März 2017

Aktuelle Kolumne vom 27.03.2017 - Nr. 449


Sabine Ebert

daumen rauf

Schwert und Krone – Meister der Täuschung

Schwert und Krone Meister der Täuschung

Dezember 1137: Kaiser Lothar ist tot, und sofort bricht ein erbitterter Kampf um die Thronfolge aus. Machtgierigen Fürsten und der Geistlichkeit ist jedes Mittel recht, um den Welfen nicht nur ihren Anspruch auf die Nachfolge streitig zu machen, sondern ihnen auch Bayern und Sachsen zu entziehen. Durch eine ausgeklügelte Intrige gelangen die Staufer in den Besitz der Krone. Konrad von Staufen wird in die Königsrolle gedrängt, obwohl ihm dieser Weg missfällt. Bald muss er erkennen, dass sogar sein Bruder und sein junger Neffe, der künftige Friedrich Barbarossa, ihm nur bedingt die Treue halten. Es beginnt ein jahrelanger Krieg – und raffiniertes Intrigenspiel, in dem Welfen, Askanier, Wettiner und viele andere mächtige Häuser mitmischen – und auch so manche Frau.

Sabine Ebert gehört zu den Königinnen des historischen Romans! Ihre Schilderungen sind so lebendig, als ob man selbst im Mittelalter leben, leiden und kämpfen würde. Ihr großer Charakterreigen lässt den Leser tief eintauchen in historisch hinterlegtes Wissen, das sie mit gekonnter Fabulierkunst mischt. Wer sich für farbenprächtige und spannende historische Romane interessiert, der ist mit „Schwert und Krone – Meister der Täuschung“ gut beraten. Diese historische Saga hinterlässt einen bleibenden Eindruck! Man erwartet mit großer Vorfreude den nächsten Band.

Schwert und Krone Meister der Täuschung md
Auch als Hörbuch erhältlich bei Argon Hörbuch. Gabriele Blum umschmeichelt den Hörer mit ihrer Stimme. Die Historie erwacht zum Leben. 19,95 Euro.

Knaur, 584 Seiten; 19,99 Euro


S. L. Grey

daumen runter

Under Ground

Under GroundEin tödliches Grippevirus grassiert in den USA. Während Chaos um sich greift, flieht eine Gruppe ganz unterschiedlicher Menschen in einen unterirdischen Luxusbunker – das Sanctum –, ihre eigene, sich selbst versorgende Welt. Doch schon bald befeuern Abschottung und Enge erste Spannungen unter den Bewohnern. Als der Erbauer des Bunkers tot aufgefunden wird, bricht Panik aus. Mit ihm ist der Code zum Öffnen der Türen verloren. Der Sauerstoff wird knapp. Die Wasservorräte schwinden. Der Kampf ums Überleben beginnt.

S. L. Grey ist das Pseudonym der Bestsellerautoren Sarah Lotz und Louis Greenburg. „Under Ground“ wurde also von zwei Autorinnen geschrieben, und das merkt man der Story auch an. Ich habe mir viel von dem Buch versprochen, gehalten wurde fast nichts davon. Es agieren zu viele ähnliche und zudem unsympathische Charaktere, so kamen sie zumindest bei mir an, und hier erkennt man auch, dass eine Autorin sich um diesen und die andere um jenen Charakter gekümmert hat. Alles wirkt so nicht zusammengehörend. Auch habe ich einen nervenaufreibenden Thriller erwartet, doch den Thriller sucht man lange vergebens. Es handelt sich um einen langweiligen Roman über Menschen, die in einer Extremsituation landen. Aus der Story hätte man einen extrem spannenden Thriller machen können, aber S. L. Grey hat hier fast komplett versagt.

Heyne, 383 Seiten; 12,99 Euro


E. O. Chirovici

daumen rauf

Das Buch der Spiegel

Das Buch der Spiegel Als der Literaturagent Peter Katz ein Manuskript des Autors Richard Flynn erhält, ist er sofort fasziniert. Flynn schreibt über die Ermordung des Professors Joseph Wieder in Princeton. Der Fall wurde nie aufgeklärt, und Katz vermutet, dass der unheilbar kranke Flynn den Mord gestehen oder den Täter enthüllen wird. Doch Flynns Text endet abrupt. Als Katz den Autor kontaktieren will, ist dieser bereits verstorben. Besessen davon, das Ende der Geschichte zu erfahren, versucht Katz, Laura Baines ausfindig zu machen, die als Studentin auf undurchsichtige Weise mit Wieder verbunden war. Doch je tiefer Katz in den Fall eindringt, desto mehr scheint er sich von der Lösung zu entfernen ...

Schnell merkt man, dieser Geschichte kann man sich nicht entziehen, wenn man sie begonnen hat zu lesen. Am Anfang ist alles ein großes Geheimnis, erst so langsam lüftet sich der Schleier über allem. Genau das macht es auch so spannend, weil man nicht recht weiß, wo denn das nun alles hinführt. Als die Geschichte dann klar vor einem liegt, ist sie doch nicht so klar, wie man glaubt. Es gibt mehrere Protagonisten, alle haben irgendwie mit dem Fall zu tun, um den es geht, aber jeder bringt neue Enthüllungen ans Tageslicht. Seien Sie auf der Hut vor „Das Buch der Spiegel“ – Sie könnten sich im Spannungslabyrinth verlaufen!

Das Buch der Spiegel Audio
Auch als Hörbuch erhältlich bei der Hörverlag. Gleich ein Sprecher-Quartett begeistert mit dieser Lesung. Mit dabei sind Stephan Kampwirth, Volker Lechtenbrink, Jonas Nay und Sebastian Rudolph. 19,99 Euro.

Goldmann, 384 Seiten; 20,00 Euro


Cameron Bloom & Bradley Trevor Greive

daumen rauf

Penguin Bloom

Penguin Bloom

Penguin Bloom ist schon jetzt ein absoluter Publikumsliebling. Die lustigen Fotos der frechen Elster und ihrer australischen Adoptivfamilie gingen über die sozialen Medien durch die ganze Welt. Was die Fans nicht kennen, ist die bewegende Geschichte hinter den großartigen Bildern. Es ist die wahre Geschichte der Familie Bloom, die nach einem tragischen Unfall beinahe zerbricht und durch den witzigen kleinen Vogel namens Penguin gerettet wird.

Ein wunderschönes Buch, durch seine bezaubernden Fotografien, und eine herzzerreißende Geschichte! Das Buch ist wie eine Wärmflache für die Seele. Wie ein Vogel eine Frau, eine Familie vor der Düsternis rettete, davon erzählt diese Geschichte. Cameron Bloom erzählt die Geschichte seiner querschnittsgelähmten Frau, seiner Familie und die von Elster Penguin Bloom. Penguin Blooms Geschichte, und wie sie das Leben „ihrer“ Menschfamilie mit ihrem zauberhaften Tun beeinflusst hat, hat mich zu Tränen gerührt.

Knaus, 208 Seiten; 19,99 Euro


Kathy Reichs

daumen rauf

Die Knochenjägerin

Die Knochenjägerin

Dezember, Anthropologische Fakultät der Universität North Carolina. Temperance Brennan Labor wird von zwei Cops ungebeten betreten. Die Detectives Slidell und Rinaldi untersuchen den gewaltsamen Tod eines Arztes, dessen stark verbannte Leiche in einem Wohnwagen gefunden wurde. Ob Tempe mit ihrer Erfahrung im Analysieren menschlicher Überreste die Identität des Opfers bestätigen kann? Widerwillig erklärt Tempe sich bereit, den Ermittlungsbehörden zu helfen. Ihr erster Kriminalfall stellt nicht nur ihr ganzes Können auf die Probe, sondern bringt auch das Leben der Detectives und ihr eigenes in große Gefahr...

Der oben beschriebene Kurzroman „Tempe Brennans erster Fall“ umfasst 91 Seiten und erscheint zum ersten Mal in diesem Buch. "Die Knochenjägerin“ umfasst aber noch drei weitere Fälle für Tempe Brennan, die bislang als E-Books erschienenen Kurzromane "Fährte des Todes", "Wasser des Todes" und "Gletscher des Todes". Für Fans ist auch „Die Knochenjägerin“ unverzichtbar! Hier spielt Kathy Reichs, bedingt durch die Kürze der Romane, nicht ihre vollen schriftstellerischen Stärken aus, aber die vier Kurzromane wissen trotzdem spannend zu unterhalten.

Blessing, 432 Seiten; 14,99 Euro


Hörbuch der Woche

daumen rauf

Luca D’Andrea

Der Tod so kalt

Der Tod so kaltSüdtirol, 1985, Bletterbach-Schlucht. Drei junge Einheimische aus dem nahegelegenen Siebenhoch kehren von einer Wanderung nicht zurück – schließlich findet ein Suchtrupp ihre Leichen, aufs Brutalste entstellt. Der Täter wird nicht gefunden. Dreißig Jahre später beginnt ein Fremder unangenehme Fragen zu stellen. Jeder warnt ihn vor den Konsequenzen, allen voran sein Schwiegervater, der die Toten damals gefunden hat. Doch Jeremiah Salinger, der seiner Frau in ihr Heimatdorf gefolgt ist, lässt nicht locker. Wird er seine Neugier bereuen? Ein Fluch scheint alle zu verfolgen, die sich mit den Morden beschäftigen. Ist dort unten am Bletterbach etwas Furchtbares wieder erwacht?

„Der Tod so kalt“ ist ein beachtenswertes Debüt! Auch wenn auf dem Cover des Buches Thriller steht, beim Hörbuch hat man das unterlassen, handelt es sich hier um keinen Thriller. Nicht einmal richtig um einen Kriminalroman, aber um einen spannenden und dramatischen Roman. Man muss sich auf die Geschichte einlassen, dann wird man nach und nach auch belohnt. Luca D’Andrea erzählt mit Hingabe diese eine Geschichte, weil er auch vieles so kennt, wie man aus seiner Vita erfährt. Man darf gespannt sein, ob er auch weitere spannende Romane erzählen kann, ohne Vorkenntnisse der Sache und des Ortes. Schauspieler-As Matthias Koeberlin arbeitet die Nuance der Geschichte fein heraus. Ihm zuzuhören ist immer ein Genuss!

Der Tod so kalt Buch

Auch als Paperback erhältlich bei DVA, 14,99 Euro.

Der Hörverlag, 1 MP3 CD, 553 Minuten; 14,99 Euro


Denglers-buchkritik.de

Kolumne vom 20.03.2017 - Nr. 448


Carsten Jensen

daumen rauf

Der erste Stein

Der erste Stein

In einem Militärcamp in Afghanistan trifft ein Zug dänischer Soldaten ein, 24 Männer und die Soldatin Hannah unter Führung des charismatischen Rasmus Schrøder. Alle sind hochmotiviert, hervorragend ausgebildet und abenteuerhungrig. Doch die Tage fließen monoton dahin, bis durch eine Landmine zwei Männer sterben und eine sich immer schneller drehende Spirale der Gewalt in Gang setzt. Als schließlich Schrøder die Truppe verrät, gerät alles außer Kontrolle.

 Ein sprachgewaltiger, schockierend großartiger Roman! Die Sinnlosigkeit und den Irrsinn des Krieges zeigt der Däne Carsten Jensen in „Der erste Stein“ auf eindringliche Weise. Das trostlose Leben in einem Armeelager, der staubige Alltag, das Warten auf den Krieg. Dann die Anschläge, die Verstümmelten, die Toten und auch noch ein gewisser Krieg untereinander. Man leidet mit, man fühlt mit, man spürt den Dreck, das Blut auf seiner Haut, den Tod ist zum Greifen nah. Dieser Roman schüttelt einen kräftig durch, danach sieht man die täglichen Horrormeldungen von den kriegerischen Auseinandersetzungen im Mittleren und Nahen Osten mit anderen Augen. Ein europäischer Afghanistan-Kriegesroman, der lange nachhallt. Genial!

Knaus, 638 Seiten; 26,00 Euro


Christopher Lück

daumen runter

Emma, der Kaktus und ich

Emma der Kaktus und ichGerd Gerthner, Langzeitstudent mit wirren Schriftsteller-Ambitionen und obendrein mit dem scheußlichsten Namen der Welt ausgestattet, ist ein Anti-Held, wie er im Buche steht. Noch nie hatte er Glück bei Frauen. Mehr noch: er hatte überhaupt noch nie Glück, wie die Anekdoten seines Traumtänzer-Lebens widerspiegeln. Doch als Gerd im Botanischen Garten in Berlin Unterstützung für seinen vertrockneten Kaktus „Nopsi“ sucht, trifft er auf die eigenwillige Gärtnerin Emma. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Bis Emma schwanger wird – und kompliziert. Gerds Plan klingt zwar gut: er will sich am Ort ihres Kennenlernens an einer Palme erhängen, um in letzter Sekunde von Emma gerettet zu werden. Nur dumm, dass Gerd selbst für einen Selbstmord zu sensibel ist.


„Eine turbulente Beziehungskomödie“ steht hinten auf dem Buch. Da war ich gespannt. So eine Mischung aus Tommy Jaud und Susanne Fröhlich hatte ich mir vorgestellt. Doch leider verflacht der anfängliche Witz von „Emma, der Kaktus und ich“ sehr schnell. Und schon bald ist der Roman gar nicht mehr komisch, sondern eigentlich nur noch peinlich. Auch sucht man vergebens nach der Beziehungskomödie, denn das Buch handelt hauptsächlich von Gerd Gerthner und seinen Problemen, die auch Frauen einschließen. Der Debütant Christopher Lück zeigt nur in Ansätzen, dass er einen lustigen Roman schreiben kann.

Goldmann, 190 Seiten; 8,99 Euro


Ursula Poznanski

daumen rauf

Schatten

Schatten Ein Mann, grausam zugerichtet in seiner Wohnung. Eine Hebamme, ertränkt in einem Bach - zwei Fälle, die Beatrice Kaspary als Ermittlerin im Dezernat Leib und Leben der Polizei Salzburg lösen muss. Schnell erkennt Beatrice, dass die beiden Morde zusammenhängen - und dass sie etwas mit ihr zu tun haben müssen. Denn sie kannte beide Toten. Sie konnte sie nicht leiden. Und sie weiß: Wenn sie nicht handelt, wird es weitere Opfer geben. Doch Beatrice muss auch um ihr eigenes Leben fürchten …

 „Schatten“ ist der vierte Fall der hochwertigen Thriller-Reihe um das Salzburger Ermittlerteam Beatrice Kaspary und Florin Wenninger. Ein Psychothriller-Hochgenuss! Die Wienerin Ursula Poznanski knüpft bei der Qualität der Geschichte, und bei dem intensiven Figurengeflecht, nahtlos an die Vorgängerromane an. „Schatten“ saugt die Spannung vor allem aus der psychologischen Ebene. Und hier gibt die Autorin alles. Man wird als Leser zusammen mit Beatrice Kaspary in den gefährlichen Strudel hineingezogen und hofft, dass es gut ausgehen wird. Zudem weiß „Schatten“ immer wieder zu überraschen.

Auch als Hörbuch erhältlich bei Argon Hörbuch. Der großartigen Andrea Sawatzki zuzuhören macht immer großen Spaß! Egal ob sie eine Komödie liest, oder in diesem Fall einen spannenden Thriller. 19,95 Euro.

Wunderlich, 410 Seiten; 14,99 Euro


Tom Clancy / Mark Greaney

daumen rauf

Mit aller Gewalt

Mit aller Gewalt

Eine nordkoreanische Interkontinentalrakete stürzt ins Japanische Meer. In Ho-Chi-Minh-Stadt wird ein CIA-Offizier ermordet, und ein Paket mit gefälschten Dokumenten verschwindet. Jack Ryan junior und seine Agentenkollegen vom Campus haben nicht viel Zeit für Nachforschungen, aber alle Spuren führen nach Nordkorea, wo ein junger, unerfahrener Diktator ein großes Nuklearprogramm umsetzen will. Bisher fehlten dem Land die finanziellen Mittel. Jetzt ist man auf Bodenschätze gestoßen, die auf dem Weltmarkt viel einbrächten. Präsident Jack Ryan muss das verhindern – mit aller Gewalt.

Der neue Tom Clancy, auch wenn er von Mark Greaney geschrieben ist, hat es in sich! Ein Action-Thriller in dem es hoch hergeht. Jack Ryan und Jack Ryan junior in Höchstform. In diesem Roman führt Mark Greaney das Erbe von Tom Clancy, der leider 2013 verstorben ist, beeindruckend fort. Und Tom Clancy würde wieder staunen, wie das, was unter seinem Namen erscheint, die Aktualität schon wieder mal vorweggenommen hat. Donald Trump und Nordkorea, das verheißt nichts Gutes.

Heyne, 733 Seiten; 26,99 Euro


Klaus Brinkbäumer

daumen rauf

70 – Der Spiegel 1947 - 2017

70 Der Spiegel 1947 2017

Am 4. Januar 1947 startete der 24-jährige Journalist Rudolf Augstein zusammen mit Gleichgesinnten den abenteuerlichen Versuch, im kriegszerstörten und von der Nazi-Hetze zerfressenen Deutschland ein Nachrichtenmagazin nach angloamerikanischem Vorbild zu erschaffen. Mit immer neuen Enthüllungsgeschichten, Reports, scharfen Analysen und sinnlichen Reportagen ist daraus in den folgenden Jahrzehnten DER SPIEGEL geworden, der in der Welt als Stimme eines demokratischen Deutschland geschätzt und im Lande als Leitmedium der vierten Gewalt respektiert, verehrt, verachtet und gefürchtet wird.

70 Jahre „Der Spiegel“ bedeuten auch 70 Jahre deutsche Geschichte. Die Kombination aus beiden macht das Buch so spannend und zu einer Lektüre, in der man immer wieder blättern kann. Jeder Leser kann sich an die Ereignisse zurückerinnern, die in diesem Buch stehen. Die einen an mehr, die anderen an weniger. Daher ein Buch, das für jeden etwas bringt. Es ist chronologisch aufgebaut und gewährt einem auch schnell einen Überblick. „70 – Der Spiegel 1947 – 2017“ ist ein informatives und erhellendes Buch!

DVA, 478 Seiten; 34,99 Euro


Hörbuch der Woche

daumen rauf

Andreas Eschbach

Rückkehr nach Terra

Rückkehr nach TerraSeit die Menschheit ins All aufgebrochen ist, hat sie eine wechselvolle Geschichte erlebt: Die Terraner - wie sich die Angehörigen der geeinten Menschheit nennen - haben nicht nur die eigene Galaxis erkundet, sie sind längst in ferne Sterneninseln vorgestoßen. Immer wieder treffen Perry Rhodan und seine Gefährten auf raumfahrende Zivilisationen - und auf die Spur kosmischer Mächte, die das Geschehen im Universum beeinflussen.

Perry Rhodan ist Kult! Die Science-Fiction-Roman-Reihe begeistert seit 1961 seine Leser. Viele verschiedene Autoren haben für die Romanheft-Reihe geschrieben, darunter auch ein ganz bekannter, Bestsellerautor Andreas Eschbach. In diesem Hörbuch sind vier Romane vereint. „Der Gesang der Stille“ gelesen von Tom Jacobs, „Die Rückkehr“ gelesen von Renier Baaken, „Die Falle von Dhogari“ gelesen von Michael-Che Koch und „Der Techno-Mond“ gelesen von Andreas Laurenz Maier. Durch die unterschiedlichen Geschichten, die alle spannend sind, und Sprecher, bietet dieses Hörbuch viel Abwechslung.

Lübbe Audio, 2 MP3 CDs, 833 Minuten; 14,90 Euro


Denglers-buchkritik.de

Kolumne vom 13.03.2017 - Nr. 447


Paul Auster

daumen rauf

4  3  2  1

4 3 2 1

'“4 3 2 1'“ – das sind vier Variationen eines Lebens: Archibald Ferguson, von allen nur Archie genannt, wächst im Newark der fünfziger Jahre auf. „Was für ein interessanter Gedanke“, sagt er sich als kleiner Junge, „sich vorzustellen, wie für ihn alles anders sein könnte, auch wenn er selbst immer derselbe bliebe.“ Im Verein mit der höheren Macht entspinnen sich nun vier unterschiedliche Versionen von Archies Leben: provinziell und bescheiden; kämpferisch, aber vom Unglück verfolgt; betroffen und besessen von den Ereignissen der Zeit; künstlerisch genial begabt und nach den Sternen greifend. Und alle vier sind vollgepackt mit Abenteuern, Liebe, Lebenskämpfen und den Schlägen eines unberechenbaren Schicksals …

Ja, „4 3 2 1“ ist Pauls Austers Opus magnum! Ein feinfühliger und weitsichtiger Gesellschaftsroman im Amerika der 1950er und 196er Jahre, ein Roman über die Familie, das Erwachsenwerden, das Lernen und die Lehren des Lebens, Freundschaft, Liebe, Glück, einfach alles, was das Leben ausmacht. „4 3 2 1“ ist ein sprachliches Husarenstück. Ich habe jeden Satz aufgesaugt. Es passiert so viel in dem Buch, jede Seite ist eine kleine Überraschung. Ich war schon nach kurzem Gast bei Archie und seinen vier Leben und wäre am liebsten noch viel länger Gast geblieben. Auch wenn das Buch über 1.250 Seiten hat, sind es doch zu wenige. Ganz klar, Paul Austers’ bester Roman!

Rowohlt, 1259 Seiten; 29,95 Euro


Kim Stanley Robinson

daumen runter

Aurora

Aurora Kim Stanley RobinsonEs ist das gewaltigste Unterfangen, dem sich die Menschheit seit Beginn der bemannten Raumfahrt je gegenübersah: die Besiedelung eines neuen Sonnensystems. Ein Raumschiff mit Kolonisten machte sich einst auf den Weg zum Tau-Ceti-System, um eine neue Heimat zu finden. Nun, Jahrzehnte später, sind sie beinahe angekommen. Doch welche Abenteuer und Gefahren werden die Menschen dort – 11,9 Lichtjahre von der Erde entfernt – erwarten? Es ist der Beginn einer neuen Zeitrechnung in der Menschheitsgeschichte …

Nachdem ich Kim Stanley Robinsons „Mars“-Trilogie sehr gut fand, dachte ich, auch sein neuer Roman „Aurora“ schließt qualitativ an diese Romane an. Doch leider ist „Aurora“ eine Enttäuschung. Derweil klingt die Story so gut, aber die Umsetzung ist einfach nur mau. Wo ist die Spannung? Diese Frage stellte ich mir sehr oft. Und wo die faszinierenden Charaktere, die einen in dieser fremden Umgebung an sich binden? Ebenso Fehlanzeige. Kim Stanley Robinson hat sicher gut recherchiert und erklärt durchaus plausibel, wie das mal alles sein könnte, aber das ändert nichts daran, dass das Buch einfach langweilig ist und auch sein Stil lädt nicht dazu ein, das Buch mit Freude zu lesen.

Heyne, 553 Seiten; 14,99 Euro


Graeme Simsion

daumen rauf

Der Mann, der zu träumen wagte

Der Mann der zu träumen wagteAdam Sharp fühlt sich ganz wohl, so wie er lebt. Er ist schon lange mit Claire zusammen, arbeitet als IT-Berater in London und gewinnt beim Pub-Quiz alle Musikfragen. Aber ab und zu überkommt ihn die Erinnerung an Angelina Brown. Vor über 20 Jahren, im sonnigen Melbourne, erlebte er mit ihr, was es bedeutet, wenn man die Liebe findet – und sie verliert. Wie wäre sein Leben verlaufen, wenn er sie damals nicht hätte gehen lassen? Völlig überraschend meldet sich Angelina dann bei ihm. Warum nur? Haben die Songs doch recht, die von der ewigen Liebe erzählen? Sie lädt ihn in ihr Landhaus nach Frankreich ein. Adam muss sich fragen: wieviel Risiko darf man eingehen, wenn Träume auf einmal wahr werden könnten?

Ein beschwingter Liebesroman, bei dem es den Pop, Rock, Blues und Soul des Lebens gibt! Bestsellerautor Graeme Simsion beherrscht die literarischen Tastenanschläge, um den Leser immer in Stimmung und bei Laune zu halten. „Der Mann, der zu träumen wagte“ gewährt einem auch immer wieder einen Blick auf das eigene Leben, denn das, was Adam alles so durchlebt, da findet man sich auch immer wieder mal selbst wieder. Wie würde man entscheiden, was würde man tun, wenn man in Adams Lage wäre? Ein Gute-Laune-Roman, der auch zum nachdenken anregt!

Auch als Hörbuch erhältlich bei Argon Hörbuch. Der große Geschichten Vorleser Johannes Steck verleiht auch diesen beschwingten Liebesroman genau die richtige Stimmung. 19,95 Euro.

Krüger, 393 Seiten; 19,99 Euro


Christopher Husberg

daumen rauf

Frostflamme

Frostflamme

Zwei Fischer ziehen einen schwerverletzten Mann aus dem Golf von Nahl. Noth, wie sie den Fremden nennen, weiß nicht, wer er ist. Winter ist eine junge Frau aus dem Volk der Tiellan, das gerade erst Jahrhunderten der Unterdrückung entkommen ist. Sie verliebt sich in den Fremden, aber auch sie verbirgt ein Geheimnis: Die Droge Frostflamme verleiht ihr magische Macht, die Magie zerstört sie langsam aber auch. Als die beiden am Tag ihrer Hochzeit von einem Dutzend Bewaffneter angegriffen werden, wird klar, dass er sich den Dämonen seiner Vergangenheit stellen muss – denn wenn er nicht herausfindet, wer er in Wirklichkeit ist, kann es für ihn keine Zukunft geben …


Ein Fantasy-Spektakel aller erster Güte! Der Amerikaner Christopher Husberg hat mit seinen „Chroniken der Sphaera“ eine prächtige Fantasy-Welt erschaffen, bei der einem auch immer wieder Gedanken an George R. R. Martin kommen. Aber Husberg hat etwas ganz eigenes erschaffen. Seine Charaktere nehmen einen schnell gefangen, in seine Welt taucht man schnell ein. „Frostflamme“ ist ein fulminanter Auftakt für diese Fantasy-Saga!

Knaur, 701 Seiten; 14,99 Euro


Stefan Keller

daumen rauf

Das Ende aller Geheimnisse

Das Ende aller Geheimnisse

Heidi Kamemba ist neu bei der Kripo Düsseldorf, und sie fällt auf: Sie ist die erste schwarze Kriminalkommissarin in Deutschland. Ginge es nach ihr, wäre ihre Hautfarbe kein Thema, doch leider sehen die meisten das anders. Als an ihrem ersten Arbeitstag in einem Waldstück eine verkohlte Leiche gefunden wird, nimmt sie die Ermittlungen auf, aber nicht alle im Team unterstützen sie. Während der Mörder noch gesucht wird, geben Kamembas Kollegen ihr zunehmend Rätsel auf. Es heißt, ihr Vorgänger habe sich mit seiner Dienstwaffe erschossen. Doch war es wirklich Suizid?

Eigentlich eine ganz einfache Idee, aber doch ein genialer Schachzug des Krimiautors Stefan Keller: erschaffe die erste schwarze deutsche Kriminalkommissarin! Mit diesem Schachzug wird dem Krimi gleich mehr gesellschaftliche und politische Tiefe verliehen, denn Stefan Keller setzt die Figur und alles was sie umgibt sehr gut um. Heidi Kamemba ist top, aber auch der Krimi verdient Bestnoten. Heidi Kamembas erstem Fall sollte ganz schnell der zweite folgen!

Rowohlt, 333 Seiten; 9,99 Euro


Hörbuch der Woche

daumen rauf

Mirko Zilahy

Schattenkiller

SchattenkillerSeit Wochen schüttet der Septemberhimmel gewaltige Wassermassen über Rom aus. Nahe des Tibers werden drei Leichen entdeckt, deren Entstellungen der Polizei Rätsel aufgeben. Profiler Enrico Mancini, anerkannter Experte für Serienmorde, sieht zunächst keine Verbindung zwischen den Fällen. Doch dann erhält er verschlüsselte Botschaften, alle von einem Absender, der sich Schatten nennt. Botschaften, die ein neues Licht auf die Taten werfen. Denn ein grausamer Racheplan ist offenbar noch nicht vollendet. Und weist bald in eine einzige Richtung - in die Mancinis.

Ein Thriller-Debüt, das aufhorchen lässt! „Schattenkiller“ ist das Debüt von Mirko Zilahy, der 1974 in Rom geboren wurde. Der Thriller lässt aufhorchen wegen seiner düsteren Grundstimmung, seinen gebrochenen Charakteren und dem spannenden Aufbau der Story. Ganz überraschend ist die Auflösung dann aber nicht, als versierter Thriller-Leser hat man diese schon früher erkannt. Doch Profiler Enrico Mancini darf gerne wiederkommen. Sascha Rotermund hebt diesen Thriller dann aber noch einmal auf eine ganz andere Ebene. Die deutsche Stimme von u.a. Christian Bale, Benedict Cumberbatch und Omar Sy lässt die Story beben. Seine Lesung macht aus „Schattenkiller“ ein besseres Buch.

Auch als Paperback erhältlich bei Lübbe, 15,00 Euro.

Lübbe Audio, 6 CDs, 429 Minuten; 18,00 Euro


Denglers-buchkritik.de

Kolumne vom 06.03.2017 - Nr. 445


Butz Peters

daumen rauf

1977 – RAF gegen Bundesrepublik

1977--RAF-gegen-Bundesrepublik

1977 erreichte der Linksterrorrismus der Roten Armee Fraktion in der Bundesrepublik eine bislang unbekannte Dimension. Mit den Morden an Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto, Generalbundesanwalt Siegfried Buback und Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer sowie der Entführung des Passagierflugzeugs „Landshut“ tritt eine zweite, zu äußerster Brutalität entschlossene Generation der RAF auf den Plan. Zugleich setzt mit den Selbstmorden von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in Stammheim die erste Generation einen die Republik erschütternden Schlusspunkt. Vor dem Hintergrund der Entstehung der Terrororganisiation und mit Blick auf die weiteren Anschläge bis zur Selbstauflösung, davon erzählt dieses Buch.

Butz Peters ist einer der ausgewiesenen Kenner der RAF und seiner Geschichte. Wie kein anderer ist er seit Jahrzehnten tief mit dem Thema verwurzelt. In den letzten Jahren hat sich fast der ganze Nebel, über das, was zum Thema RAF noch im Dunkeln lag, gelichtet. Mit „1977 – RAF gegen Bundesrepublik“ präsentiert Butz Peters nun die aktuellsten Fakten zur RAF, seinen Mitgliedern, ihrer Taten, den Hintergründen, den Jägern, bis zum Ende. Er hat dazu über eine halbe Millionen Seiten für seine Recherche herangezogen. Butz Peters kommt immer schnell auf den Punkt, handelt alles in prägnanten Kapiteln ab, so dass das Buch nie langweilig wird und sich oft wie ein spannender Thriller liest. Erweiternd zu diesem Buch ist von Butz Peters bei Knaur auch erschienen: „Hundert Tage – Die RAF-Chronik 1977“.

Droemer, 576 Seiten; 26,99 Euro


Ernst-Wilhelm Händler

daumen runter

München

MünchenThaddea, Anfang 30, sehr wohlhabend, hat ihr Leben unter Kontrolle. Sie besitzt zwei Häuser in Grünwald und Schwabing und setzt ihre ersten Schritte in ein Leben als freie Therapeutin. Doch als ihre beste Freundin Kata sie mit ihrem Freund Ben-Luca betrügt, stürzt sie in ein Gefühlschaos. Sie beschließt, sich von beiden zu trennen, und nähert sich stattdessen Pimpi an, Ben-Lucas bestem Freund. Sie besucht Empfänge und Events der Münchner Society. Der Schmerz bleibt. Sie beginnt zu erkunden, wo das eigene Ich die Welt berührt.

„Meine Romane sind Experimente. Wenn ich schon vorher wüsste, wie sie ausgehen, würde ich sie nicht schreiben.“ Das sagt Ernst-Wilhelm Händler selbst über seine Romane. Solch ein Satz kann nur von einem Autor kommen, der in Wirklichkeit keiner ist. Der erstmal lernen muss, wie man einen Roman schreibt. Von einem selbstverliebten Autor, der mehr für sich schreibt, als für seine Leser. Und genau das trifft alles auf „München – Gesellschaftsroman“ zu. Was hab ich mich gefreut auf diesen Roman. Ein Roman über München und wie es dort in gewissen Kreisen so abläuft, das stellte ich mir unter „München – Gesellschaftsroman“ vor. Doch sogar schon beim Titel zeigt einem der Autor, dass er nur bedingt Ahnung davon hat, wie man einen guten Roman schreibt. Und solch ein Roman landet dann auch noch auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. Das zeigt auch deutlich die Qualität dieser Jury. Es gibt in Deutschland so viele gute Autoren, und dann wird so eine wirre, selbstverliebte und sich nicht von der Stelle bewegende Prosa für den Deutschen Buchpreis in Betracht gezogen.

S. Fischer, 350 Seiten; 23,00 Euro


Scott Bergstrom

daumen rauf

Cruelty – Ab jetzt kämpfst du allein

 Vor zehn Jahren wurde Gwens Mutter ermordet, nur ihren Vater hat sie noch. Doch kurz nachdem er zu einer Geschäftsreise nach Paris aufgebrochen ist, stehen zwei Unbekannte vor Gwens Tür und erzählen eine unglaubliche Geschichte: Ihr Vater ist eigentlich CIA-Agent – und bei einem Einsatz spurlos verschwunden. Wurde er entführt? Wollte er dem Geheimdienst den Rücken kehren? Als die Ermittlungen eingestellt werden, macht Gwen sich selbst auf die Suche. Eine gefährliche Reise über mehrere Kontinente beginnt. Und Gwen erkennt: Wenn man seine Gegner besiegen will, muss man mindestens so hart und grausam werden wie sie!

„Cruelty“ – überraschend, klug, innovativ – ein Thriller wie ein Blitzeinschlag. Scott Bergstrom hat einen Thriller geschrieben, der weit abweicht vom Üblichen. Er erfindet mit „Cruelty“ das Genre zwar nicht neu, aber ihm gelingt es immer wieder zu begeistern. Allen voran liegt das an der jungen Hauptfigur der Gwendolyn Bloom. Sie ist eine Figur, die einen schnell an sich bindet. Ihre Entwicklung verfolgt man mit großem Interesse und ist gierig darauf zu wissen, ob sie allen Schwierigkeiten trotzen kann, in die sie schlittert. „Cruelty“ bietet jede Menge Spannung, Action, verschiedene Settings, es wird eine Menge geboten.

Rowohlt Polaris, 429 Seiten; 14,99 Euro


Frances Hodgson Burnett

daumen rauf

Die Liebenden von Palstrey Manor

Die Liebenden von Palstrey Manor

Die 34-jährige Emily Fox-Seton, aus vornehmer, aber längst verarmter Familie, schlägt sich in London durch, indem sie für adelige Herrschaften vertrauliche Aufträge und Besorgungen jeder Art ausführt. Durch einen Schachzug ihrer Auftraggeberin Lady Maria Bayne lernt sie deren Cousin Lord Walderhurst kennen, einen reichen Witwer, der sich prompt in Emily verliebt und um ihre Hand anhält. Mit der Hochzeit erfüllen sich Emilys kühnste Träume, zumal sie dem Lord einige Monate später den lang ersehnten Erben schenken wird. Doch Emilys Glück ruft jede Menge Neider auf den Plan ...


Frances Hodgson Burnett (1849 – 1924) hat auch noch andere Romane außer „Der kleine Lord“ geschrieben, über 40. „Die Liebenden von Palstrey Manor“ ist eines davon. Der Originaltitel lautet „The Making of a Marchioness“, was den Inhalt des Buches weit besser trifft. Denn es dreht sich auch in charmanter Form darum, wie Emily und Lord Walderhurst ein Paar werden. Aber Emily und ihre Entwicklung zur „Marchioness“ steht doch im Laufe der Geschichte voll im Mittelpunkt. Der Roman besteht so aus zwei unterschiedlichen Teilen, die beide ihre eigenen Reize haben. „Die Liebenden von Palstrey Manor“ wurde das erste Mal 1901 veröffentlicht, dann neu entdeckt 2001. Ein charmant-spannender Klassiker, den man sich nicht entgehen lassen sollte!

Manhattan, 350 Seiten; 18,99 Euro


Gregory David Roberts

daumen rauf

Im Schatten des Berges

Im Schatten des Berges

In „Shantaram“ wurde die Geschichte von Lindsay Ford, dem Australier, der aus dem Gefängnis ausbrach, in Mumbai untertauchte, als Arzt im Slum arbeitete und um die Liebe seines Lebens kämpfte, erzählt. Lindsay Ford wurde zu Shantaram, und die Stadt Mumbai zu seiner Heimat. Am Ende verlor er einen Menschen, den er über alles liebte, wie einen Vater verehrte: den Mafiaboss Khaderbhai. Zwei Jahre sind seitdem vergangen, und seit Khaderbhai nicht mehr da ist, bekämpfen sich die verschiedenen Gangs der Stadt immer unerbittlicher, die Gewalt eskaliert. Auf der Suche nach einem Ausweg begegnet Lin einem heiligen Mann, der alles infrage stellt, was Lin zu wissen glaubte. Am liebsten würde er die Stadt verlassen, ein neues Leben beginnen. Doch zwei Dinge halten ihn zurück: Karla, seine große Liebe, und ein fatales Versprechen, das er nicht brechen kann ...

„Im Schatten des Berges“ ist die Fortsetzung des Bestsellers „Shantaram“, der weltweit für großes Aufsehen sorgte. Gregroy David Roberts Leben hat schon etwas von einem Hollywood-Film – Raubüberfälle, Gefängnis, Flucht, wieder Gefängnis und dann Weltbestsellerautor. Der Mann hat viel erlebt, das drückt sich auch in seinen beiden Romanen aus. Wuchtige Werke mit über 2.000 Seiten und einer sagenhaft guten Geschichte. Wer „Shantaram“ gelesen hat kommt an „Im Schatten des Berges“ nicht vorbei. Man will unbedingt wissen, wie es mit Lindsay Ford weitergeht.

Auch als Hörbuch erhältlich bei der Hörverlag. Jürgen Holdorf präsentiert beide Romane, „Shantaram“ und „Im Schatten des Berges“, in einer prächtig vorgetragenen Lesung. 29,99 Euro.

Goldmann, 989 Seiten; 26,99 Euro


Hörbuch der Woche

daumen rauf

Robert Harris

Konklave

KonklaveDer Papst ist tot. Die um den Heiligen Stuhl buhlenden Gegner formieren sich: Traditionalisten, Modernisten, Schwarzafrikaner, Südamerikaner ... Kardinal Lomeli, den eine Glaubenskrise plagt, leitet das schwierige Konklave. Als sich die Pforten hinter den 117 Kardinälen schließen, trifft ein allen unbekannter Nachzügler ein. Der verstorbene Papst hatte den Bischof von Bagdad im Geheimen zum Kardinal ernannt. Ist der aufrechte Kirchenmann der neue Hoffnungsträger in Zeiten von Krieg und Terror – oder ein unerbittlicher Rivale mit ganz eigenen Plänen? Die Welt wartet, dass weißer Rauch aufsteigt ...

Macht, Gier, Neid, Vorteilnahme, Protz, Prunk. In „Konklave“ entlarvt Bestsellerautor die hässliche Fratze des Vatikan und seiner „göttlichen Entsandten“. Sicher spitzt Robert Harris manches zu, aber vieles beruht sicher auf Wahrheit, bei so einem akribischen Rechercheur wie Robert Harris einer ist. Und dann bekommt man bei dem Gedanken an den oberen Zirkel der Kirche Magengeschwüre. Im letzten Teil des Buches, sprich auf der letzten CD, überschlagen sich dann die Ereignisse. Hier wartet Robert Harris mit zahlreichen Wendungen auf, die nicht zu vermuten waren. Frank Arnold bringt die verschiedenen Stimmungen des Buches sehr gut rüber. Es entwickelt sich von einem Roman zu einem Thriller, und diesen Schritt vollzieht Frank Arnold auch mit seiner Lesung.

Auch als Hardcover erhältlich bei Heyne, 21,99 Euro.

Random House Audio, 6 CDs, 465 Minuten; 19,99 Euro


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