Kolumne vom 05.06.2017 - Nr. 459


Rainer Löffler

daumen rauf

Der Näher

Der Naeher

In der Nähe von Köln verschwinden zwei schwangere Frauen. Martin Abel, Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, übernimmt die Ermittlungen. Kurz darauf werden die Leichen einer Mutter und ihres Kindes in einem unterirdischen Hohlraum entdeckt. Es handelt sich um eine Frau, die vor Jahren verschwunden ist. Dann taucht eine der beiden vermissten Frauen wieder auf und gibt erste Hinweise auf den Täter. Martin Abel muss sich in eine Welt zerstörerischer Fantasien hineindenken. Denn der Mörder tötet nicht nur, sondern platziert etwas im Körper der Toten ...

Rainer Löfflers dritter Thriller um den Fallanalytiker Martin Abel ist Spannungsliteratur in Bestform! „Der Näher“ beginnt hochspannend, dann wird es etwas ruhiger, die Story baut sich langsam auf, lässt dabei die Spannung aber nie aus den Augen. Entweder bietet der Fall Spannung oder das Treiben der Figuren untereinander. Martin Abel ist ein spezieller Charakter, aber doch auch irgendwie ein ganz normaler Mann mit ganz normalen Problemen. Rainer Löffler konnte mich auch mit seinem dritten Thriller aus der Martin-Abel-Reihe überzeugen!

Der Naeher audio


Auch als Hörbuch erhältlich bei Lübbe Audio. Thomas Wanke gibt diesem Thriller viel Ausdruck und Tiefe. 14,90 Euro.

Bastei Lübbe, 443 Seiten; 12,00 Euro


Valerie Jakob

daumen runter

Hôtel Atlantique

Hôtel AtlantiqueDelphine Gueron ist nach ihrem Abschied von der Pariser Polizei zurückgekehrt in ihre alte Heimat, St. Julien de la mer in der Nähe von Biarritz. Hier trifft sie sich einmal die Woche mit ihrer betagten Freundin Aurélie im noblen Hôtel Atlantique zum Tee. Doch eines Tages erscheint Aurélie nicht. Sie ist umgekommen. Ein Unfall, sagt die Polizei. Aber Delphines sechster Sinn sagt etwas anderes, und sie beginnt zu ermitteln. Unterstützung bekommt sie von dem fünfzehnjährigen Karim, der so dumm war, bei der ehemaligen commissaire einzubrechen. Zur Strafe erledigt der Junge bei ihr lästige Haus- und Gartenarbeiten. Mit der Zeit werden die beiden so etwas wie Freunde. Die Nachforschungen schweißen sie weiter zusammen. Und führen sie bis weit in die deutsch-französische Vergangenheit.



Valerie Jakob ist eine erfolgreiche Übersetzerin und „Hôtel Atlantique“ ihr erster Roman. Eine gute Übersetzerin macht noch keine gute Romanautorin. Ich habe mir von der Geschichte viel versprochen, einen richtig unterhaltsamen Frankreich-Krimi. Leider kann der Roman nur phasenweise unterhalten, groß Spannung will auch nur selten aufkommen. Mit den Figuren wurde ich auch nicht warm. Was Valerie Jakob gut rüberbringt ist die Frankreich-Atmosphäre, das liegt wohl daran, dass sich die Autorin auch privat oft an der südfranzösischen Atlantikküste aufhält.

Wunderlich, 477 Seiten; 19,95 Euro


Christoph Schulte-Richtering

daumen rauf

32 Tage Juli

32 Tage Juli Zwei Männer wiederholen eine Reise, die sie vor dreißig Jahren schon einmal gemacht haben, damals, im heißen Abi-Sommer, in dem Jayjay und Tiggy zum ersten Mal allein losfuhren. An der Küste Portugals tappten die beiden von einem Sonnenölnäpfchen ins nächste. Aber sie entdeckten auch die Freiheit und die Liebe samt ihren Gefahren. Nach einer überstürzten Abreise nahmen sie ein dunkles Geheimnis mit: Erst ging es nur um die schöne Luisa, doch dann ließen sie sich auf diese dumme Mutprobe ein ...

 

Eine wunderbar witzige, verrückte, abenteuerliche und spannende Reise in das Jahr 1987. Unbeschwert und leicht war das Leben damals. „32 Tage Juli“ schwankt zwischen Komödie, Drama, Krimi und Abenteuerroman. Das Buch ist eine Reise wert, eine Reise, die noch viel länger hätte dauern dürfen. „32 Tage Juli“ wirft einen melancholischen Blick zurück auf das Erwachsenwerden und zeigt, wie es damals war 1987. Es zeigt, was das Leben aus einem gemacht hat, wie ein sehr prägendes Ereignis Veränderungen fürs Leben gebracht hat.

Rowohlt Berlin, 285 Seiten; 19,95 Euro


Ralf H. Dorweiler

daumen rauf

Der Pakt der Flößer

Der Pakt der Floesser

Wolfach im Schwarzwald, 1698: Der Flößersohn Jacob brennt darauf, die Welt zu entdecken. Als die Wolfacher mit einer gewaltigen Holzlieferung nach Amsterdam aufbrechen, ist auch er mit an Bord des riesigen Holländerfloßes. Ungezähmte Naturgewalten und skrupellose Widersacher machen die Fahrt zu einem gefährlichen Abenteuer. Doch auf Jacob wartet noch eine andere Herausforderung: die Liebe zur schönen Kaufmannstochter Isabella, die einem Händler aus Amsterdam versprochen ist.

 

 

Rolf H. Dorweiler hat mit „Der Pakt der Flößer“ ein eindrucksvolles Debüt im historischen Roman hingelegt. Ein historisches Abenteuer gigantischen Ausmaßes! Ein Lesevergnügen voller Spannung, starken Figuren, Überraschungen und einem für einen historischen Roman wahrlich außergewöhnlichen Setting.

Bastei Lübbe, 525 Seiten; 11,00 Euro


Frank Elstner / Gerd Schnack

daumen rauf

Bonusjahre

Bonusjahre

Die Natur gibt es uns vor: Sie kennt keine geraden Wege, alles verläuft im Rhythmus, in der ständigen Wiederholung und im Ausgleich von Gegensätzen. Frank Elstner und der Präventivmediziner Gerd Schnack präsentieren in diesem Buch ihr Konzept für ein gesundes, langes und erfülltes Leben im Einklang mit den Prinzipien der Natur. Vorgestellt werden einfache und kurze Übungen für jeden Tag – zu Hause, im Büro und auf Reisen.

Frank Elstner macht es vor – Sie können es nachmachen! Frank Elstner (Jahrgang 1942) und Chirurg Gerd Schnack (Jahrgang 1934) sind wahre Vorbilder, wie man im Alter schlank, gesund und fit bleiben kann. „Bonusjahre“ enthält folgende Themenschwerpunkte: „Die Vagus-Meditation“, „Elastizität: Das wegweisende Energiekonzept für Natur und Mensch“, „Energie aus der Hocke“, „Faszien-Jogging: Laufen im Turboantrieb des Katapulteffekts“, „Ausdauernd fit: Herz und Kreislauf trainieren“ und „Zum Angewöhnen: Die Kraft der Rituale“.

Piper, 517 Seiten; 16,99 Euro


Hörbuch der Woche

daumen rauf

Mary Kay Andrews

Sommernachtsträume

Sommernachtstraeume audioRiley Griggs verbringt jeden Sommer mit ihrer Familie auf der wunderschönen Insel Belle Isle. Aber dieses Jahr ist alles beängstigend anders: Ihr Ehemann Wendell, von dem sie sich trennen will, kommt nicht wie verabredet mit der Fähre an, ihr Haus wurde von der Bank gepfändet und ihre Konten gesperrt. Riley wendet sich hilfesuchend an ihre Freundinnen auf der Insel, doch diese haben alle mit ihren eigenen Problemen zu tun. Schnell erfährt Riley, das Wendell tot ist. Er wurde ermordet. Rileys Trauer hält sich aber in Grenzen, denn sie findet heraus, dass Wendell sie, alle aus der Familie betrogen und um viel Geld gebracht hat. Riley begibt sich auf Spurensuche und versucht auch ihr Leben neu zu ordnen.

Mary Kay Andrews hat bisher oft leichte Jahreszeitenromane geschrieben, vorwiegend der Sommer hatte es ihr angetan. In „Sommernachtsträume“ ist es zwar wieder Sommer, und der Roman beginnt auch noch wie ein gewöhnlicher Liebesroman, aber daraus wird schnell ein Kriminalroman, der es bis zum Schluss auch bleibt. Die Liebe kommt etwas kurz, aber das ist keinesfalls negativ. „Sommernachtsträume“ zeigt, dass Mary Kay Andrews auch Krimi kann. Mary Kay Andrews Romane werden immer von der bezaubernden Rike Schmid und ihrer elfengleichen Stimme gelesen. Ihr zuzuhören ist tatsächlich wie ein Sommernachtstraum.

Sommernachtstraeume



Auch als Taschenbuch erhältlich bei Fischer, 9,99 Euro

Random House Audio, 6 CDs, 481 Minuten; 14,99 Euro


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