noch die Magie des Zirkus, der in unserer heutigen Zeit immer mehr der schnell drehenden Welt zum Opfer fällt.

Auch als Hörbuch erhältlich bei der Hörbuch Hamburg. Der profilierte Hörbuchsprecher Matthias Brandt kann’s – Geschichten so erzählen, dass man keine Sekunde verpassen will. 19,99 Euro.

Ullstein, 461 Seiten; 19,95 Euro


Hörbuch der Woche

Martin Walker

Delikatessen

Für Brunos Geschmack ist im malerischen Saint-Denis im Périgord entschieden zu viel los: Ein spanisch-französisches Gipfeltreffen ruft die Separatistenbewegung ETA auf den Plan, eine Gänsefarm wird von Tierschutzaktivisten attackiert, und dann ist da auch noch die archäologische Ausgrabungsstätte, deren deutscher Forschungsleiter nach einem prähistorischen Menschen sucht. Das Skelett, das dann auch gefunden wird, ist allerdings längst nicht so alt wie erhofft. Für Bruno beginnen schwierige Ermittlungsarbeiten und auch sein Privatleben hat wieder einiges zu bieten.

Wieder ein spannender, aktueller und atmosphärischer Fall für Bruno, Chef de police! Es geht um große und kleine Themen, der europäische Terrorismus spielt dabei eine ganz besondere Rolle. Bruno agiert gekonnt gewitzt, um die vielen Rätsel zu lösen, die ihm gestellt werden. Privat steht Bruno zwischen zwei Frauen, seiner neuen, heißen Liebe, die keine Beziehung will, und seiner alten Liebe, die plötzlich wieder da ist. Martin Walker setzt auch immer wieder Frankreich und dessen Geschichte in den Mittelpunkt. Das lässt vor allem auch die deutschen Leser reihenweise zu seinen Romanen greifen. Eine Aussage aus dem Buch über das Land, das nicht wenige Kriege erlebt hat: „Frankreich ist auf Knochen gebaut“. In Bezug auf die vielen Toten, die unter der Erde Frankreichs ruhen. Johannes Steck zeigt wieder sein großes Geschichtenerzähler-Talent. Er lebt Bruno und spricht ihn nicht nur. Johannes Steck gibt Walkers Périgord-Krimis Schwung und Gelassenheit zugleich.

Auch als Hardcover erhältlich bei Diogenes, 22,99 Euro.

Diogenes Hörbuch, 8 CDs, 582 Minuten; 31,90 Euro

Kolumne Nr. 199 vom 18.06.2012

Emily Giffin

Das Herz der Dinge

Ein Vorort von Boston. Tessa führt eine gute Ehe, obwohl sie schon lange weiß, dass nichts mehr ist wie zu Anfang ihrer Beziehung. Ihre zwei Kinder fordern viel Zeit und ihr Mann Dr. Nick Russo, ein weltweit angesehener Kinderchirurg, ist stressgeplagt. Valerie Anderson ist Anwältin und alleinerziehende Mutter. Als ihr Sohn Charlie nach einer Geburtstagsfeier schwerste Verbrennungen erleidet, bricht Valeries Welt zusammen. Dem behandelnden Arzt Dr. Nick Russo geht Charlies Schicksal sehr nahe. Er verbringt viel Zeit mit seinem kleinen Patienten — und kommt auch der sonst so verschlossenen Valerie immer näher. Tessa muss mit ansehen, wie sich Nick ihr zunehmend entfremdet. Eine verhängnisvolle Situation, die drei Menschen dazu zwingt, ihr Leben zu hinterfragen und zu entscheiden, was am Ende zählt.

Eine Geschichte wie ein unvergesslicher Traum! Dieses Buch lässt Sie nicht mehr los. Die Liebe geht ihre eigenen Wege. Und diese ist gepflastert mit Hindernissen und voller verschlungener Wege. Der Roman zeigt, wie schwer es ist, Mutter zu sein, wie viel es einem abverlangt, wie man sich oft wünscht, endlich einmal Zeit für sich zu haben. Die Geschichte offenbart, wie viel Arbeit es von jedem Partner verlangt, damit man eine ausgeglichene Ehe führt. Die Ehe ist ein Geschenk, und so sollte man sie auch behandeln. Ein Roman, mit feinem Gespür geschrieben, der das Herz berührt, es schneller schlagen lässt, der einen mitnimmt auf eine dramatische Reise voller Liebe, Fürsorge, Hingabe und Leidenschaft. Emily Giffin hat Figuren mitten aus dem Leben erschaffen. Hier liebt, leidet und freut man sich auf jeder Seite mit. Eine Figur sagt, „dass Akzeptanz zur Liebe gehört“. Wohl einer der wichtigsten Sätze, die sich hinter dem Wort Liebe verbergen. „Das Herz der Dinge“ ist ein Buch, das sehr zu Herzen geht.

Diana, 446 Seiten; 14,99 Euro


Donna Leon

Reiches Erbe

Costanza Altavilla half Anna Maria Giusti, bei ihrer Abwesenheit nahm sie die Post aus dem Briefkasten. Doch dieses Mal findet sie ihre Nachbarin tot in der Wohnung vor mit Schürfwunden an Hals und Schultern. Ist die alte Dame nur gestürzt, oder hat jemand nachgeholfen? Während Vice-Questore Giuseppe Patta die Geschichte verharmlost und zu den Akten legen will, vertraut Brunetti auf seinen Instinkt und beginnt Fragen zu stellen. Brunetti kommt aber nur schleppend voran, der Fall kommt nicht von der Stelle. Privat erlebt Brunetti auch wieder das eine oder andere, was es zu berichten gibt. Doch der Fall Costanza Altavilla lässt Brunetti keine Ruhe, bis er endlich auf die Wahrheit stößt.

Man hofft ja, Donna Leon wird irgendwann mal wieder zu der Form ihrer ersten zehn Krimis um Commissario Brunetti zurückfinden, leider tut sie das auch mit dem zwanzigsten Fall des netten Brunetti nicht. Donna Leon hält sich intensiv dort auf, wo es unpassend ist und zu wenig dort, wo es wichtig ist, um einen spannenden Kriminalroman zu schreiben. Donna Leon schreibt immer mehr für sich selbst als für den Leser. „Reiches Erbe“ ist schnell erzählt. Die ersten 14 Seiten versprechen so etwas wie einen Krimi, leider kommt danach gar nichts, was auch nur annähernd spannend ist. Man muss schon 160 Seiten, die Hälfte des Romans, hinter sich lassen, bis der Krimi endlich etwas an Fahrt gewinnt. Aber auch nur im zweiten Gang. Und das zieht sich dann bis zum Ende so hin.

Auch als Hörbuch erhältlich bei Diogenes Hörbuch. Jochen Striebeck gibt sich alle Mühe, dem Buch ein spannendes Leben einzuhauchen. 31,90 Euro.

Diogenes, 317 Seiten; 22,90 Euro


Martin Korte

Jung im Kopf

Altern ist nicht gleichbedeutend mit körperlichem und geistigem Verfall. Das mittlere und das höhere Alter sind vielmehr menschliche Entwicklungsphasen mit bestimmten Eigenheiten, Schwächen, aber auch besonderen Fähigkeiten und Stärken, die wir erkennen und nutzen sollten. Im Buch erfährt man vom Alterungsprozess des Gehirns. Es räumt mit dem Mythos auf, dass Denk- und Gedächtnisfähigkeiten im Alter vor allem schwinden, und zeigt, wie wir dem Älterwerden frühzeitig begegnen können. So wirkt sich zum Beispiel auch die eigene Erwartungshaltung auf die geistige Leistungsfähigkeit im höheren Alter aus. Und das bedeutet: Wir können den Alterungsprozess unseres Gehirns beeinflussen.

„Jung im Kopf“ muss man nicht sein, um diese Buch zu lesen. Um jung im Kopf zu bleiben, ist die Lektüre sehr zu empfehlen. Man erfährt, ab wann das eigentliche Altern beginnt; welche Errungenschaften das Alter im Gehirn mit sich bringt; was im Schlaf mit unserem Gehirn passiert; das Geheimnis der ältesten Frau der Welt und der ältesten Holländerin; wie im Alter oder bei falscher Lebensweise viele freie Radikale zunehmen und körperliche und geistige Schäden verursachen; wie das Gehirn unterteilt ist und welche Abteilung für was zuständig ist; welche Veränderungen die unterschiedlichen Lebensphasen im Gehirn bewirken; mit welchen Mitteln Sie schon früh im Leben das Risiko einer Demenzerkrankung und eines Schlaganfalls senken können; wie Sie das Gehirn auch im Alter noch trainieren können; wie wichtig regelmäßige Bewegung ist, die richtige und ausgewogene Ernährung, der richtige BMI und wie wichtig es ist, Stress zu vermeiden; und welch tolle Auswirkungen es hat, wenn man mit sich zufrieden ist und das Alter als etwas positives sieht. Lernen Sie Ihr Oberstübchen kennen und erfahren Sie, was es braucht, um fit zu bleiben. „Jung im Kopf“ ist ein unverzichtbares Buch für alle, die Hirn haben!

DVA, 330 Seiten; 19,99 Euro


Hilary Mantel

Brüder

„Brüder“ reicht von 1763 bis 1794. Es folgt drei unterschiedlichen Männern während der Französischen Revolution. Den ehrgeizigen und hochverschuldeten Georges-Jacques Danton, dem gewissenhaften Maximilien Robespierre und dem charmanten und gutaussehenden Camille Desmoulins. Alle geraten in den Sog der Macht und machen ihre eigenen Erfahrungen.

Hilary Mantel landet bei uns mit „Wölfe“ einen großen Bestseller. „Brüder“ ist bereits 1992 in England erschienen, nun endlich auf Deutsch. Noch nie wurde in so elegantem Ton und mit solcher Detailfülle über die Französische Revolution erzählt. „Brüder“ ist ein Geniestreich!

DuMont, 1104 Seiten; 22,99 Euro


Lissa Price

Starters

Eine andere Zeit. Eine unheimliche Infektion tötet viele, nur sehr junge und sehr alte Menschen überleben. Während die Alten, die Enders, ihren Reichtum mehren, verfallen die Jungen, die Starters, der Armut. Die 16-jährige Callie unterschreibt bei der Body Bank einen Vertrag, dort können Jugendliche für Geld ihren Körper verleihen. Das Bewusstsein des alten Menschen übernimmt den jungen Körper für eine Zeit. Doch bei Callie geht etwas schief …

Eine atemberaubende Mischung aus Suzanne Collins, Ally Condie und Philip K. Dick! Eine Zukunftsutopie, die alle Glieder erstarren lässt. Mit „Starters“ gelingt Lissa Price eine verheerende Aussicht, was sich die alternde Gesellschaft nimmt, wenn es möglich ist. „Starters“ ist der Beginn, mit „Enders“ geht es bald weiter.

Auch als Hörbuch erhältlich bei Osterwold Audio. Annina Braunmiller, die deutsche Stimme vom Hollywood-Star Kristen Stewart, liest geschmeidig und rasant. 19,90 Euro.

IVI, 399 Seiten; 15,99 Euro


Hörbuch der Woche

Moritz Matthies

Ausgefressen

Der Berliner Zoo ist ein großer und vor allem tierischer Abenteuerspielplatz. Erdmännchen Ray will gerne ein Privatdetektiv sein. Überwachen und Observieren gehört quasi zu seiner genetischen Grundausstattung. Gleiches gilt für Spuren lesen und Herumschnüffeln. Man darf es ohne Umschweife sagen, Ray ist der geborene Schnüffler. Nur schätzt seine Fähigkeiten im Zoo niemand so recht. Da kommt Ray ein Vermisstenfall gerade recht. Mit seinem Clan beginnt er die Ermittlungen. An der Seite von Phil, Privatdetektiv, der nach genügend Schluck aus seinem Flachmann Erdmännisch versteht. Und auch die Liebe spielt für Ray eine große Rolle. Doch seine Angebetete ist nicht unbedingt seine „Krakenweite“.

Sie kennen Tommy Jaud? Dann kennen Sie auch Moritz Matthies. Es handelt sich um das Pseudonym des Bestseller-Autors, so wird vermutet. In „Hummeldumm“ machte uns Jaud mit den Erdmännchen bekannt, Matthies vertieft das ganz spezielle Wissen über diese Tierchen jetzt. „Ausgefressen“ ist ein famoser Erdmännchen-Krimi, der garantiert jeden Erdmännchen-Bau aufwirbeln wird. Knallharter Humor, eiskaltes danebenliegen, brachiales Wortgewitter und aufwühlendes Gefühlschaos – auf diese Erdmännchen hat die Welt gewartet. Zum schreien komisch! Christoph Maria Herbst liest wie elektrisiert. Mit seiner Sprachakrobatik haut er den Lukas. Herbst macht aus der Erdmännchen-Kombo und dem restlichen Tierreich gleich einen 3D-Kinofilm für die Ohren.

Auch als Hardcover erhältlich bei Scherz, 14,99 Euro.

Argon Hörbuch, 4 CDs, 289 Minuten; 19,99 Euro

 

Kolumne Nr. 200 vom 25.06.2012

Laura Brodie

Stimmen in der Nacht

Eine kleine amerikanische Universitätsstadt. Dozentin Emma feiert mit ein paar Studenten eine kleine Party, doch eine Tat lässt die Stimmung plötzlich umschwenken, es kommt zu einem Akt der Gewalt. Emmas Tochter Maggie sieht alles mit an. Zehn Jahre später kommen die Erlebnisse von damals wieder hoch: Maggie, inzwischen fünfzehn, wird von alten Albträumen gequält, hat Probleme in der Schule, schwänzt den Unterricht. Sie selbst weiß nur, dass ihr ihre neue Mathelehrerin, die ihr nie ins Gesicht sieht, unheimlich ist. Warum löst die Lehrerin Grace Murdock die altbekannten Ängste in Maggie aus, die nach harter Arbeit überwunden schienen? Was geschah vor zehn Jahren wirklich?

Laura Brodie hatte mit „Ich weiß, du bist hier“ ein Sensationsdebüt. Mit ihrem zweiten Roman schickt sie sich an, das zu wiederholen. „Stimmen in der Nacht“ ist ein Buch wie ein Labyrinth. Laura Brodie schickt den Leser durch eine Geschichte, die viel verrät und zugleich verschweigt. Nach und nach wird das Schweigen gebrochen, die Wahrheit kommt wie mit kleinen Puzzleteile ans Licht. „Stimmen in der Nacht“ ist eine dramatische Lebensgeschichte, ein verschachtelter Kriminalroman, ein psychologisches Kammerspiel. Ein Buch, das einen aufwühlt und beschäftigt, über Schuld und Sühne. Zusätzliche Spannung erfährt die Geschichte auch aus dem Erzählkniff, jeder Figur Raum zu geben, damit ihre Eindrücke geschildert werden können. So wird der Leser zum Detektiv, er kann die einzelnen Fragmente zusammenbauen und damit das Geheimnis der „Stimmen in der Nacht“ lösen. Unerhört spannend! Ein ganz großartiger Roman!

dtv, 333 Seiten; 14,90 Euro


Christoph Braun

Hacken

Journalist Christoph Braun verlässt Berlin und siedelt sich im 1320-Seelen-Dorf Evessen im Landkreis Wolfenbüttel an. Ihn beschäftigt das Land und wie es mit den Hightech-Mitteln bestellt wird. Er kommt zu der Erkenntnis, dass die Landwirtschaft auch nicht mehr das ist, was sie einmal war. Doch noch mehr fasziniert ihn die ökologische Lebensform, die er in Berlin noch belächelt hat. Zum ersten Mal nimmt er eine Pendelhacke in die Hand und hilft bei den Ökos aus: jäten, säen, gießen, ernten. Christoph begriff sich bisher nur als Hacker in digitalen Welten, nun greift er mit der Hacke in sein Leben ein, und entdeckt eine neue unideologische Wunschvorstellung von Autarkie und Selbstbestimmung.

Das neue Leben auf dem Land. Das wäre ein guter Titel für ein Buch gewesen, das die technischen Entwicklungen des Internet in den letzten 15 Jahren mit denen der Landwirtschaft verbindet. Zudem noch gewürzt mit der Geschichte von einem der auszog, die Stadt hinter sich zu lassen und am Land das Hacken zu kultivieren. Daraus hätte man ein lebendiges Sachbuch mit locker 400 Seiten machen können, das spannend und abwechslungsreich gewesen wäre. Genau das alles von mir beschriebene ist dieses Buch nicht. Es liest sich wie ein unausgegorener aufgeblähter Zeitungsartikel, der alles nur anreißt, aber nichts vertieft. Zudem ist das Geschriebene ein großes Durcheinander, nichts hat Hand und Fuß. Im Buch bekommt der Autor folgenden Satz serviert: „Viel zu viele Menschen täten unnütze Dinge, zum Beispiel Bücher schreiben.“ Bücher schreiben ist eine tolle und wichtige Arbeit, aber bei diesem trifft die gemachte Aussage vollkommen zu.

Tropen, 138 Seiten; 14,95 Euro


Karen Rose

Todesherz

Baltimore, Maryland. Bei ihrem gewohnten Morgenlauf im Park findet Gerichtsmedizinerin Lucy Trask einen Mann tot auf. Er wurde schockgefroren und später an ein Schachbrett sitzend in diese Position gebracht. Weiter wurden Finger und Zunge fachmännisch entfernt und das Herz herausgerissen. Gleich zu Anfang wird auch Lucy verdächtig. Doch nur wenig später findet Lucy in ihrem Wagen ein grauenvolles Paket, darin: ein blutiges Herz. Detective J. D. Fitzpatrick vermutet einen persönlich motivierten Rachefeldzug. Doch wer könnte solchen Hass auf die attraktive Gerichtsmedizinerin haben?

Karen Rose hat es mit den Thrillern „Todesschrei“, „Todesbräute“ und „Todesspiele“ in Deutschland endgültig zur Top-Ten-Bestsellerautorin geschafft. Nun schlägt der Tod eine neue Richtung ein, mit neuen Hauptdarstellern u. a. Detective J. D. Fitzpatrick und einem neuen Schauplatz, nach Georgia und Minnesota nun u. a. Maryland. „Todesherz“ ist somit der Beginn einer neuen Reihe. Sie suchen einen Thriller, der Sie atemlos macht und Ihre Nerven zu Drahtseilen spannt? Dann lesen Sie Karen Rose! „Todesherz“ ist keine Sekunde langweilig. Ein starker Thriller – mit über 600 Seiten! Konstant hohe Spannungsmomente, ausgereifte Figuren und eine Portion Leidenschaft. Und einen eiskalten Killer, der auf einem gnadenlosen Rachefeldzug ist. Dabei wird reichlich gefoltert, gemetzelt und literweise Blut verspritzt. Für Karen-Rose-Fans ist „Todesherz“ ein Thriller-Fest!

Knaur, 606 Seiten; 16,99 Euro


Klaus-Peter Wolf

Ostfriesenangst

Eine Schulklasse aus Bochum kommt von einer Wattwanderung zurück – ohne ihren Lehrer. Der wird tot mit zwei Kugeln im Körper gefunden. Haben sich die Schüler an ihrem unbeliebten Lehrer rächen wollen? Oder war der Lehrer verantwortungslos und steckte ganz tief in etwas drinnen? Ein schwieriger Fall für Kommissarin Ann Kathrin Klaasen und ihr Team.
„Ostfriesenangst“ ist der sechste Fall für Kommissarin Ann Kathrin Klaasen. Ein Krimi zum mit der Zunge schnalzen! Klaus-Peter Wolf schreibt Krimi-Kino vom Feinsten. Seine Serie um Ann Kathrin Klaasen ist filmreif. Diese Fälle würden im Fernsehen ein Millionenpublikum fesseln.

Fischer, 480 Seiten; 8,99 Euro


Hans Koppel

Entführt

Ylva hat einen gut Job und eine glückliche Familie. Und ein ganz dunkles Geheimnis. Eines Tages wird sie von einem Ehepaar entführt, nur wenige Meter von ihrem Zuhause in einem Keller festgehalten und sexuell misshandelt. Wer ist das Paar? Warum wurde sie entführt? Wird sie diesen Keller jemals wieder lebend verlassen?
Hans Koppel schreibt wie eine Mischung aus den Bestseller-Autoren Jussi Adler-Olsen und Harlan Coben! In „Entführt“ wird man durch die Story gepeitscht, so rasend schnell ist sie geschrieben und so mit grausamen Details gespickt. Hans Koppel spielt ein gekonnt fieses Spiel mit den Erwartungen des Lesers.

Heyne, 350 Seiten; 14,99 Euro


Hörbuch der Woche

Verschiedene Autoren

Gruselkabinett Folgen 60 bis 65

In „Der Grabhügel“ (60) befinden wir uns in Texas 1936. Steve Brill öffnet einen Grabhügel, der sich auf seinem Land befindet, gegen den Rat von Nachbarn Juan Lopez. Er beschwört damit Tod und Verderben herauf. „Der Ring des Thot“ (61) führt in den Louvre nach Paris zum Ende des 19. Jahrhunderts. Dort erfährt John Vansittart Smith vom ewigen Leben und einer unheilvollen Liebe. „Rappaccinis Tochter“ (62) erweckt die Aufmerksamkeit von Giovanni Guasconti, der wegen seines Studiums in Padua weilt. Giovanni verliebt sich in die betörend schöne Frau, nicht wissend, dass ihre Nähe den Tod bedeutet. In „Besessen“ (63) lädt Dom Vincente da Lusto illustre Gäste auf sein Schloss ein. Dort erfahren sie dann, wenn es Vollmond wird, wie tödlich diese Zeit sein kann. „Der schreiende Schädel“ (64) erzählt von Ex-Kapitän Charles Braddock und seinem Freund James. Diesem berichtet er von mysteriösen Geschichten, darunter ist auch sein Haus in den Dünen, in dem sie weilen. Dort geht etwas Unheimliches vor sich. Bella Rolleston sucht in „Gesellschafterin gesucht!“ (65) eine Anstellung in einem herrschaftlichen Haus. Doch dort verändert sich Bella, sie wird krank. Ihre Freunde merken ihre Veränderung.

Der gruselige Hörspiel-Kult-Hit geht in die nächste Runde! Ein weiteres halbes Dutzend Geschichten, die von großen Autoren geschrieben und nun von einzigartigen Stimmen zum Hörspielerlebnis erweckt wurden. „Der Grabhügel“ von Robert E. Howard, „Der Ring des Thot“ von Sir Arthur Conan Doyle, „Rappaccinis Tochter“ von Nathaniel Hawthorne, „Besessen“ von Robert E. Howard, „Der schreiende Schädel“ von Francis Marion Crawford, „Gesellschafterin gesucht!“ von Mary E. Braddon. Die Hörspiele haben wieder viele bekannte Stimmen versammelt, darunter Tommi Piper, Reinhard Glemnitz, Maximilian Belle, Tim Schwarzmaier, Annina Braunmiller, Jacqueline Belle, Manfred Erdmann, Max Felder, Roman Wolko, Tobias Lelle, Horst Naumann, Rolf Berg, Susanne Uhlen, Ingrid van Bergen, Julia Stoepel, Christian Wolff, Anja Kruse u. v. m.

Titania Medien und Lübbe Audio, je 1 CD, je ca. 60 Minuten; je 8,99 Euro