Kolumne vom 04.09.2017 - Nr.472


Sylvain Neuvel

daumen rauf

Giants – Zorn der Götter

Giants Zorn der Götter

Dr. Rose Franklin und ihr Team haben ihr Leben dem mysteriösen, außerirdischen Roboter gewidmet, den Rose als Kind vergraben fand. Gerade als die Wissenschaftler glauben, das Rätsel um die gewaltige Maschine endlich gelöst zu haben, taucht ein zweiter Roboter auf – noch größer und noch tödlicher als der erste. Und das ist erst der Anfang: Die Riesenroboter landen überall auf der Erde, und die Menschheit muss sich der größten Herausforderung ihrer Geschichte stellen, denn die Alien-Invasion hat begonnen ...

Der Kanadier Sylvain Neuvel hatte mit dem ersten Band seiner Science-Fiction-Saga „Giants – Sie sind erwacht“ in den USA einen großen Erfolg und der Roman hat auch bei uns viele Leser gefunden. Nun liegt der zweite Band vor, „Giants – Zorn der Götter“. Sylvain Neuvel spinnt die Geschichte fesselnd fort, fügt neue Aspekte hinzu und steuert den Leser so durch ein packendes Science-Fiction-Drama-Abenteuer. „Giants“ ist gigantisch geniale Science-Fiction-Literatur! Eine bisschen was von „Krieg der Welten“, „Transformers“, „Independence Day“ und vielen eigenen Ideen

Heyne, 480 Seiten; 14,99 Euro


Ariane Grundies

daumen runter

Die Toten am Sund

Die Toten am Sund

Nach vielen Jahren trifft die Stralsunderin Gisela zufällig ihre ehemalige Nachbarin Rosi wieder. Die beiden stellen fest, dass sie beide arbeitslos sind und dass ihnen langweilig ist. Kurz entschlossen beschließen sie ein Unternehmen zu gründen, das zu Stadtführungen der besonderen Art einlädt – mit Erfolg: Sowohl das Rollmopswettrollen als auch das Bungeespringen von der Rügenbrücke finden Anklang. Doch die Freude der beiden trübt sich, als in Stralsund mehrere Touristen ermordet werden. Während die Polizei im Dunkeln tappt, ahnen Gisela und Rosi, was die Opfer verbindet: Sie alle haben an ihrer ersten Führung teilgenommen …

Ein Ostsee-Krimi steht auf dem Cover, geboten wird einem tatsächlich viel Ostsee, aber wenig spannende Krimiunterhaltung. Es passt, dass die Autorin bereits das Buch „Gebrauchsanweisung für Mecklenburg-Vorpommern und die Ostseebäder“ geschrieben hat. Dieses Wissen über Land und Leute lässt sie im großen Maße in diesen „Krimi“ mit einfließen. So bekommt man durchaus viel Lokalkolorit geboten, aber es hapert eben sehr an einem durchgängig spannenden Kriminalfall. Auch die Charaktere, allen voran Gisela und Rosi, haben mich mit der Zeit mehr genervt als erfreut. „Die Toten am Sund“ ist kein kompletter Reinfall, aber die Autorin muss noch reichlich üben, wie man einen guten Krimi schreibt.

Piper, 253 Seiten; 14,00 Euro


J. Patrick Black

daumen rauf

Die neunte Stadt

Die neunte StadtDie Erde in der Zukunft: Ausgerechnet am Valentinstag wurde die Menschheit von einer unbekannten, mächtigen Alien-Spezies angegriffen. Innerhalb kürzester Zeit wurden Länder zerstört und Städte dem Erdboden gleichgemacht. Und doch waren die Menschen nicht völlig wehrlos, denn der Angriff der Aliens stattete sie mit einer Macht aus, die sie bisher ins Reich der Magie verbannt hatten. Nun, fünfhundert Jahre später, tobt der Kampf um die Erde noch immer, und das Schicksal der gesamten Menschheit ruht auf den Schultern von acht ungleichen Helden. Dies ist ihre Geschichte…

Ein sensationeller und epischer Science-Fiction-Fantasy-Geniestreich! J. Patrick Black erzählt abwechselnd aus der Sicht mehrerer Charaktere. So bekommt man einen breiten Blick auf die furiose und beängstigende Welt, die er erschaffen hat. Nach kurzer Eingewöhnungszeit ist man schnell mit der Welt, den Figuren und der Story verhaftet. J. Patrick Bach geht bei seiner Storyline ganz klassisch vor. Die Figuren, die Welt, alles rüstet sich nach und nach für den entscheidenden Kampf. Man fiebert mit den Figuren und deren Entwicklung in der großen Geschichte, und dass sie große Schlacht am Ende nicht als Verlierer verlassen werden.

Heyne, 792 Seiten; 16,99 Euro


Carmen Korn

daumen rauf

Zeiten des Aufbruchs

Zeiten des Aufbruchs 1949: Die vier Freundinnen Henny, Käthe, Ida und Lina stammen aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen. Dabei sind sie im Hamburger Stadtteil Uhlenhorst nicht weit voneinander entfernt aufgewachsen. Seit Jahrzehnten schon teilen sie Glück und Unglück miteinander, die kleinen Freuden genauso wie die dunkelsten Momente. Hinter ihnen liegen zwei Weltkriege. Hamburg ist zerstört. Doch mit den Fünfzigern beginnt das deutsche Wirtschaftswunder. Endlich geht es aufwärts: Hennys Tochter Marike wird Ärztin, Sohn Klaus bekommt eine Stelle beim Rundfunk. Lina gründet eine Buchhandlung, und auch Ida findet endlich ihre Berufung. Aufbruch überall. Nur wohin der Krieg Käthe verschlagen hat, wissen die Freundinnen noch immer nicht.

Nach dem sehr ansprechenden ersten Roman „Töchter einer neuen Zeit“ setzt Carmen Korn ihre Jahrhundert-Trilogie mit „Zeiten des Aufbruchs“ fort. Carmen Korn trifft wunderbar das Zeitbild der 1950er und 1960er Jahre in Deutschland. Man ist begeistert diese so intensive Zeit mit den bekannten und liebgewonnenen Charakteren in diesem Roman miterleben zu dürfen. Carmen Korns Jahrhundert-Trilogie ist ansprechende Unterhaltungsliteratur in Perfektion!

Kindler, 605 Seiten; 19,95 Euro


Silvio Blatter

daumen rauf

Die Unverbesserlichen

Die Unverbesserlichen

Jonas Alberding lebt mit seiner Partnerin Ellis in der Flughafenregion Zürich. Dort betreibt er eine kleine Bar, pflegt über Jahre gewachsene Freundschaften und wäre eigentlich glücklich. Wenn Ellis es auch wäre. Aber die ist unzufrieden mit dem, was sie bisher erreicht hat. Sie möchte noch einmal wahrgenommen werden - nicht allein von Jonas. Während Jonas dabei zusehen muss, wie seine Frau eine neue Karriere beginnt, kommt auch sonst Bewegung in die Nachbarschaft: Alte Freunde nehmen Abschied, und neue Menschen von anderen Kontinenten ziehen hinzu. Muss sich auch Jonas neu erfinden, um seine Beziehung zu retten?

 

Ein Roman über die Ehe, die Liebe, über Freunde, über die Sehnsüchte und Inhalte des Lebens, über das was man bekommen will, und das was man tatsächlich bekommt, über das Gefühl glücklich zu sein, und wie einem dieses entrissen wird. „Die Unverbesserlichen“ ist ein Ehe- und Gesellschaftsroman mit großem Nachhall. Dem Schweizer Silvio Blatter ist ein kleines menschliches, literarisches Kunstwerk gelungen.

Piper, 346 Seiten; 20,00 Euro


Hörbuch der Woche

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Gard Sveen

Teufelskälte

Teufelskälte audio

Wie sehr kann man sich selbst hassen? Nie war Tommy Bergmann verzweifelter, nie einsamer. Da wird sein schlimmster Albtraum wahr. Er hielt seinen ersten Fall für gelöst. Doch nun geht das Morden wieder los. Auf die gleiche Weise wie damals. Hat er den Falschen eingesperrt? Ist der wahre Mörder seit Jahren auf freiem Fuß? Hat er als Kommissar auf ganzer Linie versagt? Bergmanns neue Kollegin entdeckt eine Spur. Sie ist eine Frau nach seinem Geschmack: klug, verletzlich und schön. Doch sie hat einen Hang zu den falschen Männern.

Der Norweger Gard Sveen konnte gleich mit seinem Krimidebüt „Der letzte Pilger“ einen Bestseller landen. Nun liegt der zweite Fall für Tommy Bergmann vor „Teufelskälte.“ Ein psychologisch ausgefeilter und wahrlich teuflisch kühler Krimi, der einen mit seinen intensiven Figurenzeichnungen und den geschickten Verstrickungen in seinen Bann zieht! Und am Ende noch mal mächtig überrascht. Detlef Bierstedt, die deutsche Stimme von u. a. Hollywood-Star Georg Clooney, liest ganz stark! Er lässt das Stille und Psychologische in seine Lesung einfließen. Eine Lesung, die von einem der besten deutschen Sprecher gelesen wird, und eine Story, die einen in seinen Bann zieht, das verspricht ebenso intensive Hörbuchstunden.

Teufelskälte

 

 Auch als Paperback erhältlich bei List, 14,99 Euro.

Hörbuch Hamburg, 2 MP3 CDs, 555 Minuten; 19,99 Euro


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