Kolumne Nr. 167 vom 07.11.2011

Cecelia Ahern

Ein Moment fürs Leben

Lucy Silchesters Leben ist eher Baustelle als Vergnügungspark. Ihre große Liebe hat sie verlassen, ihr Job als Übersetzerin von Gebrauchsanweisungen macht sie nicht so richtig glücklich und mit ihrer Familie redet sie auch nur das Mindeste. Ihr einziger sicherer Wegbegleiter ist ihre Kater. So wundert sie sich auch nicht, als sie eine Einladung zu einem Treffen bekommt – von ihrem Leben. Sie hat von anderen schon gelesen, dass danach alles anders ist. Als ihr Leben dann so direkt vor ihr steht, ist Lucy dann doch überrascht, so hat sie sich ihr Leben wirklich nicht vorgestellt. Am liebsten würde sie es direkt wieder loswerden. Doch ihr Leben denkt gar nicht daran, sie in Ruhe zu lassen. Ihr Leben ist ein eher unattraktiver Er der ihr fortan auf Schritt und Tritt folgt.

Jeder kennt diese Gefühle: Läuft alles richtig in meinem Leben? Was kann ich hinterfragen? Ist es gut, so wie ich es mache? Diese Fragen u. a. stellt Cecelia Ahern in ihrem neuen Roman. „Ein Moment fürs Leben“ ist DER Roman für jeden, der sein Leben richtig leben will. Dazu gehört nicht zu lügen (die Mininotlügen sind da ausgeschlossen), denn jeder Lüge folgt eine weitere. So wird das Leben zum Lügenlabyrinth, in dem man sich selbst verläuft. Eine ideenreiche Geschichte über das Leben und die Liebe. Skurril, witzig, traurig, normal, genauso wie das Leben eben ist. „Ein Moment fürs Leben“ ist wunderbare und kluge Unterhaltungsliteratur!

Auch als Hörbuch erhältlich bei Argon Hörbuch, fröhlich und gefühlvoll gelesen von Luise Helm, 19,95 Euro.

Krüger, 445 Seiten; 16,95 Euro

Anja Haas

The Pixel Book

Marilyn Monroe, die Beatles, Elvis, Mozart, Tarzan, Marlene Dietrich, Luciano Pavaroti, Siegfried & Roy, Charlie Chaplin, Bud Spencer und Terence Hill, David Hasselhoff und Pamela Anderson, Superman, Batman, Hulk, Lucky Luke, Pipi Langstrumpf, Schneewittchen und die sieben Zwerge, Rotkäpchen, Albert Einstein, die Queen, Mutter Theresa, Gandhi, Fidel Castro, Napoleon, und noch so einige mehr Persönlichkeiten der medialen und kulturellen Weltgeschichte. Was verbindet diese Persönlichkeiten? Sie sind alle in diesem Buch versammelt.

Die Idee ist durchaus lobenswert. Die Idee, mit aus unserer Welt nicht mehr wegzudenkende Pixel, berühmte Persönlichkeiten zu erschaffen. Die Kommunikationsdesignerin Anja Haas hat das in diesem Buch getan. Es ist ein kunterbuntes Büchlein, das zum mitraten einlädt und in der Art eines Daumenkinos gestaltet ist. Aber man fragt sich schon schnell, was außer etwas Spaß bringt einem dieses Buch? Nichts. Denn, wenn man es als Daumenkino einsetzt, hat man es in zehn Sekunden durch. Und dann? Es bleibt nur das Regal, in dem es verstaubt, die Altpapiertonne oder die Möglichkeit, es zu verschenken, damit man es los ist.

Cadeau, 96 Seiten; 8,00 Euro

Thomas Enger

Sterblich

Journalist Henning Juul hat bei einem Brand seinen kleinen Sohn verloren und schwere Narben, äußerlich wie seelisch davongetragen. Nach zwei Jahren kehrt er nun an seinen alten Arbeitsplatz in der Online-Redaktion von 123nyheter. Er will es langsam angehen lassen, aber ein grausamer Mord lässt das nicht zu. Auf dem Ekeberg wurde die Leiche einer 23-jährigen Filmstudentin gefunden. Der Körper weist schreckliche Folterspuren auf – oder sind es die Folgen einer Strafe nach den Regeln der Scharia? Polizeiermittler und Journalisten glauben an einen Ehrenmord. Nur Hennings Instinkt sagt etwas anderes. Aber kann er sich darauf noch verlassen? Seine Nachforschungen bringen ihn in tödliche Gefahr.

Ein Thriller, der in Norwegen wie eine Bombe eingeschlagen hat! Die Presse und die Leser sind begeistert, die Übersetzungsrechte in 15 Länder verkauft, eine Verfilmung der Serie ist geplant. Ist das alles gerechtfertigt? Ja! „Sterblich“ ist unheimlich fesselnd von Anfang bis Ende! Thomas Enger schafft es, einen spannenden und schnellen Thriller zu erzählen, der die Figuren trotzdem sehr intensiv beleuchtet. Bei anderen Autoren wird das schnell zäh und langweilig, nicht bei Thomas Enger. Stieg Larsson war gestern, Thomas Enger ist heute! Henning Juul macht süchtig. Thomas Enger ist mit diesem Thriller ein großer Wurf gelungen! Auf die Folgebände kann man sich jetzt schon freuen.

Auch als Hörbuch erhältlich bei Random House Audio, filmreif gelesen von Matthias Brandt, 19,95 Euro.

Blanvalet, 411 Seiten; 14,99 Euro

Jakob Ejersbo

Liberty

Tansania 1980. Christian, Sohn dänischer Eltern, die hier als Entwicklungshelfer arbeiten, fühlt sich allein. Als er Marcus kennen lernt, ein schwarzer Junge mit schwierigen Familienverhältnissen, ändert sich das. Nach einem schweren Schicksalsschlag gibt er ihm Halt. Doch beide Jungen wünschen sich das, was der andere ist – schwarz bzw. weiß zu sein.
Ein ganz großer Roman über Freundschaft, Afrika, das Leben und das, welches man gerne führen würde. Das Buch hat eine unheimliche Kraft, es ist finster wie eine afrikanische Nacht und treibt einem immer wieder den Schweiß auf die Stirn. „Liberty“ ist mit glühender Intensität erzählt. Es ist der erste Roman dieser Afrika-Trilogie, „Exil“ und „Revolution“ folgen im Jahr 2012. Jakob Ejersbo hatte damit in Dänemark die Bestsellerliste dominiert. Leider verstarb der Autor 2008 nach längerem Krebsleiden.
btb, 864 Seiten; 19,99 Euro

 

Patrick Rothfuss

Die Furcht des Weisen – Teil 1

Kvothe hat ein großes Ziel, die sagenumwobenen Chandrian, die seine Eltern getötet haben, zu finden. Aber bis dahin ist es ein steiniger Weg, über die arkanische Universität, die er verlassen muss bis hin zum Banditenjäger am Hof von Maer Alveron.
„Die Furcht des Weisen“, Tag Zwei der Königsmörder-Chronik, 1. Teil, ist die Fortsetzung des Weltbestsellers „Der Name des Windes“. Patrick Rothfuss wird mit J. R. R. Tolkien verglichen. Zu Recht, er hat eine hohe literarische Qualität ins Fantasy-Genre gebracht. Mit diesem Buch setzt er wieder Maßstäbe. Rothfuss erzählt kraftvoll, detailreich und spannend. Der 2. Teil erscheint im Februar 2012.
Klett-Cotta, 859 Seiten; 24,95 Euro

Hörbuch der Woche

Eugen Ruge

In Zeiten des abnehmenden Lichts

Drei Generationen stehen im Mittelpunkt: Die Großeltern, noch überzeugte Kommunisten, kehren Anfang der 50er Jahre heim in die junge DDR, um dort ihren Anteil am Aufbau der neuen Republik zu leisten. Ihr Sohn Kurt, als junger Mann nach Moskau emigriert, kehrt mit seiner russischen Frau Irina zurück in eine Kleinbürgerrepublik, an deren Veränderbarkeit er weiterhin glauben will. Dem Enkel Alexander indes wird die Wahlheimat von Eltern und Großeltern zusehends zu eng. Die Strahlkraft der politischen Utopie scheint sich von Generation zu Generation zu verdunkeln: Es ist die Zeit des abnehmenden Lichts.

Eine Geschichte, die Deutschland bewegt! Eugen Ruge ist mit seinem Debüt ein Megabestseller gelungen – Deutscher Buchpreis 2011, Platz 1 auf der Bestsellerliste und die 10. Auflage wird er wohl auch bald erreicht haben. Eugen Ruge erzählt unaufgeregt, feinfühlig, traurig und humorvoll in einem feinen Ton von der DDR und das, was war, im totalitären Staat. Ein Roman, der spannend und lehrreich ist. Er zeigt unterschiedliche Generationen auf und was die DDR aus diesen Menschen machte. Ulrich Noethen verleiht mit seiner ruhigen Stimme dem Roman die Melancholie, die der Geschichte gut zu Gesicht steht. Einem der beliebtesten deutschen Schauspieler zuzuhören macht große Freude!

Auch als Hardcover erhältlich bei Rowohlt, 19,95 Euro.

Argon Hörbuch, 10 CDs, 727 Minuten; 29,95 Euro

 

Kolumne Nr. 168 vom 14.11.2011

Iny Lorentz

Töchter der Sünde

Die einstige Wanderhure Marie lebt mittlerweile ruhig auf Burg Kibitzstein. Ihr Leben hat aber weiter Aufregendes zu bieten – ihren Sohn Falko. Dieser ist ein Heisssporn, oft übermütig und einer hübschen Frau ist er niemals abgeneigt. Als er sich bei einem Turnier den Zorn eines Gegners zuzieht, sieht der Fürstbischof von Würzburg keine andere Möglichkeit, als Falko für einige Zeit nach Rom zu schicken. Mit ihm schickt er seine Nichte Elisabeth. Sie soll in Rom Vorsteherin in einem Nonnenkloster werden. In Rom beginnt Falko dann eine Affäre mit der Tochter seines Todfeindes. Damit gefährdet er die Aufgabe, die er dort ausführen soll. Er soll den Besuch des deutschen Königs Freidrich III. und seine Kaiserkrönung vorbereiten. Doch Falkos Widersacher lauern schon …

Iny Lorentz rockt den historischen Roman! In ihren Büchern ist so viel los, dass es einem ganz schwindelig wird – spannend, ereignisreich und flott erzählt. So ist auch „Töchter der Sünde“. Ein weiteres geschichtsträchtiges Highlight des Münchner Autorennpaars. Es ist der fünfte Band der „Wanderhuren“-Saga. Liebe und Leidenschaft, Verwicklungen und Ränkespielchen auf allen Gesellschaftsebenen, Mord und Totschlag, Freundschaften und Ehen, es fehlt an nichts in diesem Roman. Manch historisches Detail wird vielleicht nicht so ausgeleuchtet, wie das bei anderen hochkarätigen Autorinnen dieses Genres der Fall ist, aber bei keiner anderen passiert so viel wie bei Iny Lorentz. Der zweite und dritte Teil der Saga wird vom Fernsehen gerade verfilmt. Wird 2012 zu sehen sein.

Auch als Hörbuch erhältlich bei Lübbe Audio, gelesen von Lorentz-Stammleserin Anne Moll, 19,99 Euro.

Knaur, 778 Seiten; 19,99 Euro

Birgit Querengässer

Die feine Art des Vögelns

Das Buch enthält die „Analyse des Geschlechtsaktes unter dem Aspekt der gesellschaftlichen Etikette des frühen 21. Jahrhunderts bei größtmöglicher Ausklammerung jeglicher Erotik“. Dieser Ratgeber „nutzt das Zeitfenster geistiger Klarheit, um dem vorübergehenden aufnahmefähigen Leser Benimmregeln für den Ernstfall zu vermitteln“. Die Autorin verrät viele Wahrheiten über Sex, Sexpartner, Kontaktaufnahme, was man tun sollte und was nicht, wenn es drauf ankommt, und noch einiges mehr. Darunter auch, dass man am besten viele Partner im Leben hat, wenn man viel Sex haben will. Mit dem eigenen Partner ist nach Jahren „eine unbekleidete Interaktion nur noch lächerlich“ und man hat immer das „diffuse Gefühl von Inzest.“

Die Aufmachung des Buches ist verrucht gut. Die Seiten in zartem rose gehalten und der Titel verspricht einiges. Der Text ist auf den 206 Seiten sehr großzügig gesetzt, er hätte auch auf 60 Seiten Platz gehabt, aber das hätte sich natürlich nicht so gut gemacht. Aber auch die aufgeblähte Variante verspricht nichts Neues aus dem Geschlechterdschungel. Birgit Querengässer, Baujahr 1982, schreibt derzeit eine monatliche Kolumne für die Zeitschrift „Jolie“, präsentiert hier oft Altbackenes in neuem Gewand. Das macht es aber auch nicht erotischer und schon gar nicht besser. Das Buch enthält viele Punkte, u. a. Die Geschichte der Sexualität, Die Kunst der Verführung, Benimmregeln beim Sex und was die anderen Länder in Sachen Sex so pflegen. Keiner der Punkte geht dabei aber in die Tiefe. Soundso ist dieses Buch nur als komische Sexlektüre zu betrachten und nicht als Sexratgeber.

Klett-Cotta, 206 Seiten; 14,95 Euro

Lauren Kate

Engelsmorgen

Für Luce ist es enorm schwer, wenn sie von ihrer großen Liebe, dem gefallenen Engel Daniel, getrennt sein muss. Seit einer Ewigkeit suchen sie nacheinander, und nun, da sie sich endlich gefunden haben, muss Daniel sie schon wieder verlassen. Solange, bis er die Unsterblichen besiegt hat, die Luce töten wollen. Daniel versteckt Luce in Shoreline, einem Internat an der kalifornischen Küste. Dort lernt Luce, die furchterregenden Schatten, die sie seit frühester Kindheit umgeben, zu kontrollieren und mit ihrer Hilfe in die Vergangenheit zu blicken. Sie findet in dem zuerst ungeliebten Internat Freunde und mit ihnen muss sie einige Aufgaben bestehen. Und je mehr Luce über ihre und Daniels frühere Leben erfährt, desto mehr ahnt sie, dass er ihr etwas verschweigt. Doch welches gefährliche Geheimnis ist das?

Lauren Kate setzt nahtlos an die Klasse  des Vorgängerbandes „Engelsnacht“ an. Sie schreibt wie ein Engel. Mal schwingen hier die freundlich weißen Flügel, mal die finsteren schwarzen Flügel. Für Luce geht man als Leser durchs Feuer. Ihre Entwicklung ist atemberaubend. Lauren Kate schreibt wie eine moderne Jane Austen, die das Fantasy-Genre für sich entdeckt hat. „Engelsmorgen“ ist ein junger, frischer und fantastischer Mix aus Romance-Mystery und spannendem Thriller. Lauren Kates Saga ist „Twilight“, „House of Night“ und „Evermore“ auf engelisch!

Auch als Hörbuch erhältlich bei der Hörverlag, gelesen von Fantasy-Stimme Anna Thalbach, 19,99 Euro.

cbt, 444 Seiten; 17,99 Euro

Cinda Williams Chima

Das Exil der Königin

Das Schicksal der Welt geborgen in einem Amulett. Der einfache Straßenjunge Han Alister – in Wahrheit Nachkomme des mächtigen Dämonenkönigs, ausgestattet mit ungeheuren magischen Kräften – muss in diesem Band die Techniken der Magie erlernen, nur so kann er den Kampf gegen Hochmagier Lord Bayar bestehen.
Facettenreiche Fantasy mit starken Helden und Heldinnen und einer Welt voller Wiedererkennungswert. Die Geschichte saugt einen auf, wie das Auge eines Tornados. Eine Mischung aus dem Kino-Kracher „Bravehart“ und den besten Elementen der Fantasy. Nach „Der Dämonenkönig“ ist dies der zweite Band der Trilogie.

Goldmann, 671 Seiten; 12,00 Euro

Jon Osborne

Töte mich

Nathan Stiedowe hat ein klares Ziel, er will DER Serienkiller der Geschichte werden. Nathan begeht die grausamsten Morde der Geschichte ein zweites Mal, jedoch ohne die Fehler der Vorgänger. FBI-Agentin Dana Whitestone ermittelt. Und es wird ein sehr privater Fall für sie.
Jon Osborne legt mit seinem Thriller-Debüt mächtig los. „Töte mich“ ist ein harter und perfider Thriller. Nichts für schwache Gemüter! Cody Mcfadyen-Leser werden In Zukunft auch Jon Osborne-Leser. „Töte mich“ ist erst der Anfang, Osborne arbeitet bereits an seinem zweiten Buch.

Auch als Hörbuch erhältlich bei Lübbe Audio, fesselnd gelesen von Nicole Engeln, 16,99 Euro.

Lübbe, 348 Seiten; 14,99 Euro

Hörbuch der Woche

Chevy Stevens

Never Knowing

Sara freut sich auf ihre Hochzeit. Doch zuvor hat sie noch nachforschen lassen, wer ihre leibliche Mutter ist, denn Sara wurde adoptiert. Ein schwerer Fehler. Denn so wird zu Tage gefördert, dass Ihr leiblicher Vater der berüchtigte Campsite-Killer ist. Seit über dreißig Jahren geht er jeden Sommer auf die Jagd nach Frauen. Er ist einer der meistgesuchten Verbrecher des Landes. Mit Hilfe der Therapeutin Nadine versucht Sara, gegen ihre Ängste anzukämpfen. Doch es bleibt die Frage: Hat sie mehr von ihrem Vater geerbt, als sie sich eingestehen will? Sara erkennt bald, dass die Erkenntnis, einen Serienkiller als Vater zu haben, nicht das Schlimmste ist. Denn plötzlich will dieser Vater Teil ihres Lebens sein und er möchte auch seine kleine Nichte kennen lernen.

Die schöne Chevy Stevens hat mit ihrem Debütthriller „Still Missing“ gleich einen internationalen Bestseller gelandet. Mit „Never Knowing“ führt Chasy Stevens den Leser in eine Spirale des Psychoterrors. Sie legt wie schon in „Still Missing“ die Schwerpunkte auf das Opfer und den Täter, die Ermittler sind nur Randfiguren. Mit dieser unheimlichen Nähe baut auch der Leser eine für ihn unheimliche Nähe auf. Ein Chevy Stevens’ Thriller hinterlässt so auch Spuren in der eigenen Psyche. Da hat man dann auch nach der Lektüre noch dran zu knabbern. „Never Knowing“ ist super spannend und super wendungsreich! Laura Marie spricht Sara so beängstigend gut, dass man meint, sie selbst hat das alles wirklich so durchlebt. Chevy Stevens und Laura Marie ergeben höchsten Thriller-Hörgenuss. Eine Glanzleistung!

Auch als Hardcover erhältlich bei Fischer Taschenbuch, 8,99 Euro.

Argon Hörbuch, 6 CDs, 412 Minuten; 19,95 Euro

 

Kolumne Nr. 169 vom 21.11.2011

Deborah Harkness

Die Seelen der Nacht

Historikerin Diana Bishop liebt ihren Beruf. Dort geht sie voll auf, doch der Weg dorthin war gar nicht einfach, denn in ihr fließt das Blut eines uralten Hexengeschlechts. Mit diesen Kräften hat sie erst lernen müssen umzugehen. Nur noch manchmal benützt sie sie noch. Als Diana in der altehrwürdigen Bodleian-Bibliothek in Oxford ein magisches Manuskript in die Hände fällt, kann sie ihre Herkunft nicht länger verleugnen: Hexen, Dämonen und Vampire heften sich an ihre Fersen, um ihr das geheime Wissen zu entlocken – wenn nötig mit Gewalt. Hilfe erfährt Diana ausgerechnet von Matthew Clairmont, Naturwissenschaftler, eintausendfünfhundert Jahre alter Vampir – und der Mann, der Diana bald schon mehr bedeuten wird als ihr eigenes Leben …

Deborah Harkness ist mit „Die Seelen der Nacht“ ein Buch wie ein Wirbelsturm gelungen. Es saugt einen sofort in sich auf. Sie versteht es, die Trendthemen Vampire, Hexen, Dämonen, mystisches Setting, die die Bestsellerlisten beherrschen, vorzüglich zu einem Roman zu formen, der einen begeistert und applaudieren lässt. Die Hauptfiguren Diana und Matthew sind so facettenreich und intensiv beschrieben, dass man von ihnen immer noch mehr lesen möchte. „Die Seelen der Nacht“ ist eine abenteuerliche und leidenschaftliche Mischung aus Stephenie Meyer, Charlaine Harris und Dan Brown.

Auch als Hörbuch erhältlich bei Random House Audio, verwunschen gut gelesen von Dana Geissler, 24,95 Euro.

Blanvalet, 797 Seiten; 19,99 Euro

Siegfried Lenz

Die Maske

In „Rivalen“ werden in einem Museum wertvolle Gemälde gestohlen. Eines davon hat sich ein Mitarbeiter unter den Nagel gerissen. Er liebt die Frau darauf. Er nimmt das Gemälde mit nach Hause und himmelt die Frau darauf an. Das passt seiner Frau wiederum gar nicht. Es kommt zu einem kunstvollen Eklat. In „Das Interview“ fragt ein Journalist einen Regieseur nach seinen Werken aus, die kunstvoll und hoch dekoriert sind. Zudem verliebt sich in „Die Maske“ noch ein junger Mann in die wunderschöne und geheimnisvolle Lene. Doch die Verliebtheit schlägt seine Kapriolen und am Ende nur nach einer Seite aus.

Das waren drei von insgesamt fünf kleinen Erzählungen, die in diesem Buch versammelt sind. Der Altmeister der deutscheen Literatur, Siegfried Lenz, geboren 1926, schreibt wieder mal ein sehr unbefriedigendes Werk. Die Geschichten sind, außer der „Maske“, sehr kurz und vermitteln wenig, mit dem der Leser etwas anfangen kann. Zudem kommen in diesen Minigeschichten oft auch noch mehrere Personen vor, was das ganze noch weniger anziehend macht. Keine der Figuren, außer in der „Maske“, stecken voller Leben und kleinen Geschichten, sondern sind nur Skizzen vom Reißbrett. Es gibt Erzählbände, die die Strahlkraft von vielen kleinen Romanen haben (u. a. Peter Stamm), dieser gehört nicht dazu. Ein Erzählband, der noch mal das Bankkonto von Bestsellerautor Siegfried Lenz füllt, aber nicht die Fantasie der Leser anregt.

Hoffmann & Campe, 123 Seiten; 17,99 Euro

Frederick Kempe

Berlin 1961

1961, die Welt befindet sich am Rande eines Atomkriegs. Im Juni erneuerte der sowjetische Regierungschef Nikita Chruschtschow sein Berlin-Ultimatum und forderte unter anderem den Abzug der westalliierten Truppen aus der Stadt. Die USA unter ihrem Präsidenten Kennedy hielten diesen Forderungen eigene Bedingungen entgegen. In den folgenden Wochen und Monaten spitzte sich die Situation extrem zu, die Massenflucht aus der DDR nahm immer dramatischere Ausmaße an. Am 13. August schließlich wurde die Mauer durch Berlin gebaut, Ende Oktober richteten sowjetische und amerikanische Soldaten am Checkpoint Charlie ihre Panzer aufeinander. In diesem Moment war Berlin der Nabel der politischen Welt. Der Kalte Krieg drohte in einen Atomkrieg überzugehen.

Ein Polit-Thriller allererster Güte! Der Amerikaner Frederick Kempe macht aus Fakten eine Geschichte, die sich liest wie ein großer Roman. Er gewährt weitreichende Einblicke in DIE politischen  Köpfe der damaligen Zeit und lässt einen somit das Handeln jedes einzelnen besser verstehen. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Chruschtschow, der eingeschworener Kommunist war, aber auch politisch auf der Weltbühne etwas bewegen wollte. Er wollte Russland wettbewerbsfähiger machen. Einmal knallhart und kommunistisch, dann wieder diplomatisch, weltbürgerisch. Kennedy, der Sohn reicher Eltern, der ein frisches Aussehen aber viele Leiden hatte, machte mit seiner Unerfahrenheit Fehler, die den 3. Weltkrieg hätten auslösen können. Oder hat er ihn mit seinen Entscheidungen zur Mauer dadurch gerade verhindert? Auch erfährt man viel von Adenauer und Ulbricht, die dann vier politischen Säulen der damaligen Zeit. Auch auf den Tag X und seine Folgen geht Kempe entscheidend ein. Hier hält man das Buch oft mit einem Zittern in der Hand, weil man so leidet. „Berlin 1961“ ist ein bemerkenswertes Zeitdokument, das aufzeigt, wie es zur Mauer kam und wie sie hätte verhindert werden können. Unverzichtbare Lektüre für alle, die wirklich wissen wollen, was damals hinter den Kulissen der Weltmächte USA und Russland und der Bundesrepublik Deutschland und der DDR geschah.

Siedler, 669 Seiten; 29,99 Euro

Andreas Winkelmann

Bleicher Tod

Eine junge Frau kann einem Psychopathen entkommen. Sie weiß, es gibt schlimmere Dinge als zu sterben. Kommissarin Nele Karminter wird bald darauf zu einem Tatort gerufen. Sie findet die grausam entstellte Leiche einer jungen, seltsam bleichen Frau. Wer hat dieser Frau das angetan?
Geschickt konstruiert, starke Figuren, psychologisch erschreckend eingehend geschrieben. Andreas Winkelmann liefert mit seinem neuen Thriller wieder perfekte Psychothriller-Kost ab! Es wird Zeit, dass Andreas Winkelmann mit seinen Thrillern die Welt erobert. Das Zeug dazu haben seine Bücher allemal.

Goldmann, 383 Seiten; 9,99 Euro

A. S. Byatt

Das Buch der Kinder

Das 20. Jahrhundert steht vor der Tür. Der Landsitz von Olive und Humphrey Wellwood ist ein kleines Paradies. Sie erfolgreiche Kinderbuchautorin, er engagierter Museumskurator. Bei einem Mittsommerfest treffen sich Freunde und Geliebte, Querdenker und Freigeister. Doch nach und nach zieht in England ein Sturm auf. Es folgt der Erste Weltkrieg …
Endlich hat die große Dame der englischen Literatur wieder ein ganz großes Werk verfasst! Nach ihrem Weltbestseller „Besessen“ ist „Das Buch der Kinder“ wieder ein Roman, dem man nicht entfliehen kann. A. S. Byatt schreibt elegant und bunt, detailreich und voller Hingabe. Den Reigen an Charakteren, die Byatt entworfen hat, schließt sich der Leser schnell an und er taucht ein in das England der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ein Roman, der auch doppelt so viele Seiten hätte haben können!

S. Fischer, 893 Seiten; 24,95 Euro

Hörbuch der Woche

Sofia Caspari

Im Land des Korallenbaums

Im Sommer 1863 lernen sich die jungen Deutschen Anna Weinbrenner und Viktoria Santos auf der Überfahrt nach Buenos Aires kennen. Beide Frauen sind auf dem Weg zu ihren voraus gereisten Ehemännern. Viktorias Mann haben dringende Geschäfte zu seiner Estancia gerufen. Anna stammt aus einer einfachen Handwerkerfamilie, welche eine gemeinsame Überfahrt nicht bezahlen konnte. In Argentinien angekommen trennen sich ihre Wege, und ihr neues Leben beginnt. Doch Viktorias Zukunftswünsche gestalten sich anders als erhofft, und Anna erwartet bei der Ankunft eine schreckliche Nachricht. Somit sind viele Träume, die sie mit Argentinien verbunden haben, auf einen Schlag weggewischt. Ab nun heißt es, Leben und überleben in einem für sie noch fremden Land.

Die deutsche Sofia Caspari erzählt bildgewaltig und emotional. Ihr Debütroman „Im Land des Korallenbaums“ ist auch gleich ein Bestseller. Auf den Leser bzw. Hörer warten viele aufregende Momente. Man bekommt nicht nur starke Frauenfiguren geboten, die ihren Weg gehen, komme was da wolle, sondern es wird einem auch ein fernes Land, Argentinien, nahe gebracht. Eine unwiderstehliche Kombination. Als Hörer bzw. Leser ist man auf jedes neue Kapitel gespannt. Wenn Sofia Caspari so weitermacht, dann steht sie bald in einer Reihe mit einer Sarah Lark, Ana Veloso und einer Colleen McCullough. Annina Braunmiller liest voller Hingabe und sprachlicher Eleganz. Ihre zarte Stimme ist sehr bekannt, sie spricht Kristen Stewart, die Bella aus „Twilight“.

Auch als Taschenbuch erhältlich bei Bastei Lübbe, 9,99 Euro.

Lübbe Audio, 6 CDs, 423 Minuten; 14,99 Euro

 

Kolumne Nr. 170 vom 28.11.2011

William H. Gass

Der Tunnel

Professor William Frederick Kohler, Forschungsgebiet das Dritte Reich, hat soeben sein Magnum Opus vollendet: „Schuld und Unschuld in Hitlers Deutschland“. Was noch fehlt ist die Einleitung, ein Kinderspiel. Aber das reicht nicht, dann erzählt er seine eigene Geschichte. Seine „Einleitung“ ist so intim, dass er sie vor seiner Frau versteckt, zwischen den Seiten des Manuskriptes seines Buchprojekts. Zugleich beginnt er einen Tunnel aus dem Keller seines Hauses in den Garten hinunter zu graben. Dieser Tunnel wird zum Inbild der Abgründe seines Lebens, seiner Gefühle, seiner Vergangenheit, seiner wenigen Lieben und vielen Hassobjekte …

William H. Glass erhielt für „Der Tunnel“ 1997 den National Book Award. Zu recht. Endlich gibt es das Buch auf Deutsch. William H. Gass’ Sprachgewalt ist wie ein heftiges, nicht vergehendes Gewitter. In diesem Buch stehen Sätze für die Ewigkeit. Man könnte Hunderte nennen, hier zwei Auszüge: „… die Ehrlichkeit ist ordentlich, kann nicht spielen, nicht auf Nummer sicher gehen, keine Wette zurückziehen, es nicht ertragen zu verlieren; die Ehrlichkeit ist ordentlich; sie scheißt in eine Papiertüte, um so tun zu können, als bräuchte sie nichts zu essen …“ und „… Mom, die nach der wilden Vögelei die ganze Plackerei hatte, sich übergeben hat, fett geworden ist und dann ihr Inneres aufgemacht kriegte, damit ein Kerl im weißen Kittel das glückliche Neugeborene, einen von uns, herausziehen konnte wie einen schmerzenden Zahn, uns kopfunter hochhalten konnte wie einen kapitalen Fang und wir dann losheulten, wenn wir einen Klaps auf den Hintern bekamen.“ Die Figur des William Frederick Kohler ist in der Weltliteratur einmalig, ein Werk wie „Der Tunnel“ gibt es kein zweites Mal. „Der Tunnel“ zeigt in gewaltiger Form die Metamorphose eines Mannes. Wie wird man zu dem, der man ist? Dieser Roman gibt Antworten darauf. Ein sagenhafter Roman, der überbordet vor literarischem Einfallsreichtum.

Rowohlt, 1094 Seiten; 36,95 Euro

Max Urlacher

Die Putzi-Diaries

Max Urlacher sucht eine Putzfrau. Heutzutage kein leichtes Unterfangen. Ihm wurde Marianne Schneider empfohlen. Das reicht ihm; ihr jedoch nicht. Max muss zum Antrittsbesuch – schließlich muss er seiner potenziellen Putzfrau sympathisch sein. Er besteht den Test und ist erleichtert. Aber was hat er da nur für eine wuchtige Frau in sein Leben gelassen. Bald regiert nur noch Putzi, nicht nur über Schmutz und Unordnung. Als Marianne zu ihrem 40-jährigen Klassentreffen eingeladen wird, ist sie verunsichert, vielleicht trifft sie dort ihre große Liebe wieder. Max kutschiert sie dann zum Bodensee. Nun erwarten sie so einige Abenteuer …

Max Urlacher ist ein nicht besonders erfolgreicher Schauspieler, immer beinahe pleite. Aber ein zweites Standbein ist das Schreiben, im Internet schreibt er den Putzi-Blog und daraus macht er nun auch ein Buch „Die Putzi-Diaries“. Nur weil man seine Raumpflegerin Putzi nennt, ist das nicht gleich lustig. Auch die Geschichten im Buch sind das nicht. Putzi, die ja Marianne Schneider heißt, hat durchaus einige Lebensweisheiten parat, aber diese reichen nicht um damit ein Buch zu füllen. Die Reise von Max und Marianne bietet dann so einige kleine Überraschungen, aber das war’s dann auch. Interessant wird es, wenn Max über sein Leben am Rande des Ruins schreibt. Hier ist dann eine gewisse Tiefe zu erkennen. Er sollte es vielleicht mal mit einem Buch über das harte Leben als nicht so erfolgreicher Schauspieler in Deutschland versuchen. Nett ist am Ende die Freundschaft von Max und Marianne. Zwei so unterschiedliche Menschen haben durch Erlebnisse und Geschichten Gemeinsames aufgebaut. Und der beste Satz von Marianne ist: „Als Märchen ist das Leben eben besser auszuhalten. Man hat die Illusion eines Happy Ends“.

Droemer, 207 Seiten; 14,99 Euro

Tim Butcher

Auf der Fährte des Teufels

Als junger Kriegsreporter berichtete Tim Butcher über die verheerenden Bürgerkriege in Sierra Leone und Liberia. Zwei seiner Freunde verloren vor Ort ihr Leben. Zehn Jahre später kehrt Butcher zurück in die von Krieg und Korruption gezeichneten Staaten an der Atlantikküste. Er begibt sich auf einen lebensgefährlichen Fußmarsch mit ungewissem Ausgang, 300 Kilometer auf Dschungelpfaden von der Küstenstadt Freetown in Sierra Leone, bis zur Küstenstadt Monrovia in Liberia. Auf einer Route, die 74 Jahre vor ihm der britische Schriftsteller Graham Greene bereist hat. Butcher durchdringt mit drei Reisebegleitern eine der unbekanntesten Regionen Afrikas.

Tim Butcher hat mit seinem Erstling „Blood River“, einem Reisebericht durch den Kongo, einen Bestseller gelandet. Nun hat er sein zweites Buch veröffentlicht: „Auf der Fährte des Teufels“. Butchers Frau sagte zu ihm vor der Abreise, dass er diese gefährliche Expedition machen kann, davor aber eine hoch dotierte Lebensversicherung abschließen muss. Das sagt schon vieles aus, auf das, was auf Butcher zukam. Er hätte jederzeit sterben können, ob durch Einheimische oder die Gefahren des Dschungels. Das Buch beweist, er hat überlebt. Tim Butcher greift darin die Strecke Graham Greenes auf. Er gibt immer wieder Reiseschilderungen Greenes wieder und berichtet, was davon auch heute noch zu sehen ist. Butcher erzählt von der Geschichte von Freeport, der Hauptstadt von Sierra Leone, von diesem armen Land selbst, von Liberia, das wenig besser dasteht. Fast alle Menschen die er dort kennen lernt, müssen arbeiten um zu überleben. Ein wirtschaftlicher Fortschritt ist so nicht möglich, erkennt er. Und er trifft in einem kleinen Dorf in Liberia tatsächlich jemanden, der Graham Greene auf seiner Reise selbst noch erlebt hat. In „Auf der Fährte des Teufels“ lernen Sie die wahren Seiten Afrikas kennen, Romantik gibt’s hier keine. Eine Abenteuer-Reise, die einem durch Mark und Bein geht!

Malik, 382 Seiten; 22,99 Euro

Clive Cussler und Dirk Cussler

Wüstenfeuer

Die Türkei steht vor einem politischen Wandel. In diesen wird NUMA-Chef Dirk Pitt hineingezogen. Er gerät in einen Sumpf aus tödlichen Intrigen, Geheimdienstverschwörungen und Verrat. Nur er kann die Welt vor einem weiteren Krieg bewahren …
„Wüstenfeuer“ vereint eine explosive Story und ein Nonstop-Action-Feuerwerk! Kult-Action-Held Dirk Pitt schüttelt wieder jeden Leser kräftig durch. Vater und Sohn Cussler haben wieder handwerklich einhundert Kapitel lang gute Arbeit geleistet – so wie man es von Clive Cussler schon seit über fünfunddreißig Jahren kennt.

Blanvalet, 542 Seiten; 21,99 Euro

Camilla Grebe und Åsa Träff

Das Trauma

Psychotherapeutin Siri Bergmann führt eine Selbsthilfegruppe mit fünf Patientinnen. Alle waren sie männlicher Gewalt ausgesetzt, alle haben sie schreckliche Geschichten zu erzählen. Doch stimmen die Geschichten auch alle? 
Nach dem Bestseller „Die Therapeutin“ ist „Das Trauma“ der zweite Roman der schwedischen Schwestern Grebe und Träff. Die Schwächen des Debüts sind hier nun ausgeräumt. Man verfängt sich in dem psychologischen Netz, das die Autorinnen spannen. Es geht um Liebe, Schmerz, Gewalt und was daraus entwachsen kann. „Das Trauma“ ist ein ungewöhnlicher Psychokrimi, der durch das differenzierte Ausleuchten der einzelnen Charaktere nie an Spannung verliert.

Auch als Hörbuch erhältlich bei Random House Audio, präsent gelesen von Tanja Geke, 19,99 Euro.

btb, 443 Seiten; 14,99 Euro

Hörbuch der Woche

Ralf Schmitz

Schmitz’ Mama

Wer kennt das nicht, Mama und die eigene Familie stehen oft für Heiterkeit und viele Katastrophen. Davon erzählt Ralf Schmitz. So berichtet er von Mama-Erlebnissen an seinem ersten Schultag, von Umräumaktionen seiner Mutter – in Ralfs Wohnung, wie es war, als Mama ihr erstes Handy bekam, wie es bei den Schmitz’ an Weihnachten zugeht, wie die Mama mit Psychotricks ihren Jungen nicht mehr aus den „Fängen“ lässt und noch von so vielen anderen Erlebnissen mit Mama und Familie.

Der bekannte Komiker Ralf Schmitz hat mit „Schmitz Katze“ einen Megabestseller gelandet. Nun legt er nach, nach der Katze kommt nun die Mama dran. Unverbrauchter Humor, eine ehrliche Schnauze, ein köstliches Vergnügen. „Schmitz’ Mama“ erinnert einen nicht nur einmal an die eigene Familie und ihre sonderbaren Eigenheiten. Vor allem die Stücke „Das erste Mal woanders schlafen“ „Oh weh, oh weh, das WWW“, „Lachen ist gesund … für die meisten“ und „Gesprächsfetzen“ garantieren Lachtränen. Wenn Sie dieses Hörbuch bzw. Buch in der Öffentlichkeit hören bzw. lesen, könnte Ihnen viel Aufmerksamkeit gewiss sein, denn Sie werden immer wieder aufschreien vor Lachen. Ralf Schmitz sollte mit seiner quirligen Stimme mehr Hörbücher lesen, nicht nur seine eigenen. Es ist das reinste Vergnügen, ihm zuzuhören! Und dass Schmitz’ Mama Humor versteht, zeigen die Bilder im Booklet. 

Auch als Hardcover erhältlich bei Fischer, 9,99 Euro.

Argon Hörbuch, 4 CDs, 272 Minuten; 16,95 Euro