Kolumne Nr. 245 vom 06.05.2013

Jeffery Deaverdaumen rauf

Die Angebetete

dieangebeteteFür die berühmte Country-Sängerin Kayleigh Towne ist „Your Shadow“ nur ihr neuester Hit. Für ihren Fan Edwin Sharp enthält der Song jedoch eine geheime Botschaft – die sich ganz allein an ihn richtet. Um seiner Angebeteten endlich nahe zu sein, muss er sich den Weg in ihr Herz erkämpfen und zerstören, was zwischen ihnen steht. Auf Schreiben von Townes Anwälten reagiert Sharp nicht. Dann stirbt der Tourmanager unter mysteriösen Umständen. Sharp ist der Hauptverdächtige, auch wenn es keine Beweise gibt. Für die psychologische Ermittlerin Kathryn Dance steht fest, dass es noch weitere Tote geben wird. Dann geschieht ein weiteres Attentat. Sharp hat ein Alibi. Dance ist ratlos. Wer ist der Täter, der seine Spuren so gut verwischt?

Vor Jahren schrieb ich: Deaver ist und bleibt ein ganz Großer dieses Genres. Daran hat sich nichts geändert. Er beherrscht die Thriller-Architektur wie kaum ein anderer. Er hat Figuren erschaffen, die im Thriller zu Legenden geworden sind. Darunter Lincoln Rhyme und auch seine zweite Seriefigur Kathryn Dance arbeitet an ihrer Legende. „Die Angebetete“ ist ein moderner, ausgefeilter und sehr intensiver Thriller! Jeffery Deaver jagt den Leser von einem Höhepunkt zum nächsten. Und die letzten 140 Seiten sind ein einziger Showdown. Das Buch zeigt die Schattenseiten des Geschäfts mit der Popularität. Wenn ein Irrer ausflippt, wird es schwer. Deaver formt den Thrill gut aus, macht die Angst spürbar. Wer ist da draußen, der einem Böses will? Vor allem Deavers Figuren sind wieder eine Augenweide. Er gibt ihnen viel eigenes Leben. Das macht alles noch spannender. Auch Rhyme und Sachs haben ihren Auftritt. Und dieser Thriller ist auch ein Buch über Country-Musik. Deaver frönt der amerikanischen Volksmusik und seinen Texten, Eigenarten und Stars.

Blanvalet, 573 Seiten; 22,99 Euro


Martin Walserdaumen runter

Meßmers Momente

messmersmomente„Ich leide an Verfolgungswahn. Das ist das Einzige, was mich von meinen Verfolgern unterscheidet.“ So beginnt der dritte Band von Martin Walsers Meßmer-Büchern – eine Sammlung von Gedanken, Sinnsprüchen, Seelenwirrwarr. Meßmers Momente sind Augenblicke, die durch ihre Schwere hervortreten. Sie leben vom Selbstausdruck. Meßmers Momente sind ein Balanceakt. Der Grad zwischen Außergewöhnlich und Schund liegen nah beieinander.

Nach dem wunderschönen „Das dreizehnte Kapitel“ nun wieder ein Walser zum erbrechen. Literarischen Müll verfasst von einem der es kann und immer wieder sein Ego über die Lust am Lesen des Lesers stellt. Nach 1985 (Meßmers Gedanken) und 2003 (Meßmers Reisen) folgt als nun „Meßmers Momente“. Es enthält Sätze, die manchmal durchaus zum nachdenken anregen „Jeder Mensch ist unwichtiger, als er glaubt“ oder „Das Leben streckt sich nach mir und erreicht mich nicht“, aber oft einfach nur Müll, wie z. B. „Die Tür, die zugeschlagen wird, meint mich“ oder „Ich möchte Ovid heißen und so lange tot sein“ oder „Wenn mich einer anrempelt, sage ich: Entschuldigung“ oder „Mein Nacken gleicht dem Hirtenstab und wartet auf die Hand“. Als Leser kann man es dann kaum erwarten, wenn die 103 geringfügig beschriebenen Seiten zu Ende sind.

Rowohlt, 103 Seiten; 14,95 Euro


Kofi Annandaumen rauf

Ein Leben in Krieg und Frieden

einlebeninkriegundfriedenKofi Annan war Generalsekretär der Vereinten Nationen von 1997 bis 2006. In seine Amtszeit fallen die Konflikte auf dem Balkan, die Anschläge des 11. Septembers 2001 und die anschließenden Kriege in Afghanistan und Irak, mehrere Bürgerkriege sowie als großes und dauerhaftes Thema die Krise im Nahen Osten, den er als Bruchlinie der Welt bezeichnet. Das Buch reicht von Annans Jugend in Ghana bis in die Gegenwart. Es schildert Annans Erfolge und Schwierigkeiten seiner Vermittlungsbemühungen im Auftrag der Vereinten Nationen und die Auseinandersetzung sowohl mit den großen Mächten der Welt wie mit gefährlichen Potentaten und Diktatoren. Aber das Buch enthält noch so viel mehr.

Ein Buch, das geheime Einblicke gibt in die Schaltzentrale der Vereinten Nationen. Man lernt die Mechanismen kennen, nach denen die UNO handelt und wie schwer es ist, eine Meinung von großem Konsens zu finden. Aber auch Kofi Annans Leben wird in einzelnen Schlaglichtern dargestellt. Das Buch verrät viel, man erfährt warum der kleine Kofi als Kind immer umziehen musste; wie Kofis Heimat Ghana sich wandelte; wie Kofi zu dem Spitznamen Annan-Domo kam; Annans Weg bei der UNO; über die Bürgerkriege in Somalia, Bosnien und Ruanda; wie angreifbar die UN-Friedenstruppen sind; über den Kosovokonflikt; die Rettung Osttimors; das Schicksal des afrikanischen Kontinents; wie Annan Amerika sieht; wie Bush und Blair über Annan herzogen; über den Dauerkonflikt zwischen Israel und Palästina; wie schwierig es ist, Interventionen zu bestimmen, und noch so viel mehr. Kofi Annans Buch zeigt deutlich auf, wie wichtig Demokratie und Frieden auf der Welt ist. Würden doch nur alle Politiker und Machthaber nach seinen Erläuterungen handeln.

DVA, 463 Seiten; 26,99 Euro


Gisa Klönnedaumen rauf

Das Lied der Stare nach dem Frost

dasliedderstarenachdemfrostRixa tingelt als Bar-Pianistin um die Welt, bis der Tod ihrer Mutter sie zurück nach Deutschland holt. Rixa will Antworten, diese führen sie in das alte Pfarrhaus ihrer Großeltern, wo sie als Kind lebte. Sie erkennt, dass ein streng gehütetes Geheimnis in ihrer Familie bis heute düstere Schatten wirft.
Gisa Klönne gehört zu den profiliertesten Krimi-Autorinnen Deutschlands. Mit „Das Lied der Stare nach dem Frost“ hat sie nun einen ganz großen deutsch-deutschen Roman geschrieben, der fast ein ganzes Jahrhundert umfasst. Eine Geschichte so spannend, wie die Geschichte Deutschlands. Klönne hat Figuren erschaffen, bei denen man jeden Augenblick mitgeht, solch eine Anziehungskraft haben sie. Gisa Klönne wandert mit diesem Roman auf den Spuren einer Kate Morton.

Pendo, 480 Seiten; 19,99 Euro


Johanna Adorjándaumen rauf

Meine 500 besten Freunde

meine500bestenfreundeEine Jungschauspielerin, eine Theaterdiva, eine Yogalehrerin, eine Filmlegende, eine Feuilleton-Praktikantin, eine Journalistin, zwei Freundinnen, ein Bestellerautor – all sie haben Auftritte in den dreizehn Stories dieses Buches.
Es gibt viele Hauptdarsteller in diesem Buch. Darsteller ist auch genau der richtige Ausdruck. Die Menschen wollen sich öffentlich darstellen. Alle haben viel hinter sich und viel vor sich und vor allem wollen sie viel mehr haben, als sie erreichen können. „Meine 500 besten Freunde“ zeigt das Bild vieler Getriebener. Das ICH ist alles ist das Kredo. Das Buch hat es auch äußerlich drauf, es sieht stilvoll aus. Ein gutes Geschenk für die besten 500 Freunde.

Luchterhand, 250 Seiten; 18,99 Euro


Hörbuch der Woche

Andreas Gruberdaumen rauf

Todesfrist

todesfrist„Wenn Sie innerhalb von 48 Stunden herausfinden, warum ich diese Frau entführt habe, bleibt sie am Leben. Falls nicht – stirbt sie.“ Mit dieser Botschaft beginnt das perverse Spiel eines Serienmörders. Er lässt seine Opfer verhungern, ertränkt sie in Tinte oder umhüllt sie bei lebendigem Leib mit Beton. Verzweifelt sucht die Münchner Kommissarin Sabine Nemez nach einer Erklärung, einem Motiv. Maarten S. Sneijder, ein erfahrener niederländischer Kollege und BKA-Profiler, wird zu dem Fall hinzugezogen. Nemez muss sich ihm erst beweisen, das gelingt ihr, in dem sie ein Muster hinter den Taten erkennt. Das alte Kinderbuch um den Struwelpeter dient dem Täter als Vorlage. Und das Buch hat noch einiges zu bieten, was der Täter umsetzen kann.

Ein deutsch-österreichischer Thriller von großer Klasse! Der Wiener Andreas Gruber entwickelt sich vom Geheimtipp immer mehr zum Bestseller-Anwärter. „Todesfrist“ wird sie nicht mehr loslassen. Ein Buch, das sie wie mit einem Strick fesselt. Das ungleiche Ermittler-Team Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder macht großen Spaß. Vor allem Maarten S. Sneijder ist eine echte Marke. Und wie dieser von Doris Wolter interpretiert wird ist erste Sahne. Das trifft auf das ganze Hörbuch zu. Horrormäßig gut gelesen! Die Lesung von Doris Wolter ist nichts für schwache Nerven. Sie macht das soundso schon spannende Buch zu einem beängstigenden Hörerlebnis.

Auch als Taschenbuch erhältlich bei Goldmann, 9,99 Euro.

Audiobuch, 6 CDs, 444 Minuten; 16,95 Euro

Kolumne Nr. 246 vom 13.05.2013

A. J. Jacobsdaumen rauf

Saufit

saufitMit 40 fühlt sich A. J. Jacobs wie eine kranke Couch-Potato. Kurzatmig, moppelig, auf jede Erkältung abonniert und ein bisschen deprimiert - das war der alte A. J. Jacobs. Er beschließt, seinen Rettungsringen und Alters-Wehwehchen den Kampf anzusagen und will innerhalb eines Jahres der gesündeste Mensch überhaupt werden. Er joggt barfuß durch den Central Park, isst nur noch rohes Gemüse, sorgt für ein grundsolides Sexleben und schläft nachts immer mit Gehörschutz - alles natürlich auf Anraten der besten Ärzte und Wissenschaftler. Seine Frau Julie kann es kaum glauben: Der neue A. J. ist schlank und fit und hat eine Menge Spaß dabei.

Der Amerikaner A. J. Jacobs gehört sicher zu den radikalsten Selbstversuch-Sachbuchautoren! Nach seinen Bestsellern „Britannica & ich“ und „Die Bibel und ich“ nimmt er sich nun seinen ganzen Körper vor. „Saufit“ ist ein saulistiges Buch über das Abnehmen und das gesund zimmern seines Körpers! A. J. Jacobs ist immer mit dem nötigen Ernst bei der Sache, aber er nimmt auch so manch Abnehm- und Ernährungskuriosität auf die Schippe. Mit ihm durch die zwei Jahre seiner Erkundungstour zu gehen ist spannender wie eine Weltreise. Denn der spannendste Planet ist ja immer noch der eigene Körper. Und den kennen viele Menschen tatsächlich weniger als ferne Länder. Wer A. J. Jacobs neuen Selbstversuch-Bestseller liest wird schon bei der Lektüre saufit, denn das Hirn hat eine Menge zu verarbeiten. Das leitet es dann weiter an die einzelnen Abteilungen im Körper, die dann starten können, auch saufit zu werden.

Ullstein, 510 Seiten; 19,99 Euro


Andrea Sawatzkidaumen runter

Ein allzu braves Mädchen

einallzubravesmaedchenDie Hunde bellen tagelang im Garten des Anwesens, bevor man Winfried Ott findet. Der 71-Jährige liegt nackt im Schlafzimmer seiner Villa, er ist mit einer scharfkantigen Waffe ermordet worden. Zur gleichen Zeit entdeckt die Polizei in einem Waldstück eine verstörte junge Frau mit roten Haaren in einem schillernden grünen Paillettenkleid und hohen schwarzen Lederstiefeln. Sie kann sich nicht erinnern, wie sie an diesen Ort gelangt ist. Nach ihrer Einweisung in die Psychiatrie öffnet sie sich nur ganz allmählich ihrer Therapeutin.

Eine begnadete Schauspielerin, eine ausgezeichnete Hörbuchsprecherin, ein spannender Mensch – Andrea Sawatzki. Dieser Liste kann man leider nicht hinzufügen: bestsellerverdächtige Autorin. Klar ist das Buch ein Besteller, wegen Sawatzkis Namen. Aber der Inhalt hält nicht das, was einen echten Bestseller ausmacht. Für einen spannenden Krimi, der das Potenzial seiner Figuren ausschöpft, ist die Geschichte viel zu kurz. Das Buch ist auch sehr großzügig gesetzt, daher hätten es 100 Seiten mehr ruhig sein können. Geschrieben ist die Geschichte wie ein literarisches Daumenkino. Lesfluss gibt es kaum, Sawatzki würgt diesen sofort wieder ab. Sawatzki hat aber durchaus Talent, das blitz immer wieder mal auf, und auch psychologisch spannende Momente sind einige vorhanden, das reicht nur nicht. „Ein allzu braves Mädchen“ – ein allzu unausgegorener Roman.

Piper, 173 Seiten; 16,99 Euro


Becky Mastermandaumen rauf

Der stille Sammler

derstillesammlerBrigid Quinn, 59, war beim FBI eine Frau für die schwierigen Fälle. Nun soll sie ihren Ruhestand genießen. Doch dann wird sie wieder zu einem Fall gerufen, der ihr bis heute nachhängt. Am Leichenfundort in der Wüste Arizonas erkennt die ehemalige FBI-Agentin sofort die Handschrift des Route-66-Killers: Floyd Lynch, der die Polizei zu den beiden Toten geführt hat, scheint jener Serienkiller zu sein, den Brigid viele Jahre vergeblich gejagt hat. Doch irgendetwas stimmt nicht, das spürt auch Laura Coleman, die nun die Ermittlungen im Fall Lynch leitet. Verzweifelt, weil niemand ihre Bedenken teilt, vertraut sie sich Brigid an, und verschwindet bald darauf spurlos.

Ein Thriller, der die Hand nach Ihnen ausstreckt und Sie langsam in den Würgegriff bekommt. Mit jeder Seite drückt er mehr zu. Bis Sie keine Luft mehr bekommen. Becky Masterman hat mit ihrem Debüt-Thriller schon im Vorfeld für viel Furore gesorgt. Die Geschichte hält dem Sturm stand, der zuvor schon über die Bücherlandschaft hinweg gezogen war. Becky Masterman hat mit Brigid Quinn eine sehr ungewöhnliche Thriller-Heldin erschaffen. In Zügen erinnert sie an Cody McFaydens Heldin Smoky Barrett. Doch mit ihren 59 ist sie schon weit außerhalb der Altersspanne, die sonst für Ermittlerinnen ihres Kalibers gewählt wird. Und das Alter bringt eine Heldin hervor, die man so bisher kaum auf dem Thriller-Markt finden konnte. „Der stille Sammler“ ist ein Thriller, der einem die Nackenhaare aufstellt!

Auch als Hörbuch erhältlich bei Lübbe Audio. Die sehr schöne und vielseitig begabte Sprecherin Sabina Godec liest verstörend gut. 19,99 Euro.

Lübbe, 397 Seiten; 18,00 Euro


Frauke Scheunemanndaumen rauf

Hochzeitsküsse

hochzeitskuesseCaro und Marc wollen endlich heiraten. Die Freude wird getrübt, denn Schwiegermutter Hedwig will das Fest planen. Und Hedwig plant im ganz großen Stil. Dackel Herkules muss mal wieder ran, damit sein Frauchen Caro auch die Hochzeit bekommt, die sie sich wünscht.
Nach „Dackelblick“, „Katzenjammer“ und „Welpenalarm“ ist „Hochzeitsküsse“ der vierte Roman mit dem herzallerliebsten Dackel Herkules. Eine Komödie, die durchweg gute Laune macht! Wenn man die Welt mit den Augen des Dackel Herkules sieht, geht’s einem besser. Frauke Scheunemann hat es wieder getan, einen Bestseller geschrieben, der Spaß macht und das Lesen zum Urlaub macht.

Auch als Hörbuch erhältlich bei der Hörverlag. Der bekannte Schauspieler Andreas Pietschmann bringt die humorvolle Geschichte gut rüber. 14,99 Euro.

Page & Turner, 284 Seiten; 14,99 Euro


Louise Jacobsdaumen rauf

Fräulein Jacobs funktioniert nicht

FraeuleinJacobsfunktioniertnichtLouise Jacobs stammt aus der Kaffeefamilie Jacobs. Ihr sind Bildung, Glanz, Erfolg und Reichtum vorbestimmt. Doch Louise entwickelt sich ganz anders als gedacht, die Schule wird für sie zur Mammutaufgabe. Dann bekommt sie die Möglichkeit, ihr Leben zu ändern. Sie ergreift diese Chance. Das bringt aber ganz neue Eigenschaften an ihr hervor.
Das Bild, das Louise Jacobs von sich zeichnet, ist spannend, schockierend, beängstigend, ergreifend, Mut machend. „Fräulein Jacobs funktioniert nicht“ – das Buch funktioniert einwandfrei. Hier wird man seelisch richtig durchgerüttelt. Louise Jacobs schreibt darüber hinaus in einem sehr anschaulichen Stil. Sie schildert ihr Leben und das Land Amerika aus vollem Herzen.

Knaur, 335 Seiten; 19,99 Euro


Hörbuch der Woche

Martin Walkerdaumen rauf

Femme fatale

femmefataleEin schöner Fluss im Périgord, eine Einladung für Kanufahrer. Doch diesmal treibt dort auf einem Boot eine schöne nackte und vor allem tote Frau mit einem satanistischen Tattoo herum. Bruno, Chef de police ist gefordert. Es geht um undurchsichtige Finanzflüsse, um eine Rüstungslobby, um ein Labyrinth prähistorischer Grotten und ein internationales Ferienresort an lauschigen Ufern. Aber auch um Fischspezialitäten, mit denen Bruno die Frauen verführt und um Teufelsweiber, die schon lange die französischen Staats- und Finanzgeschäfte zu lenken versuchen.

Wieder ein gemütlicher Krimi aus dem Périgord. Martin Walkers Krimis machen Spaß, weil sie leicht dahinfließen. Die Krimihandlung entwickelt sich langsam. Walker nimmt sich viel Zeit für Nebenschauplätze und auch seinen Figuren gibt er viele Entfaltungsmöglichkeiten. Was oft total langweilig sein kann, ist bei Walker ein gemütliche Komposition. So ist auch der fünft Fall für Bruno, Chef de police, nicht für die Leser gedacht, die viel Krimipower wollen, denn hier liegen Sie mit Martin Walker komplett daneben. Zum Ende hin bzw. auf der achten CD da geht es dann aber doch so richtig rund. Der großartige Hörbuchsprecher Johannes Steck macht aus der „Femme fatale“ ein „Book fatale“. Denn Steck wird dem Leser zum Verhängnis, man muss einfach immer weiterhören.

Auch als Hardcover erhältlich bei Diogenes, 22,90 Euro.

Diogenes Hörbuch, 8 CDs, 637 Minuten; 29,90 Euro

Kolumne Nr. 247 vom 20.05.2013

Lucinda Rileydaumen rauf

Der Lavendelgarten

derlavendelgartenSüdfrankreich, 1998. Emilie de la Martinières ist aristokratischer Herkunft, wollte es aber nie sein. Sie hat sich ihr eigenes Leben aufgebaut und ist nun Tierärztin in Paris. Doch als ihre glamouröse, unnahbare Mutter Valérie stirbt, kehrt sie zurück in das herrschaftliche Château in der Provence. Das Erbe der Familie lastet nun allein auf Emilies Schultern. Sie muss viele Entscheidungen treffen. Sie lernt dabei den Engländer Sebastian kennen und lieben. Emilie erfährt von einem Angestellten des Château, dass Sebastians Großmutter Constance schon einmal hier war. Und ihre dramatische Geschichte führt zurück ins Jahr 1943, in das von den Deutschen besetzte Frankreich.

Wie macht sie das nur? Lucinda Riley schreibt Geschichten, die einen tief ins Herz treffen und aus dem Kopf nicht mehr verschwinden. Nach „Das Orchideenhaus“ und „Das Mädchen auf der Klippe“ nun ihr dritter Bestseller „Der Lavendelgarten“. Wieder eine Geschichte voller Geheimnisse und unerhört viel Spannung, faszinierender Figuren, großen Überraschungen, herrlichen Landstrichen und Umgebungen. Lucinda Riley = Lesen, rasend schnell, weil man jede Seite wie ein Schwamm in sich aufsaugt. „Der Lavendelgarten“ entwickelte sich von einer schönen und heiklen Liebesgeschichte zu einem Agenten-Thriller, der im 2. Weltkrieg spielt. Riley schreibt, wie man es aus den beiden Vorgängerromanen kennt, gleich zwei Romane und verbindet sie zu einer großen und außergewöhnlichen Geschichte. Eine berauschende Lektüre!

Auch als Hörbuch erhältlich bei der Hörverlag. Simone Kabst verleiht mit ihrer Stimme der Geschichte die besondere Aura die sie verdient. 14,99 Euro.

Goldmann, 508 Seiten; 9,99 Euro


Friedrich Dönhoffdaumen runter

Seeluft

seeluftZwischen den Aktivisten von Ökopolis und der Hamburger Reederei Köhn herrscht Streit. Den einen geht es um die Umwelt, den anderen um ihre Konkurrenzfähigkeit. Als am Fischmarkt die Leiche eines Reeders gefunden wird, nimmt Kommissar Sebastian Fink die Ermittlungen auf. Seine Recherchen führen ihn zu einem verbitterten Manager, zu einer sportbesessenen Witwe auf dem Land und zu einem verliebten Studentenpaar in St. Pauli. Auch Privat hat Sebastian viel zu tun. Seine Großmutter besucht ihn und konfrontiert ihn mit einem gut gehüteten Familiengeheimnis.

Der adrette Friedrich Dönhoff hat mit Sebastian Fink einen Kommissar erschaffen, der durchaus Wiedererkennungswert hat. Nach „Savoy Blues“ und „Der englische Tänzer“ ist „Seeluft“ der dritte Fall für den Hamburger Kommissar. Dem Kriminalroman liegt ein interessantes Thema zu Grunde. Das Aufeinandertreffen von profitstrebender Wirtschaft und für die Umwelt kämpfende Organisationen bietet genügend Potenzial für einen spannenden Krimi. Leider schöpft hier Dönhoff dieses Potenzial nicht aus. So verläuft die Krimihandlung auf gutem Fernsehvorabendniveau. Außer Sebastian Fink sind die Figuren nicht wirklich bleibende Akteure. Man hat sie schnell wieder vergessen. Somit geht „Seeluft“ auf halber Strecke die Luft aus.

Diogenes, 356 Seiten; 14,90 Euro


Amanda Knoxdaumen rauf

Zeit, gehört zu werden

ZeitgehoertzuwerdenAm 1. November 2007 wurde in Perugia die britische Austauschstudentin Meredith Kercher in ihrer Wohnung vergewaltigt und brutal ermordet. Im Fokus der Ermittlungen stand sofort Merediths amerikanische Mitbewohnerin Amanda Knox. Gemeinsam mit ihrem Freund Raffaele Sollecito und einem Afrikaner soll sie die Bluttat begangen haben. In einem spektakulären Indizienprozess wurde Amanda Knox schuldig gesprochen und zu 26 Jahren Haft verurteilt. Doch die Ermittlungen waren durch schwere Pannen und massive mediale Vorverurteilungen gekennzeichnet. In einem Berufungsverfahren im Oktober 2011 wurde dann die Beweisführung der Anklage verworfen – Amanda war endlich wieder frei und konnte in ihre Heimat ausreisen. In diesem Buch erzählt sie nun ihre Geschichte.

Kaum ein Justizfall hat westliche Medienwelt in den letzten Jahren so beschäftigt, wie die Akte Amanda Knox. Das Buch enthüllt nun die ganze Wahrheit hinter dem Fall. Amanda Knox zeigt auf, wie das Schicksal ihren Weg vorzeichnete. Es hätte einige andere Abzweigungen gegeben, aber sie wurden nicht genommen. So landete Amanda Knox am Ende an diesem Tag in dieser Wohnung. Und wurde am Ende des Mordes beschuldigt. „Zeit, gehört zu werden“ ist eine Lektüre, für die man Zeit haben sollte, denn sie sollte unbedingt gelesen werden. Ein dramatischer Thriller, den das Leben geschrieben hat. Man leidet mit Amanda Knox, kann es nicht verstehen, wie es soweit kommen konnte. Eine Schande für die italienische Justiz. Ein Buch, das weltweit die Bestsellerlisten stürmen wird!

Droemer, 476 Seiten; 19,95 Euro


Waldemar Hartmanndaumen rauf

Dritte Halbzeit – Eine Bilanz

drittehalbzeiteinebilanzWaldemar Hartmann – wer kennt ihn nicht, das über Jahrzehnte lange Aushängeschild des ARD-Sports – bis zu seinem Rausschmiss. Er wurde entweder geliebt oder gehasst. Ein Mann wie er, hat viel zu erzählen. Menschen, die Bedeutung in seinem Leben haben sind u. a. Beckenbauer, Rummenigge, Muhammad Ali, Franz Josef Strauß, Harald Schmidt, Ottfried Fischer und natürlich Rudi Völler, der Waldemar Hartmann eine Privatrente besorgte.
Waldemar Hartmann kann’s nicht nur im Fernsehen, kräftig austeilen, seriös analysieren und immer wieder einen Schenkelklopfer liefern, sondern auch als Autor. Seine Biographie, die Bilanz seines fußballerischen Journalistenlebens, ist gespickt mit Geheimnissen der Sportprominenz und mit Anekdoten aus seiner jahrzehntelangen Arbeit. Ein Buch, das es mit 90 spannenden Fußballminuten aufnehmen kann.

Heyne, 366 Seiten; 19,99 Euro


Dan Wells daumen rauf

Aufbruch – Partials 1

aufbruchPartials, Wesen geschaffen von den Menschen. Unverwundbar. Perfekt, Übermächtig. Doch die Wesen haben die Herrschaft übernommen. Nur wenige Menschen haben überlebt. Auf Long Island, vor den Toren Manhattans, leben sie nun. Die Zeit der Menschheit läuft ab, es wurde seither kein Baby mehr geboren. Es bleibt nur, sich den Partials zu stellen und die Wahrheit über alles zu erfahren.
Ein düsterer und extrem spannender Zukunfts-Thriller! Dan Wells, Autor von Bestseller wie „Ich bin kein Serienkiller“ und „Mr. Monster“ hat mit diesem Roman eine neue Serie gestartet, die aus der Masse aus diesem Genre heraussticht. Wells schafft ein beklemmendes Szenario, bei dem man mitfiebert, aber in das man selbst nie kommen möchte. „Partials 1“ überzeugt. Dan Wells, schnell nachlegen!

IVI, 506 Seiten; 16,99 Euro


Hörbuch der Woche

Corina Bomanndaumen rauf

Der Mondscheingarten

dermondscheingartenAntiquitätenhändlerin Lilly bekommt eine ungewöhnliche alte Geige angeboten: Auf ihrer Unterseite ist eine Rose ins Holz gebrannt. Lilly ist fasziniert von dem alten Instrument und will das Rätsel der Rose unbedingt entschlüsseln. Sie sucht Hilfe bei dem Musikexperten Gabriel. Gemeinsam finden sie heraus, dass die Geige vor über hundert Jahren einer berühmten Violinistin gehörte, die damals plötzlich verschwand. Gebannt vom geheimnisvollen Schicksal der schönen Frau begibt Lilly sich auf deren Spuren, die sie nach Italien und schließlich nach Sumatra führen. Dort findet sie die Lösung des Rätsels und nicht nur das …

Nach ihrem Bestseller großartigen „Die Schmetterlingsinsel“ legte Corina Bomann in diesem Genre nach. „Der Mondscheingarten“ ist so verschlungen geschrieben, wie ein großer Prachtgarten vor einem Schloss angelegt ist. Eine Geschichte die einen wahrlich fesselt! Mit seinen Figuren und der verschlungenen Geschichte um die Rosengeige. Bomann entführt einen in eine vergangene Welt. Prächtig! Elena Wilms liest die Geschichte stimmungsvoll und melodisch. Man merkt ihr die Theater- und Schauspielerfahrung an. Elena Wilms hatte auch schon „Die Schmetterlingsinsel“ gelesen.

Auch als Taschenbuch erhältlich bei Ullstein, 9,99 Euro.

Hörbuch Hamburg, 6 CDs, 454 Minuten; 14,99 Euro

Kolumne Nr. 248 vom 27.05.2013

Bill O’Reilly / Martin Dugarddaumen rauf

Killing Kennedy

killingkennedyDallas, 22. November 1963 – 12:30 Uhr: Lee Harvey Oswald späht durch das Zielfernrohr seines Gewehrs. Oswald weiß, dass er kaum Zeit haben wird. Zwei Schüsse wird er sicher abgeben können. Sein Ziel klar vor Augen, atmet er aus und drückt den Abzug. Der erste Schuss trifft den Präsidenten im Nacken. Beunruhigt wendet Jackie sich ihrem Mann zu. Kaum fünf Sekunden sind seit dem ersten Schuss vergangen, da schlägt die zweite Kugel in Kennedys Hinterkopf ein. Das Ende einer großen Präsidentschaft – vor allem für Amerika und die Welt. Was vor diesem Tag alles geschah, auch darauf geht dieses Buch intensiv ein.

„Killing Kennedy“ – ein gelebter Thriller! Erschreckend und erschütternd, erforschend und erhellend. In 2013 sind es nun fünfzig Jahre her seit dem Attentat in Dallas. Seitdem ist der Mythos Kennedy ungebrochen. JFK war nicht nur ein Präsident er USA, er war DER Präsident. Und das nicht nur wegen des politischen Weges, den er beschritt, sondern auch wegen seiner außergewöhnlichen Persönlichkeit außerhalb des Präsidentenamts. Das Autorenteam O’Reilly und Dugard schreiben präzise und stilistisch scharf. Dadurch geht „Killing Kennedy“ weit über ein normales Sachbuch zu diesem Thema hinaus. Sie blicken in die Abgründe des Kennedy-Clans, auf Kennedys Fehler, auf seine historischen Entscheidungen, aber vor allem auf das Attentat. Auch wird Lee Harvey Oswalds Weg bis zum Attentat nachgezeichnet. Wo man dann u. a. auch erfährt, dass Kennedys Rückenprobleme das Attentat begünstigten und wohl seinen Tod bedeuteten. Kennedys und Oswalds Weg gehen in diesem Buch gleichauf voran. Bis zum todbringenden Showdown, der die Welt in ein schwarzes Loch riss. Weiterführend kann ich auch das Buch „John F. Kennedy – Biographie“ von Alan Posener empfehlen. Die Besprechung hierzu lesen Sie weiter unten.

Droemer, 400 Seiten; 19,99 Euro


Rosa Liksomdaumen runter

Abteil Nr. 6

abteilnr6Ein Zug unterwegs in den Weiten Sibiriens. In Abteil Nr. 6 ist es eng. Die finnische Archäologiestudentin sitzt dort mit einem undurchsichtigen Russen. Aus der erhofften beschaulichen Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn wird ein Höllentrip. Eine Woche, in der sie notgedrungen schweigt, denn er reißt vulgäre Witze und erzählt von Vergewaltigungen, Schlägereien und dem Mord, für den er im Gefängnis saß. Je mehr Wodka er trinkt, desto heftiger werden seine Geschichten. Und doch entwickelt er echte Fürsorge für seine Mitreisende, teilt mit ihr Essen – bis er ihr das Wertvollste schenkt, das er besitzt: das Messer, mit dem er einen Menschen erstochen hat.

Die Finnin Rosa Liksom wurde in ihrem Heimatland für diesen Roman mit dem angesehensten Literaturpreis ausgezeichnet. Da fragt man sich, was die Jury dieses Preises gelesen hat. Das Buch verspricht nämlich sehr viel, hält aber nur sehr wenig davon. Die Geschichte kommt nie richtig voran. Man denkt immer, wann geht es nun eigentlich los. Man wartet geduldig. Erfährt derweil wie Rosa Liksom sich so dermaßen in Nebensätzen und Handlungen, die für die eigentliche Geschichte keine Rolle spielen, verfängt. Auch sind die Figuren wenig sympathisch, so dass es einem egal ist was er wieder macht und sie dabei denkt. Zudem sind viele Dialoge unglaubwürdig. Und dann ist das Buch zu Ende und man fragt sich, wo ist hier nun die eigentliche Geschichte?

DVA, 212 Seiten; 14,99 Euro


Elin Hilderbranddaumen rauf

Ein Tag im Sommer

eintagimsommerSommer in Nantucket, Massachusetts. Es ist Graduation-Day, der wichtigste Tag des Jahres. Ende des Schulalltags, Aufbruch in ein aufregendes neues Leben. Doch als Penny, Hobby, Jake und Demeter abends von der Abschlussfeier nach Hause fahren, rast das Auto einen Abgrund hinunter. Ein Unfall, der das Leben aller verändert, auch das ihrer Eltern. Pennys Mutter zieht sich in sich zurück, Jakes Eltern fliehen ans andere Ende der Welt. Doch ein Neuanfang ist für sie alle nur möglich, wenn sie sich den traumatischen Erlebnissen stellen — und den Geheimnissen, die sie bisher voreinander verborgen haben.

Ein Buch, bei dem man wahrlich strandet! Die Geschichte ist so stürmisch, wie ein heftiger Wellengang, so ruhig und funkelnd wie ein Sonnenuntergang und so träumerisch schön wie einzelne Wölkchen am blassblauen Himmel. Dafür ist die Amerikanerin Elin Hilderbrand, die auch auf Nantucket lebt, bekannt. Schon mit ihren letzten Romanen „Barfuß“, „Das Sommerhaus“ und „Inselglück“ konnte sie ähnlich begeistern. In „Ein Tag im Sommer“ bekommen die Figuren des Romans Platz, denn jeder hat seine eigene Stimme. Hilderbrand fokussiert sich so nicht auf Hauptfiguren, was manchmal etwas anstrengend zu lesen ist. Aber die großen Dramen des Lebens haben in diesem Roman Hochkonjunktur.

Bloomsbury Berlin, 444 Seiten; 14,99 Euro


Jana Oliverdaumen rauf

Höllenflüstern

hoellenfluesternDer Vater der 17jährige Dämonenfängerin Riley Blackthorne wurde von Dämonen getötet und als Reanimierter entführt. Rileys Exfreund Simon hat sie an die Jäger des Vatikans verraten. Nun steht sie auf der Fahndungsliste und ist auf der Flucht vor ihnen. Um ihre Unschuld zu beweisen, muss sie auf eigene Faust aufklären, was in Atlanta faul ist und wer im großen Spiel von Himmel und Hölle falsch spielt.
„Höllenflüstern“ ist der dritte Band der Reihe „Riley Blackthorne – Die Dämonfängerin“. Jana Oliver hat mit Riley Blackthorne eine Figur entworfen, der Leserinnen und Leser reihenweise zum Opfer fallen, zum Leseopfer. Die Serie hat starkes Abhängigkeitspotenzial!

FJB, 503 Seiten; 16,99 Euro


Alan Posenerdaumen rauf

John F. Kennedy – Biographie

johnFKennedyBiographieEr war der Hoffnungsträger einer ganzen Generation – John F. Kennedy. In seiner 1036 Tage währenden Amtszeit wurde er konfrontiert mit der Kuba-Krise, dem Bau der Berliner Mauer und dem aktiven Eingreifen der USA in den Vietnam Krieg. Aber er war auch ein Frauenheld mit unzähligen Affären. JFK war so viel. Und dann kam der 22.11.1963. Das Attentat. JFK starb.
Alan Posener porträtiert in diesem kleinen Büchlein fein die große Figur John F. Kennedy. Unterteilt in die Kapitel „Eine amerikanische Dynastie“, „Kalter Krieg“, „Der Kampf ums Weiße Haus“, „1036 Tage“ und „Ein Attentat und seine Folgen“. Ein Buch, das sich kein Kennedy-Interessierter entgehen lassen sollte!

Rowohlt, 200 Seiten; 18,95 Euro


Hörbuch der Woche

Verschiedene Autorendaumen rauf

Gruselkabinett Folge 71 bis 75

gruselkabinettIn „Der Eschenbaum“ geht in Ost-England im Jahre 1690 eine Hexe um. So wird zumindest vermutet. Matthew Fell beobachtet im Park eines Anwesens die Frau in Vollmondnächten, wie sie sich an einem gewaltigen Eschenbaum zu schaffen macht. In „Markheim“ geht dieser in ein Geschäft und will für seine Verlobte ein Weihnachtsgeschenk kaufen. Als er in einen Spiegel des Antiquitätenhändlers Miller blickt hat das schreckliche Folgen. „Das Grauen im Blue-John-Stollen“ holt Dr. James Hardcastle ein, der zur Erholung im ländlich-idyllischen Derbyshire weilt. „Die Macht der Dunkelheit“ führt in die Grafschaft Kent, ins Jahr 1924. Ein Paar, das aus London, hierher gezogen ist, erlebt in einer abgelegenen Kirche die Macht der Dunkelheit. In „Weiß“ finden wir uns im London von 1858 wieder. Der junge Arzt Charles Elveston wird auf ein Herrenhaus aufmerksam, das der Besitzer nur komplett weiß gekleidet betritt. Was verbirgt sich dahinter?

Die Serie das „Gruselkabinett“ überzeugt wieder mit atmosphärischen Schauergeschichten von Autoren, die ihr Fach verstehen. Folge 71 „Der Eschenbaum“ von M. R. James, Folge 72 „Markheim“ von Robert Louis Stevenson, Folge 73 „Das Grauen im Blue-John-Stollen von Arthur Conan Doyle, Folge 74 „Die Macht der Dunkelheit von Edith Nesbit“ und Folge 75 „Weiß“ von Mary Fortune. Als Sprecher sind mit dabei: Hasso Zorn, Frank-Otto Schenk, Katarina Tomaschewsky, Helmut Zier, Wolfgang Welter, Hans Bayer, Julia Stoepel, Marc Oliver Schulze, Ingrid Steeger, Horst Naumann, Brigitte Kollecker-Frank, Wolfgang Rüter, Tim Schwarzmaier, Johannes Raspe, Niels Clausnitzer, Stephanie Keller und noch viele mehr.

Lübbe Audio und Titania Medien, je 1 CD, je ca. 60 - 70 Minuten; je 6,99 Euro